Magdeburg. Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister Sven Schulze (CDU) hat sich klar dafßr ausgesprochen, ostdeutsche Unternehmen von der Erbschaftssteuer zu befreien. In der ARD-Sendung Bericht aus Berlin verwies er auf die schwächere Kapitaldecke vieler Firmen im Osten im Vergleich zu westdeutschen Betrieben.
âViele Unternehmen haben nicht die Kapitaldecke, wie sie Unternehmen in Westdeutschland haben. Deswegen muss auch in den nächsten Jahrzehnten darauf geachtet werden, wie insbesondere die kleinen und mittelständischen Unternehmen im Osten unterstĂźtzt werden kĂśnnenâ, so Schulze. Sein Ziel: Kapital im Unternehmen halten, damit Investitionen in Betriebe und Arbeitsplätze flieĂen â statt in die Steuerkassen.
âď¸ Kritik an Berliner Steuerplänen
Schulze bezeichnete die Debatte Ăźber die Erbschaftssteuer als âfalschâ. Statt Ăźber neue Einnahmequellen zu grĂźbeln, mĂźsse die Bundesregierung endlich das Ausgabenproblem in den Griff bekommen.
UnterstĂźtzung bekam er von Bayerns Ministerpräsident Markus SĂśder (CSU). Auch er kritisierte die Steuerpläne scharf: âEs geht bei der Erbschaftssteuer um Eigentum und den Schutz von BetriebsvermĂśgen. Wenn wir die Steuern erhĂśhen, wäre das vĂśllig kontraproduktiv.â SĂśder warnte vor einer Abwanderung von Unternehmen und sprach von einer âGefahr fĂźr Eigentum und Mittelstandâ.
đŁď¸ Einheit ohne Ost-Stimme
Schulze schloss sich zudem der Kritik von Ex-Bundeskanzlerin Angela Merkel an, dass beim zentralen Festakt zum Tag der Deutschen Einheit in SaarbrĂźcken kein ostdeutscher Redner auftrat. Zwar sei es richtig gewesen, mit Frankreichs Präsident Emmanuel Macron die europäische Dimension zu betonen â dennoch fehlte die ostdeutsche Perspektive. âAm Ende des Tages kann man es beim nächsten Mal besser machenâ, so Schulze.
đ Fazit
Die Diskussion um die Erbschaftssteuer zeigt erneut: Berlin redet lieber ßber Umverteilung, statt die Substanz der Wirtschaft zu sichern. Während Politiker der Ampel in gewohnter Manier ßber neue Belastungen nachdenken, setzen CDU und CSU zumindest ein Signal fßr Eigentumsschutz und Mittelstand.
đ¨ď¸ Kommentar
Die aktuelle Diskussion Ăźber eine Reform der Erbschaftsteuer verfehlt das Wesentliche: Diese Steuer gehĂśrt nicht reformiert, sondern abgeschafft â in Ost und West.
Denn das, was vererbt wird, wurde bereits mehrfach versteuert: Einkommensteuern, Unternehmenssteuern, Umsatzsteuern, Grundsteuern â all das ist längst gezahlt. Wer Eigentum, VermĂśgen oder ein Unternehmen aufbaut, hat das nicht âleistungslosâ erhalten, sondern durch harte Arbeit, Investitionen und Risiko geschaffen. Wenn dieses VermĂśgen dann beim Tod nochmals besteuert wird, ist das nichts anderes als doppelte Abzocke.
Gerade im Mittelstand ist die Erbschaftsteuer ein echter Standortnachteil. Familienbetriebe, die Ăźber Generationen gewachsen sind, geraten unter Druck, weil die Nachfolger Liquidität fĂźr Steuern aufbringen mĂźssen, anstatt in Arbeitsplätze, Maschinen oder Innovation zu investieren. Das gefährdet den Mittelstand â das RĂźckgrat unserer Wirtschaft.
Es ist hÜchste Zeit, dass die Politik erkennt: Die Erbschaftsteuer ist weder sozial noch gerecht, sondern zerstÜrt Vertrauen in Eigentum und Leistung. Wer ein Leben lang gearbeitet hat, darf sicher sein, dass sein Erbe ohne staatliche Abzßge an die nächste Generation ßbergeht.
đ Deshalb: Abschaffung der Erbschaftsteuer â fĂźr ganz Deutschland. Alles andere wäre nur Symbolpolitik und schadet dem Land.


