Zittau. Heute wird der Zittauer Marktplatz zum offenen Forschungslabor. Am Samstag, dem 11. Juli 2026, findet von 11 bis 17 Uhr die interaktive Wissenschaftsmeile „Oha! – Abenteuer Wissenschaft!“ statt.
Die Veranstaltung läuft im Rahmen des Zittauer Stadtfestes auf dem Marktplatz und vor der Johanniskirche. Der Eintritt ist frei. Kinder, Jugendliche und Erwachsene können an zahlreichen Mitmachstationen experimentieren, Fragen stellen und Forschung hautnah erleben.
Damit bekommt das Stadtfest einen besonderen Zukunftsbaustein: Neben Musik, Rummel, Essen und Unterhaltung steht mitten in der historischen Innenstadt plötzlich die Frage im Mittelpunkt, wie Forschung, Technologie und Strukturwandel die Oberlausitz verändern können.
Marktplatz wird zum offenen Labor
„Oha! – Abenteuer Wissenschaft!“ will Wissenschaft aus Hörsälen, Laboren und Forschungszentren herausholen und direkt zu den Menschen bringen.
Auf dem Marktplatz sollen Besucher nicht nur zuschauen, sondern selbst ausprobieren.
Gerade für Familien ist das spannend.
Kinder können experimentieren.
Jugendliche können mit Wissenschaftlern ins Gespräch kommen.
Eltern bekommen einen Eindruck davon, welche beruflichen Möglichkeiten in der Region entstehen.
Die Stadt beschreibt die Wissenschaftsmeile als interaktives Angebot, bei dem Forschung praktisch erfahrbar werden soll.
„Oha“ steht für Oberlausitz hat Ahnung
Der Name der Veranstaltung ist bewusst gewählt.
„Oha“ steht nach Angaben der Organisatoren für „Oberlausitz hat Ahnung“.
Lisa Bail vom Verein Hi!Lusatia, der die Veranstaltung organisiert, erklärt dazu, man wolle Neugier wecken und zeigen, dass Wissenschaft spannend und für den Alltag relevant ist.
Das ist eine wichtige Botschaft.
Denn Wissenschaft klingt für viele Menschen zunächst abstrakt.
Nach Formeln.
Nach Laboren.
Nach komplizierten Fachbegriffen.
Doch Forschung steckt längst im Alltag:
in Energie,
Mobilität,
Medizin,
Klimaschutz,
Digitalisierung,
Materialtechnik
und moderner Produktion.
Viele starke Partner dabei
Die Liste der beteiligten Einrichtungen zeigt, dass es sich nicht um eine kleine Infomeile handelt.
Mit dabei sind unter anderem:
4transfer,
Center for Advanced Systems Understanding, kurz CASUS,
Deutsches Zentrum für Astrophysik,
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt,
Duale Hochschule Sachsen,
Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik,
Hi!Lusatia,
Hochschule Zittau/Görlitz,
IBZ St. Marienthal,
Internationales Hochschulinstitut Zittau der TU Dresden,
Siemens Energy,
Senckenberg Museum für Naturkunde Görlitz
und das Zentrum für Lehrerbildung, Schul- und Berufsbildungsforschung.
Damit kommen Forschung, Hochschulen, Wirtschaft, Bildung und Naturkunde an einem Tag zusammen.
Wissenschaft direkt vor der Johanniskirche
Der Ort ist bewusst öffentlich.
Nicht in einem geschlossenen Konferenzraum.
Nicht in einem Hochschulgebäude.
Nicht hinter Zugangskontrollen.
Sondern mitten in der Stadt.
Auf dem Marktplatz und vor der Johanniskirche.
Genau das macht die Veranstaltung besonders.
Wer ohnehin auf dem Stadtfest unterwegs ist, kann einfach stehen bleiben, schauen und mitmachen.
So erreichen Wissenschaft und Bildung auch Menschen, die sonst vielleicht nie freiwillig zu einer Fachveranstaltung gehen würden.
Strukturwandel sichtbar machen
Die Wissenschaftsmeile ist auch mit dem Strukturwandel in der Region verbunden.
Das Projekt wird in Kooperation mit der Sächsischen Agentur für Strukturentwicklung und der Stadt Zittau organisiert.
Die Sächsische Agentur für Strukturentwicklung begleitet Projekte im Zusammenhang mit dem Investitionsgesetz Kohleregionen und unterstützt regionale Akteure von der Idee bis zur Umsetzung.
Für Zittau und die Oberlausitz ist das wichtig.
Der Strukturwandel darf nicht nur als Verlustgeschichte erzählt werden.
Es geht nicht nur darum, was verschwindet.
Es geht auch darum, was neu entstehen kann.
Forschung, Bildung, Technologie und neue Berufsfelder gehören dazu.
Chancen für die nächste Generation
Zur Veranstaltung gehört auch eine integrierte Ausstellung.
