📰 Koalitionskrise eskaliert In Brandenburg spitzt sich die Regierungskrise zu: Finanzminister und Vize‑Ministerpräsident Robert Crumbach ist am Montag, 5. Januar 2026, aus Partei und Landtagsfraktion des Bündnis Sahra Wagenknecht ausgetreten und strebt den Wechsel in die SPD‑Fraktion an. Die SPD setzt dem bisherigen Partner ein Ultimatum bis Dienstag, 6. Januar 2026, ein eindeutiges Treuebekenntnis zur gemeinsamen Regierung vorzulegen. Das BSW fordert unterdessen Crumbachs Entlassung. Damit rückt der Bruch der rot‑lila Koalition in Potsdam näher.
🧭 Ultimatum der SPD Die SPD verlangt vom BSW ein klares, geschlossenes Bekenntnis zur Fortführung der Koalition. Bis zur Fraktionssitzung am Dienstag soll nach dem Willen der Sozialdemokraten feststehen, dass alle Abgeordneten des Partners die Regierung tragen. Aus dem Ultimatum spricht der Anspruch, die Koalition auf eine verlässliche Basis zu stellen oder Konsequenzen zu ziehen.
🧩 Fragile Mehrheitsverhältnisse Die SPD‑BSW‑Koalition verfügt lediglich über eine äußerst knappe Mehrheit. In den vergangenen Wochen bröckelte die Geschlossenheit spürbar; einzelne BSW‑Abgeordnete stellten die Linie offen infrage. Nach Crumbachs Schritt zweifelt die SPD an der Regierungsfähigkeit des Partners und verlangt Klarheit, ob alle 14 BSW‑Abgeordneten die Koalition weiterhin stützen. Ohne verlässliche eigene Mehrheit, so die Parteispitze, sei eine Fortsetzung des Bündnisses nicht möglich.
🗣️ Crumbachs Begründung und Vorwürfe Crumbach rechtfertigte seinen Austritt mit dem Bedarf an „stabilen Verhältnissen“ und erklärte, die Geschäftsgrundlage der Koalition sei faktisch entfallen. Er erhob schwere Vorwürfe gegen die Mehrheit der BSW‑Fraktion und sprach von Versuchen einer „Parteisäuberung“ gegenüber abweichenden Positionen.
🔄 Signal für Neuausrichtung Zugleich stellte Crumbach eine mögliche Neuorientierung der Landespolitik in Aussicht: Durch seinen Schritt werde ein Bündnis von SPD und CDU grundsätzlich denkbar.
🛑 BSW verweigert Treuebekenntnis Das BSW lehnt ein formelles Treuebekenntnis zur Koalition ab und dringt stattdessen auf Crumbachs Abberufung aus dem Amt.
⏱️ Druck auf schnelle Entscheidung Die SPD verschärft den Ton: Generalsekretär Kurt Fischer fordert bis zur BSW‑Fraktionssitzung am Dienstag ein einheitliches Bekenntnis aller BSW‑Abgeordneten. Ministerpräsident Dietmar Woidke drängt auf schnelle Klärung. Damit steht nicht nur die Personalie Crumbach, sondern die Handlungsfähigkeit der Landesregierung insgesamt zur Disposition.
📌 Bewertung der Lage Die rot‑lila Konstellation in Brandenburg taumelt aus selbstverschuldeter Schwäche. Ein Koalitionsvertrag ersetzt keine verlässliche Mehrheit, wenn Fraktionen interne Loyalität nicht sicherstellen. Wer führen will, muss Geschlossenheit organisieren. Für die SPD gilt: Entweder erzwingt sie die Verbindlichkeit ihres Partners – oder sie schafft mit einem alternativen Bündnis Berechenbarkeit. Für das BSW ist die Stunde der Verantwortung gekommen: Ohne disziplinierte Fraktion und klare Linie bleibt es politisch unzuverlässig. Das Land braucht Stabilität vor Parteilogik; die kommenden Tage entscheiden, ob Potsdam wieder regierungsfähig wird oder in eine Phase teurer Hängepartien rutscht.
🗨️ Kommentar der Redaktion Diese Zuspitzung ist vor allem das Ergebnis mangelnder Disziplin und Führung. Eine Koalition, die ihre eigene Mehrheit nicht sichern kann, verspielt ihre Legitimation. Der Ministerpräsident muss jetzt klare Prioritäten setzen: Entweder ein verbindliches, geschlossenes Bekenntnis des BSW oder die Neuordnung mit einem berechenbaren Partner. Das BSW hat sich zu entscheiden zwischen loyaler Regierungsarbeit und Opposition. Stabilität und Verlässlichkeit stehen über Parteitaktik – im Interesse des Landes und seiner Bürger.


