Görlitz. Zwei grenzüberschreitende Kulturprojekte in Görlitz erhalten weitere Unterstützung aus EU-Mitteln: die Waschtrog-Regatta im Sommer und der Brückenadvent im Winter. Zusammen fließen dafür mehr als 60.000 Euro in die Europastadt Görlitz-Zgorzelec. Die Projekte stärken nicht nur den Veranstaltungskalender der Stadt, sondern auch die deutsch-polnische Zusammenarbeit entlang der Neiße.
Waschtrog-Regatta: Verrückte Boote auf der Neiße
Die Waschtrog-Regatta gehört inzwischen zu den auffälligsten Programmpunkten rund um das Görlitzer Altstadtfest. Teams aus Deutschland und Polen bauen dafür eigene schwimmfähige Vehikel und treten auf der Lausitzer Neiße gegeneinander an. Nicht nur Geschwindigkeit zählt, sondern auch Kreativität, Mut und Originalität.
Das Projekt wird über das Programm Interreg Polen–Sachsen 2021–2027 gefördert. Nach Angaben der Veranstalter beträgt der Projektwert für die Waschtrog-Regatta 28.502,28 Euro, davon werden 80 Prozent aus Mitteln der Europäischen Union finanziert. Organisiert wird das Projekt von der Görlitzer Kulturservicegesellschaft mbH gemeinsam mit dem Miejski Dom Kultury in Zgorzelec.
Wettbewerb verbindet Görlitz und Zgorzelec
Die Idee hinter der Regatta ist mehr als nur ein Spaßrennen. Die Neiße ist Grenzfluss, Begegnungsort und Symbol zugleich. Wenn selbstgebaute Boote auf dem Wasser starten, wird die Grenze spielerisch überwunden. Genau darin liegt der besondere Reiz der Veranstaltung: Sie verbindet Menschen beiderseits des Flusses und macht die Europastadt sichtbar erlebbar.
Im Rahmen früherer Regatten gab es bereits Baukostenzuschüsse, Preise für die schnellsten und originellsten Boote sowie Pokale für besonders kreative Konstruktionen. Damit wird die Veranstaltung auch für Vereine, Familien, Freundeskreise, Unternehmen und kreative Bastler interessant.
Brückenadvent bringt Bäcker aus Deutschland und Polen zusammen
Auch der Brückenadvent wird von der EU unterstützt. Das deutsch-polnische Adventsprojekt erweitert die Weihnachtszeit in Görlitz und Zgorzelec um ein gemeinsames Fest an der Neiße. Im Mittelpunkt stehen Begegnung, regionale Spezialitäten und die weihnachtlichen Traditionen auf beiden Seiten der Grenze.
Ein besonderer Höhepunkt ist die Präsentation von Backwaren aus der Region. Beim Brückenadvent kommen zahlreiche Bäckereien aus Deutschland und Polen zusammen und stellen ihre Spezialitäten vor. Bei der großen Mohnstollenverkostung wurden zuletzt Produkte aus rund 30 regionalen Bäckereien von Dresden bis Breslau präsentiert.
Adventsmarkt als Brücke zwischen zwei Städten
Der Brückenadvent ist mehr als ein zusätzlicher Weihnachtsmarkt. Er steht für die enge Verbindung zwischen Görlitz und Zgorzelec. Besucherinnen und Besucher können die Adventszeit auf beiden Seiten der Neiße erleben, regionale Leckereien probieren und die gemeinsame Kultur der Grenzregion entdecken.
Nach Angaben der Veranstalter wird auch dieses Projekt im Rahmen von Interreg gefördert. Realisiert wird der Brückenadvent ebenfalls durch die Görlitzer Kulturservicegesellschaft mbH und das Miejski Dom Kultury Zgorzelec. Ziel ist es, die Adventszeit gemeinsam in der Europastadt zu feiern und Bewohner sowie Gäste aus Sachsen und Polen zusammenzubringen.
EU-Förderung stärkt Kultur und Zusammenarbeit
Die Förderung zeigt, welche Bedeutung grenzüberschreitende Kulturprojekte für Görlitz und Zgorzelec haben. Waschtrog-Regatta und Brückenadvent sind Veranstaltungen mit hohem Publikumswert, aber auch mit einer klaren europäischen Botschaft: Begegnung funktioniert dort am besten, wo Menschen gemeinsam feiern, bauen, kosten, lachen und erleben.
Für Görlitz sind die beiden Projekte zugleich ein Beitrag zur touristischen Attraktivität. Die Waschtrog-Regatta belebt das Altstadtfest im Sommer, der Brückenadvent stärkt die Weihnachtszeit im Winter. Beide Formate machen die Stadt sichtbarer, bringen Gäste in die Innenstadt und zeigen die Europastadt als lebendigen Kulturraum an der Neiße.


