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Wenn Roboter und KI in der Pflege helfen sollen: Hochschule Zittau/Görlitz lädt zu zwei kostenlosen Workshops ein

Zittau. Pflegekräfte stehen seit Jahren unter enormem Druck. Personalmangel, Zeitnot, körperliche Belastung und immer mehr Dokumentationsaufgaben prägen vielerorts den Alltag. Gleichzeitig werden Robotik und Künstliche Intelligenz immer häufiger als mögliche Entlastung für die Pflege genannt. Doch was können diese Technologien wirklich leisten? Wo helfen sie tatsächlich? Und wo bleiben Versprechen eher Zukunftsmusik?

Diesen Fragen widmet sich die Hochschule Zittau/Görlitz mit zwei kostenlosen Workshops im CELSIUZ an der Äußeren Oybiner Straße 16 in Zittau. Eingeladen sind Pflegekräfte, Beschäftigte aus Einrichtungen, Angehörige, Interessierte und alle, die sich mit der Zukunft der Pflege beschäftigen.

Im Mittelpunkt steht dabei nicht die reine Technikbegeisterung, sondern eine ehrliche Diskussion: Welche Lösungen bringen im Pflegealltag wirklich etwas – und welche gehen an den tatsächlichen Bedürfnissen der Menschen vorbei?

Workshop zur Robotik in der Pflege am 1. Juli 2026

Der erste Workshop findet am Mittwoch, 1. Juli 2026, von 15:00 bis 18:00 Uhr in Zittau statt. Unter dem Titel „Wenn der Roboter mit anpackt – Was kann Robotik wirklich für die Pflege leisten?“ geht es um den praktischen Einsatz von Robotern im Pflegebereich.

Dabei soll zunächst verständlich erklärt werden, was moderne Pflegerobotik heute bereits leisten kann. Dazu gehören unter anderem technische Hilfen beim Heben und Lagern von Patientinnen und Patienten, Unterstützung bei der Medikamentenausgabe, Reinigungs- und Transportaufgaben sowie sogenannte Begleit- und Kommunikationsroboter.

Gerade für Menschen, die bisher wenig Berührung mit Robotik hatten, soll der Workshop einen verständlichen Einstieg bieten. Es geht nicht darum, Fachbegriffe aneinanderzureihen, sondern die Möglichkeiten und Grenzen greifbar zu machen.

Was hilft im Pflegealltag wirklich?

Im zweiten Teil des Workshops steht die Diskussion im Vordergrund. Die zentrale Frage lautet: Was würde Pflegekräfte im Alltag tatsächlich entlasten?

Denn nicht jede technische Lösung ist automatisch sinnvoll. Pflege ist körperliche Arbeit, aber auch Beziehung, Vertrauen, Kommunikation und Verantwortung. Roboter können bestimmte Aufgaben übernehmen oder erleichtern. Sie können aber keine menschliche Nähe ersetzen.

Deshalb sollen auch kritische Fragen offen besprochen werden: Wo liegen technische Grenzen? Welche rechtlichen Fragen entstehen? Wie reagieren Pflegebedürftige auf Roboter? Welche Hürden gibt es bei Anschaffung, Schulung und Finanzierung? Und welche Chancen werden bisher vielleicht noch zu wenig genutzt?

Workshop zur Künstlichen Intelligenz in der Pflege am 5. August 2026

Der zweite Workshop findet am Mittwoch, 5. August 2026, ebenfalls von 15:00 bis 18:00 Uhr im CELSIUZ Zittau statt. Das Thema lautet: „Wenn die Maschine mitdenkt – Was kann KI wirklich für die Pflege leisten?“

Hier steht die Künstliche Intelligenz im Mittelpunkt. Auch KI wird inzwischen als mögliche Unterstützung für Pflegeeinrichtungen, ambulante Dienste und Beschäftigte diskutiert. Besonders häufig geht es um Bereiche wie Dokumentation, Dienstplanung, Pflegeassistenz oder Kommunikation.

Der Workshop soll zeigen, was KI heute bereits leisten kann, welche Anwendungen realistisch sind und wo übertriebene Erwartungen bestehen. Gerade im Pflegebereich ist entscheidend, dass Technik nicht zusätzlich belastet, sondern Abläufe vereinfacht.

