Görlitz. In Görlitz wird wieder gedreht: Die Filmstadt an der Neiße, längst unter dem Namen „Görliwood“ international bekannt, wird im Sommer erneut zur Kulisse für eine große historische Filmproduktion. Gedreht werden soll im Juli und August 2026. Für die Produktion werden derzeit hunderte Komparsinnen und Komparsen aus Görlitz, Zittau, Bautzen und der Umgebung gesucht.
Die Handlung des Films spielt nach Angaben der Castingagentur Ende des 19. Jahrhunderts. Deshalb werden Menschen gesucht, die optisch gut in diese Zeit passen. Bewerben können sich Frauen, Männer und Kinder im Alter von 6 bis 80 Jahren. Komparsenerfahrung ist nicht erforderlich.
Historischer Stoff: Görlitz wird wieder zur Filmkulisse
Die historische Altstadt von Görlitz bietet mit ihren Straßenzügen, Fassaden, Plätzen und Gebäuden ideale Voraussetzungen für historische Filmproduktionen. Genau diese Kulisse macht die Stadt seit Jahren für nationale und internationale Produktionen interessant. Auch diesmal soll Görlitz wieder eine tragende Rolle als Drehort übernehmen.
Nach Angaben der Stadt Görlitz laufen die Vorbereitungen für die neue Produktion bereits seit rund neun Monaten. Dazu gehörten Motivtouren, Abstimmungen mit lokalen Partnern und organisatorische Vorarbeiten. Die Koordinierung übernimmt das Görlitzer Filmbüro.
Dass sich die Produzenten trotz Alternativen im europäischen Ausland bewusst für Görlitz entschieden haben, wird vor Ort als wichtiges Signal gewertet. Es zeigt, dass Görlitz als Filmstandort weiter Vertrauen genießt – nicht nur wegen seiner Kulissen, sondern auch wegen der vorhandenen Strukturen, Erfahrung und Verlässlichkeit.
Komparsen zwischen 6 und 80 Jahren gesucht
Für die Dreharbeiten sucht die Agentur Filmgesichter zahlreiche Komparsinnen und Komparsen aus der Region. Gesucht werden Menschen im Alter von 6 bis 80 Jahren. Besonders gefragt sind natürliche Gesichter, Charaktertypen und Menschen, die glaubwürdig in eine historische Epoche passen.
Die Anforderungen sind entsprechend klar: Da der Film Ende des 19. Jahrhunderts spielt, sind moderne Looks nicht geeignet. Nicht erlaubt sind unter anderem gefärbte oder gesträhnte Haare, Undercuts, Permanent-Make-up, künstliche Wimpern, künstliche Fingernägel, sichtbare Tattoos oder Piercings. Männer sollten außerdem bereit sein, sich für die Rolle gegebenenfalls die Haare schneiden zu lassen.
Männer dürfen laut Castingaufruf zudem nicht größer als 1,88 Meter sein. Auch Solarium-Bräune oder ein sichtbar moderner Stil passen nicht zum historischen Erscheinungsbild.
140 Euro pro Drehtag plus Zuschläge
Die Komparsinnen und Komparsen sollen je nach Einsatz an ein bis fünf Drehtagen mitwirken. Die Gage liegt nach Angaben der Agentur bei ab 140 Euro pro Drehtag, hinzu kommen mögliche Zuschläge. Vor dem Einsatz ist außerdem eine Kostüm- und Maskenanprobe in Görlitz vorgesehen, die zusätzlich mit 30 Euro vergütet wird.
Die Agentur weist darauf hin, dass keine besondere Erfahrung vor der Kamera nötig ist. Wichtig sind vor allem Verfügbarkeit, passende Optik und Zuverlässigkeit. Erste Drehanfragen sollen ab Mitte Juni erfolgen.
Anmeldung online über Agentur Filmgesichter
Wer bereits bei der Agentur Filmgesichter registriert ist, soll nach Angaben der Agentur lediglich Fotos und Daten im bestehenden Profil aktualisieren. Eine zusätzliche Bewerbung per E-Mail ist nicht nötig. Neue Bewerber können sich kostenlos online anmelden und zwei bis drei aktuelle Fotos hochladen.
Die Anmeldung erfolgt über die Website der Agentur Filmgesichter.
Gedreht wird auch in Berlin
Die Produktion wird nicht ausschließlich in Görlitz realisiert. Gedreht werden soll auch in Berlin. Dennoch dürfte der Dreh in Görlitz für die Stadt und die Region erneut eine sichtbare Wirkung entfalten. Filmproduktionen bringen nicht nur öffentliche Aufmerksamkeit, sondern auch Aufträge für Dienstleister, Hotels, Gastronomie, Handwerk, Logistik und lokale Helfer.
Gerade historische Produktionen sind aufwendig. Kostüme, Maske, Ausstattung, Absperrungen, Verkehr, Technik und Set-Organisation müssen genau abgestimmt werden. Für Görlitz ist das inzwischen keine neue Herausforderung mehr – aber jedes Projekt stärkt den Ruf der Stadt als verlässlicher Filmstandort.
Görliwood bleibt ein Standort mit internationaler Strahlkraft
Görlitz hat sich über Jahre hinweg einen Namen als Filmstadt gemacht. Internationale Produktionen nutzten die Stadt bereits als Kulisse, darunter bekannte Filme wie „The Grand Budapest Hotel“, „Der Vorleser“ und „Inglourious Basterds“, die das Filmbüro Görlitz als Beispiele für den Filmstandort nennt.
Der neue Dreh zeigt, dass diese Strahlkraft anhält. Görlitz profitiert von seiner Architektur, den kurzen Wegen, der Erfahrung mit Filmteams und der wachsenden Infrastruktur rund um den Produktionsstandort.
Der nächste Filmdreh in Görlitz ist eine gute Nachricht für die Region. Die Stadt beweist erneut, dass sie weit mehr ist als eine schöne Kulisse. Görliwood ist ein funktionierender Filmstandort mit Erfahrung, Atmosphäre und internationaler Anziehungskraft.
Für Menschen aus Görlitz, Zittau, Bautzen und Umgebung bietet sich nun eine besondere Gelegenheit: Wer optisch in die Zeit des späten 19. Jahrhunderts passt und Lust auf Filmluft hat, kann als Komparse Teil einer großen historischen Produktion werden
Görlitz lebt von seiner Geschichte – und genau diese Geschichte macht die Stadt für den Film so wertvoll. Wo andere Orte Kulissen aufbauen müssen, bringt Görlitz viele Bilder bereits mit: Straßen, Häuser, Plätze und eine Atmosphäre, die sich nicht künstlich herstellen lässt.
Dass internationale Produktionen trotz Alternativen wieder nach Görlitz kommen, ist ein starkes Zeichen. Die Stadt sollte diesen Standort weiter pflegen, denn Film ist nicht nur Kultur. Film ist Wirtschaft, Werbung und Identität zugleich.


