Görlitz. Nach dem verheerenden Hauseinsturz auf der James-von-Moltke-Straße 21 in Görlitz liegen erste rechtsmedizinische Ergebnisse zu den drei Todesopfern vor. Wie aus den vorläufigen Obduktionsergebnissen hervorgeht, starben die drei Menschen an traumatisch bedingten Verletzungen. Damit steht nach bisherigem Stand fest: Die Opfer lebten noch, als sie durch den Einsturz verletzt wurden.
Drei Todesopfer nach Einsturz in der James-von-Moltke-Straße
Das Mehrfamilienhaus in der James-von-Moltke-Straße war am Montag, 18. Mai 2026, gegen 17.30 Uhr vollständig eingestürzt. Polizei und Rettungskräfte hatten daraufhin einen Großeinsatz gestartet. Umliegende Gebäude wurden evakuiert, die Straße gesperrt und Spezialkräfte von Feuerwehr, Rettungsdienst, THW und Polizei rückten an.
In den Trümmern wurden später drei Menschen tot geborgen: eine 25-jährige Frau, eine 26-jährige Frau sowie ein 48-jähriger Mann. Nach Angaben aus den Ermittlungen stammten die beiden Frauen aus Rumänien. Der Mann stammte ursprünglich aus Bulgarien, lebte aber bereits länger in Deutschland und hatte auch die deutsche Staatsbürgerschaft.
Rechtsmedizin bestätigt Identität der Verstorbenen
Die Leichname wurden in der Rechtsmedizin in Dresden untersucht. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Görlitz konnten alle drei Verstorbenen zweifelsfrei identifiziert werden. Das vorläufige Obduktionsergebnis nennt als Todesursache traumatisch bedingte Verletzungen.
Besonders wichtig ist die Feststellung der sogenannten Vitalität zum Zeitpunkt des Eintritts der Verletzungen. Das bedeutet: Die drei Menschen waren nach rechtsmedizinischem Befund nicht bereits vor dem Einsturz tot, sondern lebten noch, als die tödlichen Verletzungen eintraten.
Endgültiges Obduktionsergebnis wird noch erwartet
Das endgültige Obduktionsergebnis steht noch aus. Es wird voraussichtlich erst in einigen Wochen vorliegen und könnte weitere medizinische Details liefern. Für die Ermittler ist das Gutachten ein wichtiger Baustein, um den Ablauf des Unglücks genauer zu rekonstruieren.
Parallel dazu dauern die Untersuchungen zur Ursache des Hauseinsturzes an. Als mögliche Ursache steht weiterhin eine Gasexplosion im Raum, abschließend bestätigt ist das bislang jedoch nicht. Die Polizei prüft nach bisherigen Angaben weiterhin verschiedene Ansätze, darunter technische Ursachen, Materialversagen oder mögliche Fahrlässigkeit.
Ermittlungen am Unglücksort bleiben schwierig
Die Arbeit der Ermittler wird durch die Lage vor Ort erschwert. Nach dem Einsturz mussten auch angrenzende Gebäude statisch überprüft werden. Teile der James-von-Moltke-Straße blieben gesperrt, Anwohner konnten zeitweise nur eingeschränkt in ihre Wohnungen zurückkehren.
Mehr als 500 Einsatzkräfte waren nach dem Unglück an Suche, Rettung und Bergung beteiligt. Der Einsatz zog sich über mehrere Tage hin. Für die drei Verschütteten kam jede Hilfe zu spät.
Görlitz steht weiter unter dem Eindruck der Katastrophe
Der Hauseinsturz zählt zu den schwersten Unglücken in Görlitz der vergangenen Jahre. Neben der Frage nach der Ursache steht nun auch die Aufarbeitung im Mittelpunkt: Wie konnte es zum Einsturz kommen? Gab es vorher Hinweise auf eine Gefahr? Und welche Verantwortung ergibt sich aus den technischen und baulichen Befunden?
Antworten darauf werden erst die weiteren Ermittlungen, Gutachten und Auswertungen liefern. Bis dahin bleibt der Fall für Angehörige, Nachbarn und Einsatzkräfte eine schwere Belastung.

