Das insolvente Textilunternehmen Damino aus Großschönau wird Anfang Juni endgültig den Betrieb einstellen. Nachdem die geplante Übernahme durch einen Investor aus Usbekistan gescheitert ist, verlieren nun alle 81 Beschäftigten ihre Arbeitsplätze.
Nach Angaben des Unternehmens konnte der vereinbarte Kaufpreis wegen Problemen im usbekischen Banken- und Devisensystem nicht vollständig nach Deutschland überwiesen werden. Obwohl bereits eine Vorauszahlung eingegangen war und bis zuletzt Hoffnung auf eine Rettung bestand, scheiterte die Übernahme letztlich in letzter Minute.
Eigentlich war vorgesehen, nur einen Teil der Arbeitsplätze abzubauen und den Betrieb mit einer kleineren Belegschaft fortzuführen. Nun steht jedoch das komplette Aus fest. Mit wenigen verbliebenen Mitarbeitern sollen lediglich noch laufende Aufträge abgearbeitet werden.
Ein weiterer Schlag für den Industriestandort Sachsen
Für Großschönau ist die Schließung ein schwerer Verlust. Bürgermeister Frank Peuker sprach von einem Schock. Die Damastweberei sei seit mehr als 360 Jahren eng mit dem Ort verbunden gewesen und habe die Region über Generationen geprägt.
Gleichzeitig wirft der Fall erneut Fragen zur wirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland auf. Immer mehr Traditionsunternehmen geraten unter Druck oder verschwinden ganz vom Markt. Besonders energieintensive Branchen wie die Textilindustrie leiden seit Jahren unter steigenden Kosten, hoher Bürokratie und wachsender internationaler Konkurrenz.
Viele mittelständische Betriebe beklagen, dass die politische Unterstützung für die heimische Industrie nicht mehr ausreiche. Während Produktionskosten und Abgaben steigen, würden Investitionen zunehmend ins Ausland verlagert. Gerade in Ostdeutschland wächst deshalb die Sorge vor einer schleichenden Deindustrialisierung.
Auch Bürgermeister Peuker äußerte Zweifel an der offiziellen Begründung des gescheiterten Verkaufs. Der Investor habe bereits eine Anzahlung geleistet und zuvor ein Traditionsunternehmen in Aue übernommen. Die Erklärung wirke daher „nicht gerade schlüssig“.
Sorgen um die Zukunft der Region
Mit der Schließung verliert Großschönau nicht nur Arbeitsplätze, sondern auch ein Stück regionaler Identität. Viele Einwohner sehen darin ein weiteres Beispiel dafür, wie traditionsreiche deutsche Unternehmen trotz jahrhundertelanger Geschichte wirtschaftlich nicht mehr gehalten werden können.
Der Fall Damino dürfte deshalb auch die Debatte über Wirtschafts-, Energie- und Industriepolitik weiter verschärfen.

