Neiße Filmfestival startet mit Prominenz in Zittau

Max Riemelt, Kulturministerin Barbara Klepsch und internationale Filmkunst prägen den Auftakt des 23. Neiße Filmfestivals

Zittau/Oberlausitz. Das 23. Neiße Filmfestival ist am Dienstag, dem 26. Mai 2026, in Zittau eröffnet worden. Im Gerhart-Hauptmann-Theater Zittau stimmten die Festivalmacher ab 19 Uhr auf sechs Tage Filmkunst, Begegnung und grenzüberschreitenden Austausch ein. Bis zum 31. Mai 2026 zeigt das Festival aktuelle Spiel-, Dokumentar- und Kurzfilme aus Deutschland, Polen, Tschechien sowie Ost- und Mitteleuropa.

Zur Eröffnung wurde nicht nur das Festivalprogramm vorgestellt, sondern auch ein prominenter Gast erwartet: Max Riemelt, bekannt aus Kino- und Fernsehproduktionen sowie dem Dresden-„Tatort“, gehört zu den Hauptdarstellern des Eröffnungsfilms „Etwas ganz Besonderes“ von Eva Trobisch. Der Film feierte in diesem Jahr bei der Berlinale seine Weltpremiere und bringt damit auch ein Stück internationale Festivalatmosphäre nach Zittau.

Eröffnungsfilm über Identität, Herkunft und Selbstfindung

Mit „Etwas ganz Besonderes“ steht zum Auftakt ein Familiendrama auf dem Programm, das sich mit Fragen von Identität, Herkunft und persönlicher Selbstfindung auseinandersetzt. Neben Max Riemelt wurden auch Frida Hornemann und Peter René Lüdicke zur Eröffnung erwartet.

Damit setzt das Neiße Filmfestival gleich zu Beginn ein starkes Zeichen: Es geht nicht allein um Filmvorführungen, sondern um Geschichten, die gesellschaftliche Fragen aufgreifen, Menschen berühren und zum Gespräch einladen.

Barbara Klepsch würdigt Festival als europäisches Kulturprojekt

Auch Sachsens Kulturministerin Barbara Klepsch nahm an der Eröffnung des Festivals teil. Im Anschluss war eine Podiumsdiskussion vorgesehen. Die Ministerin würdigte das Neiße Filmfestival als beispielhaftes Kulturprojekt im europäischen Grenzraum.

Das Festival zeige seit vielen Jahren, wie Kultur Menschen über Grenzen hinweg verbinden könne. Das Sächsische Kulturministerium unterstützt das Neiße Filmfestival 2026 mit mehr als 277.000 Euro. Zudem stiftet das Ministerium das Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro für den besten Spielfilm.

Ein Festival in drei Ländern

Das Neiße Filmfestival gilt als eines der wenigen trinationalen Filmfestivals Europas. Seit 2004 bringt es Filme und Menschen in der deutsch-polnisch-tschechischen Grenzregion zusammen. Was einst mit der Idee begann, Filme gleichzeitig in drei Nachbarländern zu zeigen, hat sich inzwischen zu einem wichtigen Treffpunkt für Filmschaffende, Kinofreunde und Kulturinteressierte entwickelt.

Der besondere Charakter des Festivals liegt in seiner geografischen und kulturellen Offenheit. Die Neiße ist dabei nicht nur Grenzfluss, sondern zugleich verbindendes Symbol. Filmvorführungen, Gespräche und Veranstaltungen finden an zahlreichen Orten diesseits und jenseits der Grenze statt.

Filmvorführungen an rund 20 Spielorten entlang der Neiße

Auch 2026 erstreckt sich das Festival wieder über zahlreiche Kinos und Veranstaltungsorte in der Region. Gezeigt werden Filme unter anderem im Festivalzentrum in Großhennersdorf sowie in Zittau, Görlitz, Bautzen, Löbau, Weißwasser, Ebersbach, Zgorzelec, Liberec und Varnsdorf.

Insgesamt werden Veranstaltungen in rund 20 Kinos und Spielstätten entlang der Neiße angeboten. Damit wird das Festival nicht nur zu einem kulturellen Ereignis für einzelne Städte, sondern für die gesamte Dreiländerregion.

Wettbewerbe, Länderreihen und Regionalia

Das Programm des Neiße Filmfestivals umfasst mehrere Wettbewerbe. Im Spielfilm-Wettbewerb treten Produktionen aus Deutschland, Polen und Tschechien an. Hinzu kommen Wettbewerbe für Dokumentarfilme und Kurzfilme.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Reihe „Regionalia“. Dort werden aktuelle Arbeiten regionaler Filmschaffender präsentiert. Viele Beiträge beschäftigen sich mit dem Leben in der Lausitz, mit Grenzerfahrungen, regionaler Identität oder dem sorbischen Film.

Daneben geben Länderreihen Einblicke in das aktuelle Filmschaffen aus Polen, Tschechien und Deutschland. So entsteht ein vielfältiges Programm, das sowohl regionale Perspektiven als auch internationale Themen sichtbar macht.

Kinoerlebnisse von 70-mm-Film bis Open Air

Neben klassischen Filmvorführungen bietet das Festival auch besondere Kinoformate. Im Centrum Panorama im tschechischen Varnsdorf werden erneut cineastische Meilensteine in 70-mm-Technik sowie im speziellen 35-mm-Format gezeigt. Die dortige Leinwand zählt zu den größten Kinoleinwänden Europas und macht den Besuch zu einem besonderen Erlebnis für Filmfans.

Für Familien und Kinder gibt es ebenfalls eigene Angebote. In der Reihe „Kinderkino“ präsentiert das Deutsche Institut für Animationsfilm ein Programm mit klassischen DEFA-Trickfilmen.

Ein weiterer Höhepunkt ist das „Midnight Open Air“ im Garten des Kunstbauerkinos Großhennersdorf. Dort werden an vier Festivalabenden Filme unter freiem Himmel gezeigt.

Mehr als Film: Konzerte, Workshops, Lesung und Ausstellung

Das Neiße Filmfestival versteht sich nicht nur als Filmfestival, sondern auch als Ort der Begegnung. Neben den Filmvorführungen gehören Konzerte, Workshops, eine Lesung, eine Ausstellung und weitere Programmpunkte zum Rahmenangebot.

Damit lädt das Festival nicht nur zum Zuschauen ein, sondern auch zum Mitreden, Entdecken und Mitgestalten. Gerade in der Oberlausitz, wo deutsche, polnische, tschechische und sorbische Einflüsse aufeinandertreffen, ist das Festival ein wichtiger kultureller Treffpunkt.

Bedeutung für Zittau und die Oberlausitz

Für Zittau und die gesamte Oberlausitz ist das Neiße Filmfestival ein kulturelles Aushängeschild. Es bringt Besucherinnen und Besucher in die Region, stärkt den Austausch über Ländergrenzen hinweg und zeigt, dass anspruchsvolle Filmkultur nicht nur in großen Metropolen stattfindet.

Mit prominenten Gästen, einem vielseitigen Programm und seiner besonderen trinationalen Ausrichtung bleibt das Neiße Filmfestival auch 2026 ein wichtiger Bestandteil des kulturellen Lebens in der Dreiländerregion.

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