Görlitz/Zgorzelec. Bahnreisende zwischen Görlitz und Polen müssen sich im Juni auf mehrere Unterbrechungen einstellen. Der Streckenabschnitt zwischen Görlitz und der polnischen Grenze wird an mehreren Tagen vollständig gesperrt. Grund sind Bauarbeiten im Zusammenhang mit dem Ausbau und der Elektrifizierung des Bahnhofs Görlitz sowie vorbereitende Arbeiten am elektronischen Stellwerk.
Während der Sperrungen fahren keine Züge zwischen Görlitz und Zgorzelec. Für Fahrgäste wird Schienenersatzverkehr mit Bussen eingerichtet. Betroffen sind insbesondere Pendler, Reisende nach Polen sowie Fahrgäste, die über Zgorzelec weiter in Richtung Wrocław unterwegs sind.
Diese Sperrzeiten sind geplant
Nach Angaben der Deutschen Bahn ist in folgenden Zeiträumen kein Zugverkehr möglich:
| Zeitraum | Einschränkung |
|---|---|
| 16. Juni 2026, 20:00 Uhr bis 17. Juni 2026, 04:00 Uhr | Sperrung zwischen Görlitz und polnischer Grenze |
| 22. Juni 2026, 12:00 Uhr bis 23. Juni 2026, 04:00 Uhr | Sperrung zwischen Görlitz und polnischer Grenze |
| 28. Juni 2026, 22:00 Uhr bis 30. Juni 2026, 04:00 Uhr | Sperrung zwischen Görlitz und polnischer Grenze |
In diesen Zeitfenstern wird der Zugverkehr durch Busse ersetzt. Reisende sollten sich vor Fahrtantritt über die aktuellen Verbindungen informieren und mehr Zeit einplanen.
Arbeiten am elektronischen Stellwerk
Die Sperrungen sind notwendig, damit zentrale Arbeiten am elektronischen Stellwerk Görlitz umgesetzt werden können. Dazu gehört unter anderem die Erneuerung der Stromversorgung des Stellwerks. Außerdem werden Voraussetzungen für die weiteren Ausbauarbeiten im Bahnhofsbereich geschaffen.
Nach Angaben der Bahn werden dafür auch die Gleise 5 und 7 sowie eine Weiche vorübergehend außer Betrieb genommen. Ergänzend laufen Instandhaltungsmaßnahmen. Für Anwohner kann es während der Bauarbeiten zu Lärmbelastungen kommen.
Görlitzer Bahnhof kommt an den Fahrdraht
Der Hintergrund der Arbeiten ist der Ausbau der grenzüberschreitenden Bahnverbindung zwischen Görlitz und Zgorzelec. Der Görlitzer Bahnhof soll schrittweise für den elektrischen Zugverkehr vorbereitet werden. Damit rückt ein Ziel näher, das für die Europastadt Görlitz/Zgorzelec von großer Bedeutung ist: moderne Bahnverbindungen über die Neiße hinweg und eine bessere Anbindung in Richtung Polen.
Mit dem Abschluss der Arbeiten sollen die Bahnsteige 3 und 4 wieder in Betrieb genommen werden. Sie sind für den grenzüberschreitenden Verkehr besonders wichtig. Die Modernisierung ist damit nicht nur ein technisches Projekt, sondern auch ein wichtiger Schritt für Pendler, Touristen und den internationalen Bahnverkehr in der Region.
Im Juli folgen Oberleitungsmasten und Arbeiten an Bahnsteigen 3 und 4
Nach den Sperrungen im Juni gehen die Bauarbeiten im Juli in die nächste Phase. Dann beginnen die Gründungs- und Aufstellarbeiten für neue Oberleitungsmasten. Außerdem starten Abbrucharbeiten im Bereich der Bahnsteige 3 und 4.
Diese Arbeiten sind sichtbarere Eingriffe in den Bahnhofsbetrieb. Sie markieren zugleich den Übergang von vorbereitenden Maßnahmen zu konkreten Bauarbeiten für die künftige Elektrifizierung.
Ab Herbst Zugang zu den Bahnsteigen nur über den Südeingang
Auch im Herbst müssen sich Reisende auf Einschränkungen einstellen. Wegen Arbeiten an Brückenbauwerken im Bahnhofsbereich wird der Zugang zu den Bahnsteigen für mehrere Monate nur noch über den südlichen Bahnhofseingang an der Sattigstraße möglich sein.