Sie soll zeigen, welche beruflichen Chancen der Strukturwandel für die nächste Generation in der Region bereithält. Die Ausstellung wurde unter Beteiligung der Sächsischen Agentur für Strukturentwicklung als Mitinitiator konzipiert.
Damit richtet sich die Wissenschaftsmeile besonders an junge Menschen.
Viele Jugendliche fragen sich:
Welche Ausbildung passt zu mir?
Muss ich für gute Arbeit wegziehen?
Welche Studienmöglichkeiten gibt es hier?
Welche Unternehmen und Forschungseinrichtungen arbeiten in der Region?
Welche Berufe entstehen durch neue Technologien?
Solche Fragen lassen sich auf einer Mitmachmeile oft besser beantworten als durch trockene Broschüren.
Zittau kann mehr als Vergangenheit
Zittau wird häufig über seine Geschichte wahrgenommen.
Historische Altstadt.
Fastentücher.
Johanniskirche.
Dreiländereck.
Schmalspurbahn.
Zittauer Gebirge.
Das ist alles wertvoll.
Aber eine Stadt braucht nicht nur Vergangenheit.
Sie braucht auch Zukunft.
Genau deshalb ist eine Wissenschaftsmeile auf dem Marktplatz ein starkes Zeichen.
Sie verbindet die historische Innenstadt mit modernen Zukunftsthemen.
Die Botschaft lautet:
Zittau ist nicht nur Kulisse.
Zittau kann auch Bildungs-, Forschungs- und Innovationsstandort sein.
Hochschule und Forschung gehören stärker in die Stadt
Die Hochschule Zittau/Görlitz und das Internationale Hochschulinstitut der TU Dresden sind wichtige Einrichtungen für Zittau.
Trotzdem nimmt man Forschung im Alltag der Innenstadt nicht immer sichtbar wahr.
Eine Veranstaltung wie „Oha!“ kann helfen, diese Distanz zu verringern.
Wenn Wissenschaftler mit Kindern experimentieren, wenn Studierende erklären, woran sie arbeiten, und wenn Forschungseinrichtungen zeigen, was sie tun, entsteht Nähe.
Das ist wichtig.
Denn eine Stadt profitiert nicht nur von Gebäuden und Institutionen.
Sie profitiert davon, wenn Menschen verstehen, warum diese Einrichtungen wichtig sind.
Forschung zum Anfassen statt Belehrung
Der Erfolg solcher Veranstaltungen hängt davon ab, ob sie verständlich bleiben.
Niemand kommt auf ein Stadtfest, um eine akademische Vorlesung zu hören.
Menschen wollen ausprobieren.
Sie wollen sehen, fühlen, testen und fragen.
Genau darauf setzt die Wissenschaftsmeile.
Mitmachstationen sind deshalb der richtige Weg.
Sie senken die Schwelle.
Ein Experiment sagt oft mehr als ein langer Vortrag.
Familien bekommen ein zusätzliches Stadtfest-Angebot
Für Familien ist der heutige Samstag besonders attraktiv.
Das Stadtfest bietet ohnehin ein breites Programm.
Auf der Oberen Neustadt gibt es Spiel und Spaß für die ganze Familie, einen Wasserspielplatz der Stadtwerke, Kinderschminken, Bastelideen und Mitmachangebote.
Die Wissenschaftsmeile ergänzt dieses Programm sinnvoll.
Sie ist nicht nur Unterhaltung.
Sie verbindet Spaß mit Bildung.
Das macht sie für Eltern besonders interessant.
Innenstadt wird tagsüber belebt
Für die Innenstadt ist die Veranstaltung ebenfalls wertvoll.
Viele Stadtfeste leben vor allem am Abend von Musik, Getränken und Bühnenprogramm.
Die Wissenschaftsmeile zieht Besucher bereits tagsüber in die Stadt.
Das hilft auch Händlern, Gastronomen und weiteren Angeboten im Zentrum.
Wenn Familien mehrere Stunden in der Innenstadt bleiben, profitieren nicht nur die Veranstalter.
Auch Cafés, Restaurants, Geschäfte und Dienstleister können zusätzliche Besucher bekommen.
Stadtfest bekommt einen eigenen Bildungscharakter
Das Zittauer Stadtfest läuft vom 10. bis 12. Juli 2026 und erstreckt sich über Marktplatz, Rathausplatz, Johannisplatz, Neustadt und Festplatz. Neben Kulturprogramm, Aktionsständen, Rummel und Gastronomie gehört auch die Wissenschaftsmeile zum offiziellen Programm.
Dadurch unterscheidet sich das Fest von einem reinen Volksfest.
Es geht nicht nur um Feiern.
Es geht auch um Austausch, Wissen und Zukunft.
Das ist für eine Stadt wie Zittau ein guter Ansatz.
