🚋 Zuschlag für Stadler Görlitz hat die Weichen gestellt: Der Schweizer Hersteller Stadler liefert acht neue Straßenbahnen des Typs „Tina“. Der Zuschlag wurde am 15. April 2026 bekanntgegeben; die Fahrzeuge sollen ab 2028 in der Neißestadt unterwegs sein.
🧭 Neuausschreibung nach Insolvenz Ursprünglich war die Beschaffung gemeinsam mit Leipzig und Zwickau an den Leipziger Hersteller Heiterblick vergeben worden. Nach dessen Insolvenz schrieb Görlitz europaweit neu aus. Zu Beginn meldeten sich sechs Interessenten, darunter Škoda und ein Hersteller aus Kroatien. Parallel vergab auch Zwickau an Stadler – es handelt sich um einen Gemeinschaftsauftrag.
♿ Ausstattung und Barrierefreiheit Die „Tina“-Bahnen sind rund 30 Meter lang, vollständig niederflurig und für Kinderwagen sowie mobilitätseingeschränkte Fahrgäste großzügig ausgelegt. Gefertigt werden sie in einem Stadler-Werk in Polen.
💶 Finanzierung Finanziell stützt sich das Projekt wesentlich auf Strukturmittel für die Lausitz („Kohlemillionen“): Rund 33 Millionen Euro fließen zu etwa 90 Prozent aus Fördermitteln.
🤝 Budget und Verhandlungen Nach Angaben der Stadt und der Görlitzer Verkehrsbetriebe (GVB) soll das Budget trotz Marktlage eingehalten werden; GVB-Chef André Wendler verweist auf intensive Verhandlungen mit den Partnern.
⏱️ Zeitplan und Risiken Mit der Vergabe an Stadler kehrt nach der Heiterblick-Pleite Planbarkeit in die Görlitzer Straßenbahn-Beschaffung zurück. Entscheidend wird nun, ob Fertigung und Zulassung ohne Verzögerungen verlaufen und die zugesagten Fördermittel in vollem Umfang gesichert bleiben.
📌 Die wichtigsten Punkte im Überblick
- Acht Fahrzeuge des Typs „Tina“
- Zuschlag am 15. April 2026
- Einsatz ab 2028 in Görlitz
- Rund 30 Meter Länge, vollständig niederflurig, barrierearm ausgelegt
- Fertigung in einem Werk in Polen
- Budget rund 33 Millionen Euro, zu etwa 90 Prozent gefördert
- Gemeinschaftsauftrag mit Zwickau nach europaweiter Neuausschreibung
🗨️ Kommentar der Redaktion Die Entscheidung für Stadler ist folgerichtig, weil sie nach der Heiterblick-Pleite wieder Verlässlichkeit in das Projekt bringt. Öffentliche Beschaffung darf sich jedoch nicht im Förderglück ausruhen; 90 Prozent Zuschuss sind kein Freibrief für Kostensteigerungen. Maßstab muss die pünktliche, reibungslose Fertigung und Zulassung sein – ohne Terminrutsch. Stadt und GVB sind in der Pflicht, jede Abweichung transparent zu benennen und konsequent gegenzusteuern. Gelingt das, gewinnt Görlitz spürbar an Qualität im Nahverkehr; misslingt es, wäre der Vertrauensschaden größer als jeder kurzfristige Prestigegewinn.