Das betrifft vor allem Fahrgäste, die den Bahnhof bisher über den Haupteingang oder die gewohnten Wege nutzen. Die Deutsche Bahn will über den genauen Ablauf und die Einschränkungen rechtzeitig informieren.
Sanierung der historischen Bahnhofshalle geht weiter
Parallel zu den Arbeiten für Ausbau und Elektrifizierung läuft die Sanierung der historischen Bahnsteighalle weiter. Die Halle gehört zu den prägenden Bauwerken des Görlitzer Bahnhofs und wird seit längerer Zeit schrittweise erneuert.
Aktuell ist die Südfassade eingehaust. Dafür sind bereits die Gleise 12 und 13 gesperrt. Ab Juli wird zusätzlich das Dach des südlichen Hallenschiffes eingehaust. Deshalb müssen ab dem 13. Juli 2026 auch Gleis 11 und der zugehörige Bahnsteig gesperrt werden.
Sobald Einhausung, Staubschutz und Lärmschutz vollständig stehen, sollen Sandstrahl- und Korrosionsschutzarbeiten am Stahlgerüst beginnen. Diese Arbeiten an Fassade und Dach sollen bis ins Frühjahr 2027 dauern.
Was Fahrgäste jetzt beachten sollten
Reisende zwischen Görlitz und Zgorzelec sollten im Juni besonders auf die Sperrzeiten achten. Wer an den betroffenen Tagen unterwegs ist, muss mit Ersatzbussen und längeren Reisezeiten rechnen.
Wichtig ist vor allem:
Vor Fahrtantritt aktuelle Verbindung prüfen, mehr Zeit einplanen, Hinweise zum Schienenersatzverkehr beachten und bei Reisen nach Polen mögliche Anschlussverluste einkalkulieren.
Auch im Juli und Herbst bleiben weitere Einschränkungen wahrscheinlich. Der Bahnhof Görlitz bleibt damit in den kommenden Monaten eine große Baustelle.
Warum die Bauarbeiten wichtig sind
So ärgerlich Sperrungen und Umwege für Fahrgäste sind: Die Arbeiten sind ein wichtiger Schritt für die Zukunft des Bahnhofs Görlitz. Die Elektrifizierung des Abschnitts bis zur polnischen Grenze soll die grenzüberschreitende Verbindung stärken und den Bahnverkehr zwischen Deutschland und Polen moderner machen.
Für Görlitz ist das mehr als reine Infrastruktur. Der Bahnhof ist ein zentraler Verkehrsknoten und ein Symbol für die Verbindung mit Zgorzelec. Wenn künftig mehr Züge elektrisch und grenzüberschreitend fahren können, gewinnt die gesamte Region.
Die Strecke zwischen Görlitz und Zgorzelec wird im Juni 2026 mehrfach vollständig gesperrt. Betroffen sind drei Zeiträume rund um den 17., 23. und 30. Juni. Währenddessen fahren Busse im Schienenersatzverkehr.
Im Juli folgen Arbeiten an Oberleitungsmasten, Bahnsteigen und der historischen Bahnhofshalle. Ab Herbst müssen Reisende außerdem mit geänderten Wegen im Bahnhof rechnen, weil der Zugang zu den Bahnsteigen zeitweise nur über den Südeingang möglich sein wird.
Für Fahrgäste bedeutet das zunächst Geduld, Umwege und Ersatzverkehr. Langfristig soll der Bahnhof Görlitz jedoch leistungsfähiger, moderner und besser an den Bahnverkehr nach Polen angebunden werden.
Der Görlitzer Bahnhof ist eines der wichtigsten Verkehrstore der Oberlausitz. Dass hier endlich sichtbar modernisiert und elektrifiziert wird, ist grundsätzlich eine gute Nachricht. Die Region braucht bessere Bahnverbindungen nach Polen, nach Dresden, nach Cottbus und darüber hinaus.
Trotzdem müssen die Einschränkungen für Fahrgäste sauber organisiert werden. Ersatzverkehr, Ausschilderung und Information müssen funktionieren. Wer auf die Bahn angewiesen ist, darf während solcher Bauphasen nicht allein gelassen werden. Modernisierung ist richtig – aber sie muss für die Menschen vor Ort verlässlich und verständlich umgesetzt werden.

