Gasexplosion in Görlitz: Mann entkam dem Hauseinsturz nur durch Zufall

Görlitz. Es ist eine der erschütterndsten Geschichten rund um den Hauseinsturz auf der James-von-Moltke-Straße 21 in Görlitz: Ein 27-jähriger Mann aus Rumänien verließ kurz vor der mutmaßlichen Explosion das Gebäude, um für seine Verlobte Medikamente zu holen. Nur Augenblicke später stürzte das Haus ein. Seine 25-jährige Verlobte, deren 26-jährige Cousine sowie ein 48-jähriger Mann kamen bei dem Unglück ums Leben.

Ferienaufenthalt endet in Katastrophe

Nach Medienberichten hatte der Mann gemeinsam mit seiner Verlobten und deren Cousine erst am Montagnachmittag eine Ferienwohnung in dem Görlitzer Haus bezogen. Die Gruppe wollte einige Tage Urlaub in der Stadt verbringen. Weil seine Verlobte über Kopfschmerzen geklagt haben soll, machte sich der Mann auf den Weg, um Medikamente und Lebensmittel zu besorgen. Kurz darauf kam es zur Explosion und zum Einsturz des Mehrfamilienhauses.

Das Haus an der James-von-Moltke-Straße war am 18. Mai 2026 gegen 17.30 Uhr vollständig eingestürzt. Bei Rettungsleitstelle und Polizei gingen mehrere Notrufe ein. Umliegende Gebäude wurden evakuiert, Spezialkräfte von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei rückten an.

Drei Menschen sterben unter den Trümmern

Zunächst galten mehrere Personen als vermisst. In den folgenden Tagen bargen die Einsatzkräfte drei Tote aus den Trümmern: zwei Frauen im Alter von 25 und 26 Jahren aus Rumänien sowie einen 48-jährigen Mann mit bulgarischer Herkunft, der schon länger in Deutschland lebte und auch die deutsche Staatsbürgerschaft hatte.

Nach den vorläufigen Obduktionsergebnissen starben alle drei Opfer an traumatisch bedingten Verletzungen. Die Rechtsmedizin stellte außerdem fest, dass die Opfer zum Zeitpunkt des Eintritts der Verletzungen noch lebten. Damit ist nach bisherigem Stand belegt, dass sie nicht bereits vor dem Einsturz ums Leben gekommen waren.

Rettungseinsatz dauerte rund 72 Stunden

Die Suche nach den Vermissten entwickelte sich zu einem schwierigen und gefährlichen Großeinsatz. Einsatzkräfte von Feuerwehr, THW, Polizei, Rettungsdienst und Rettungshundestaffeln arbeiteten sich teils mit Schaufeln und bloßen Händen durch die Trümmer. Auch Bagger, Radlader und Kräne kamen zum Einsatz.

Der Einsatz wurde durch die unsichere Lage vor Ort erschwert. Nach dem Einsturz mussten angrenzende Gebäude statisch überprüft werden. Sensoren des THW zeigten Bewegungen an Giebelwänden, die Arbeiten mussten entsprechend vorsichtig erfolgen.

Ursache weiter nicht abschließend geklärt

Als mögliche Ursache steht weiterhin eine Gasexplosion im Raum. Abschließend bestätigt ist das jedoch noch nicht. Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln weiter und prüfen mehrere Ansätze – darunter technische Ursachen, Materialversagen oder mögliche Fahrlässigkeit.

Auch Tage nach dem Unglück waren Teile der James-von-Moltke-Straße noch gesperrt. Einige Anwohner durften später in ihre Wohnungen zurückkehren, während die Häuser in unmittelbarer Nähe des Einsturzortes nur eingeschränkt betreten werden konnten.

Görlitz trauert nach schwerem Unglück

Der Hauseinsturz hat Görlitz tief erschüttert. Was für drei Menschen als Aufenthalt in der Stadt begann, endete in einer Katastrophe. Besonders tragisch ist die Geschichte des Mannes, der dem Unglück nur entkam, weil er das Haus kurz vor der Explosion verlassen hatte.

Für die Angehörigen bleibt die Gewissheit, dass jede Hilfe zu spät kam. Für die Ermittler steht nun die Frage im Mittelpunkt, wie es zu der mutmaßlichen Explosion kommen konnte – und ob das Unglück vermeidbar gewesen wäre.

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