🏛️ Kretschmer erhöht den Druck Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) drängt bei einer auswärtigen Kabinettssitzung auf deutlich mehr Tempo bei zentralen Bahnprojekten Richtung Polen und Tschechien. Er verweist auf einen bereits ausverhandelten Staatsvertrag und mahnt: „Die tschechische Seite wartet“. Für den Industriestandort Sachsen und die Anbindung an Osteuropa seien die Vorhaben von zentraler Bedeutung.
🚆 Zentrale Vorhaben im Überblick Kretschmer fordert, dass die geplante Schnellzugverbindung nach Prag, die Elektrifizierung der Strecke Dresden–Görlitz sowie der Ausbau der Achse Chemnitz–Leipzig zügig vorankommen.
- Schnellzugverbindung Dresden–Prag
- Elektrifizierung Dresden–Görlitz zur Stärkung des Grenzverkehrs Richtung Polen
- Ausbau der Verbindung Chemnitz–Leipzig als innersächsischer Taktgeber
🛤️ Neubaustrecke Dresden–Prag als Schlüsselprojekt Die Strecke gilt als zentrales Vorhaben für Personen- und Güterverkehr in Mitteleuropa. Herzstück ist ein rund 30 Kilometer langer Erzgebirgstunnel, der die Engstelle im Elbtal umfahren und die Reisezeit deutlich verkürzen soll. Die Gesamttrasse ist auf etwa 150 Kilometer angelegt; im November 2023 wurde auf deutscher Seite die Vorzugsvariante festgelegt.
⚙️ Beschleunigung von Planung, Finanzierung und Genehmigungen Kretschmer macht unmissverständlich klar, dass alle Verfahren für die Ostkorridore beschleunigt werden müssen. Angesichts der wartenden tschechischen Seite und eines bereits ausverhandelten bilateralen Vertrags sei die deutsche Verzögerung aus seiner Sicht kaum nachvollziehbar.
🏭 Standortfrage und Reformbedarf Der Regierungschef koppelt die Infrastrukturfrage mit der Standortdebatte: Deutschland brauche „substanzielle Reformen“ bei Energie, Steuern und Abgaben, um im Wettbewerb – auch mit Nachbarländern – nicht weiter zurückzufallen.
📈 Konsequenzen bei ausbleibender Priorisierung Der Ruf aus Dresden ist unüberhörbar und politisch kalkuliert: Wer Ostdeutschlands Industrie stärken und zugleich Europas Verkehrsadern entlasten will, muss grenzüberschreitende Schienenprojekte nun entschlossen priorisieren. Der ausverhandelte deutsch-tschechische Vertrag darf nicht in der Schublade verharren; Planungs- und Genehmigungsverfahren brauchen klare Fristen, und der Bund muss die Vorhaben verlässlich finanzieren. Andernfalls droht Deutschland, in seiner östlichen Nachbarschaft den Anschluss zu verpassen – mit absehbaren Folgen für Wettbewerbsfähigkeit, Lieferketten und Vertrauen in die Leistungsfähigkeit des Staates.
🗨️ Kommentar der Redaktion Berlin muss liefern, nicht vertrösten. Das Zögern trotz ausverhandelten Vertrags sendet ein schwaches Signal an Partner und Wirtschaft. Planungs- und Genehmigungsprozesse gehören verbindlich gestrafft, die Finanzierung klar hinterlegt und politisch gegen neue Blockaden abgesichert. Wer jetzt zaudert, gefährdet Standort, Grenzverkehr und Vertrauen in staatliche Handlungsfähigkeit. Es ist Zeit, die Ostkorridore zur Chefsache zu machen und sie mit Disziplin umzusetzen.


