🐸 Frühjahrswanderung in Sachsen Mit den milderen Temperaturen beginnt die alljährliche Wanderung von Fröschen, Kröten und Molchen. Entlang bekannter Querungsstellen richten Naturschützer mobile Schutzzäune und Fangeimer ein, um die Tiere sicher zu ihren Laichgewässern zu bringen. Der Naturschutzbund mahnt zur Vorsicht im Straßenverkehr: An markierten Abschnitten sollen Auto- und Motorradfahrer das Tempo deutlich reduzieren; besonders wirksam ist es, die Geschwindigkeit auf unter 30 km/h zu drosseln.
🛣️ Zerschnittene Routen und Wanderbedingungen Die Tiere folgen traditionellen Wanderkorridoren, die heute vielerorts von Straßen zerschnitten werden – mit entsprechend hohem Kollisionsrisiko. Die Hauptwanderung setzt in der Regel bei feuchten Bedingungen und nächtlichen Temperaturen ab etwa fünf Grad Celsius ein.
🌿 Ökologische Bedeutung und Bestandsrückgänge Als Teil funktionierender Ökosysteme regulieren Amphibien Insektenbestände und dienen zugleich zahlreichen Arten als Nahrungsquelle. Fachleute beobachten in Sachsen jedoch rückläufige Bestände, besonders bei der weit verbreiteten Erdkröte; als Gründe gelten anhaltende Trockenperioden, veränderte Wasserverhältnisse und milde Winter.
🛡️ Temporäre Schutzmaßnahmen an Straßen Zum Schutz werden an vielen Streckenabschnitten Leiteinrichtungen aufgebaut. Folienzäune halten die Tiere von der Fahrbahn fern und leiten sie in Fangeimer; Freiwillige tragen sie anschließend auf die sichere Seite und dokumentieren Art und Zahl. Diese bürgerschaftliche Arbeit liefert wichtige Daten für den Naturschutz und mindert Verluste im Straßenverkehr.
🚗 Verhalten im Straßenverkehr Verkehrsteilnehmer sind angehalten, Warnhinweise ernst zu nehmen und besonders aufmerksam zu fahren. Wo ausgeschildert, soll das Tempo unter 30 km/h liegen, um die langsam wandernden Tiere rechtzeitig zu erkennen und Helfer am Straßenrand nicht zu gefährden.
- Warnhinweise beachten und vorausschauend fahren.
- Tempo an markierten Abschnitten deutlich reduzieren – ideal unter 30 km/h.
- Auf Tiere und ehrenamtliche Helfer am Straßenrand besondere Rücksicht nehmen.
📊 Datenerhebung als Grundlage Die systematische Dokumentation von Art und Zahl der geborgenen Tiere liefert eine verlässliche Datengrundlage für den Naturschutz. So lassen sich temporäre Sicherungen an neuralgischen Punkten bewerten und zielgerichtet umsetzen.
✅ Fazit Naturschutz an der Straße braucht Pragmatismus und Augenmaß. Temporäre Sicherungen an neuralgischen Punkten, verlässliche Datenerhebung und Rücksicht im Verkehr erweisen sich als effizienter als pauschale Reglementierung. Wer in den kommenden Wochen im Freistaat unterwegs ist, sollte an beschilderten Abschnitten konsequent das Tempo senken. Das schützt Amphibien, bewahrt ehrenamtliche Helfer vor unnötigen Risiken und ist ein kleiner, aber wirksamer Beitrag für Artenvielfalt und Verkehrssicherheit.
🗨️ Kommentar der Redaktion Die Linie ist klar: pragmatischer Schutz statt pauschaler Reglementierung. Wer an gekennzeichneten Abschnitten das Tempo auf unter 30 km/h senkt, handelt verantwortungsbewusst und zeigt Respekt vor Leben. Ehrenamtliche leisten Vorbildliches; sie verdienen Rückhalt und sichere Rahmenbedingungen. Mehr braucht es nicht als Umsicht im Verkehr, temporäre Sicherungen an neuralgischen Punkten und verlässliche Datenerhebung. Wer das ignoriert, gefährdet Tiere und Menschen gleichermaßen.
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