Wissenschaft passt zum Dreiländereck
Zittau liegt an einer besonderen Stelle Europas.
Deutschland, Polen und Tschechien treffen hier aufeinander.
Grenzüberschreitende Fragen spielen im Alltag eine große Rolle.
Auch Wissenschaft und Strukturwandel enden nicht an Verwaltungsgrenzen.
Forschungseinrichtungen in der Region können Brücken schlagen:
zwischen Ländern,
zwischen Wirtschaft und Bildung,
zwischen Schulen und Hochschulen,
zwischen Tradition und Zukunft.
Gerade deshalb passt eine offene Wissenschaftsmeile gut nach Zittau.
Kinder früh für Technik und Forschung begeistern
Viele spätere Berufsentscheidungen beginnen mit einem einfachen Erlebnis.
Ein Kind sieht ein Experiment.
Ein Jugendlicher spricht mit einer Forscherin.
Ein Schüler entdeckt ein Thema, das ihn begeistert.
Solche Momente lassen sich nicht planen.
Aber man kann Räume schaffen, in denen sie entstehen.
Die Wissenschaftsmeile bietet genau diese Möglichkeit.
Sie kann zeigen:
Technik ist nicht nur etwas für Spezialisten.
Forschung ist nicht nur etwas für Großstädte.
Und Zukunft kann auch in der Oberlausitz entstehen.
Fachkräfte beginnen nicht erst mit der Stellenausschreibung
Die Region spricht viel über Fachkräftemangel.
Unternehmen suchen Nachwuchs.
Hochschulen werben um Studierende.
Kommunen möchten junge Menschen halten.
Doch Fachkräfte entstehen nicht erst, wenn eine Firma eine Stelle ausschreibt.
Sie entstehen früher.
In Schulen.
In Familien.
In Freizeitangeboten.
In Begegnungen mit Vorbildern.
Wenn Kinder und Jugendliche erleben, dass es in ihrer Heimat spannende Forschung, moderne Technik und gute Berufschancen gibt, kann das langfristig wirken.
Ein Signal gegen das Weggehen-Müssen
Viele junge Menschen in der Oberlausitz wachsen mit dem Gedanken auf, irgendwann weggehen zu müssen.
Zum Studium.
Für gute Arbeit.
Für bessere Chancen.
Natürlich wird nicht jeder bleiben.
Das ist auch nicht notwendig.
Aber eine Region sollte zeigen, dass Bleiben ebenfalls eine Option sein kann.
Eine Wissenschaftsmeile mitten in Zittau ist dafür ein kleines, aber wichtiges Signal.
Sie sagt:
Hier passiert etwas.
Hier gibt es Ideen.
Hier gibt es Forschung.
Hier gibt es Zukunftsthemen.
Fazit
Heute wird der Zittauer Marktplatz zur Wissenschaftsmeile.
Von 11 bis 17 Uhr lädt „Oha! – Abenteuer Wissenschaft!“ Kinder, Jugendliche und Erwachsene zum Mitmachen, Fragen und Experimentieren ein.
Die Veranstaltung findet auf dem Marktplatz und vor der Johanniskirche statt.
Der Eintritt ist frei.
Mit dabei sind zahlreiche Forschungs-, Bildungs- und Wirtschaftspartner, darunter CASUS, das Deutsche Zentrum für Astrophysik, das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt, Fraunhofer, die Hochschule Zittau/Görlitz, das IHI Zittau der TU Dresden, Siemens Energy und das Senckenberg Museum für Naturkunde Görlitz.
Damit bekommt das Zittauer Stadtfest einen starken Zukunftsakzent.
Nicht nur feiern.
Auch staunen.
Nicht nur bummeln.
Auch ausprobieren.
Und vielleicht entdeckt heute ein Kind auf dem Marktplatz ein Thema, das später einmal zum Beruf wird.
Kommentar: Genau solche Angebote braucht Zittau
Zittau darf sich nicht nur über seine Probleme definieren.
Nicht nur über Bahnfrust.
Nicht nur über Baustellen.
Nicht nur über Strukturwandel.
Diese Themen sind wichtig.
Aber eine Stadt braucht auch positive Zukunftsbilder.
„Oha! – Abenteuer Wissenschaft!“ ist genau so ein Bild.
Kinder experimentieren auf dem Marktplatz.
Forschungseinrichtungen zeigen, was sie können.
Die Hochschule wird sichtbarer.
Und die Innenstadt bekommt tagsüber ein Angebot, das mehr ist als Essen, Trinken und Musik.
Das ist gut.
Denn Zukunft entsteht nicht in Sonntagsreden.
Sie entsteht dort, wo junge Menschen neugierig werden.
Wenn Zittau junge Leute halten will, muss die Stadt ihnen zeigen, dass ihre Zukunft nicht zwangsläufig woanders beginnt.