Pflegekräfte sollen selbst zu Wort kommen

Ein wichtiger Ansatz beider Veranstaltungen ist die Beteiligung der Menschen, die täglich in der Pflege arbeiten. Denn viele Entscheidungen über neue Technik werden häufig von außen betrachtet: aus Forschung, Verwaltung, Wirtschaft oder Politik. Die tatsächlichen Erfahrungen der Pflegekräfte kommen dabei oft zu kurz.

Die Hochschule Zittau/Görlitz setzt deshalb auf Austausch. Die Teilnehmenden sollen ihre Erfahrungen, Wünsche, Bedenken und praktischen Anforderungen einbringen können. Denn nur so lässt sich beurteilen, ob Robotik und KI im Pflegealltag wirklich hilfreich sind.

Die entscheidende Frage lautet nicht: Was ist technisch möglich? Sondern: Was ist menschlich, praktisch und organisatorisch sinnvoll?

Eintritt frei, Verpflegung inklusive

Beide Workshops sind kostenlos. Auch für Verpflegung ist gesorgt. Eine Anmeldung ist erforderlich.

Die Termine im Überblick

Workshop 1:
Wenn der Roboter mit anpackt – Was kann Robotik wirklich für die Pflege leisten?
Datum: Mittwoch, 1. Juli 2026
Zeit: 15:00 bis 18:00 Uhr
Ort: CELSIUZ, Äußere Oybiner Straße 16, Zittau
Eintritt: frei
Verpflegung: inklusive

Workshop 2:
Wenn die Maschine mitdenkt – Was kann KI wirklich für die Pflege leisten?
Datum: Mittwoch, 5. August 2026
Zeit: 15:00 bis 18:00 Uhr
Ort: CELSIUZ, Äußere Oybiner Straße 16, Zittau
Eintritt: frei
Verpflegung: inklusive

Anmeldung:
Telefon: 03581 374 4996
E-Mail: aal-gat@hszg.de

Warum diese Debatte wichtig ist

Die Pflege steht vor gewaltigen Herausforderungen. Immer mehr Menschen benötigen Unterstützung, während Fachkräfte fehlen und bestehende Teams stark belastet sind. Technische Lösungen können hier eine Rolle spielen, aber sie dürfen nicht als Ersatz für Personal missverstanden werden.

Robotik kann körperlich schwere Tätigkeiten erleichtern. Künstliche Intelligenz kann bei Planung, Organisation und Dokumentation helfen. Doch beide Technologien müssen sich an der Realität der Pflege messen lassen.

Entscheidend ist, dass neue Systeme nicht zusätzlichen Aufwand schaffen. Pflegekräfte brauchen einfache, sichere und verständliche Lösungen. Pflegebedürftige brauchen Vertrauen, Datenschutz und menschliche Zuwendung. Einrichtungen brauchen bezahlbare und rechtssichere Anwendungen.

Fazit

Mit den beiden Workshops zu Robotik und Künstlicher Intelligenz greift die Hochschule Zittau/Görlitz ein hochaktuelles Thema auf. Die Veranstaltungen bieten nicht nur Informationen, sondern vor allem Raum für eine ehrliche Diskussion.

Gerade im ländlichen Raum kann Technik helfen, Versorgung zu sichern und Arbeitsabläufe zu verbessern. Doch sie muss sinnvoll eingesetzt werden. Deshalb ist es richtig, Pflegekräfte, Einrichtungen und Betroffene frühzeitig einzubeziehen.

Wer wissen möchte, was Robotik und KI in der Pflege tatsächlich leisten können, erhält in Zittau eine gute Gelegenheit zum Austausch.

Kommentar der Redaktion

Die Pflege braucht Entlastung – aber keine leeren Technikversprechen. Roboter und KI können helfen, wenn sie den Alltag leichter machen, Zeit sparen und Menschen unterstützen. Sie werden aber nicht das Grundproblem lösen, wenn Personal fehlt, Arbeitsbedingungen schwierig bleiben und Pflege weiterhin zu wenig Anerkennung erhält.

Technik darf in der Pflege niemals Selbstzweck sein. Sie muss den Menschen dienen: den Pflegekräften, den Pflegebedürftigen und den Angehörigen. Genau deshalb sind solche offenen Workshops wichtig. Sie bringen die Debatte dorthin, wo sie hingehört: zu den Menschen, die Pflege jeden Tag erleben.

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