đ° Ăberblick Im ostsĂ€chsischen Handwerk ist die Zahl der neuen Auszubildenden spĂŒrbar gestiegen. Nach Angaben der Handwerkskammer Dresden haben zuletzt 2.348 junge Menschen eine Lehre in Betrieben des Kammerbezirks begonnen â ein Plus von 8,6 Prozent gegenĂŒber dem Vorjahr mit 2.162. Unter den neuen Lehrlingen sind 1.834 MĂ€nner und 514 Frauen. Besonders gefragt bleibt der Beruf des Kraftfahrzeugmechatronikers. Die Kammer betont, dass die Unternehmen trotz wirtschaftlicher Belastungen an ihrer Ausbildung festhalten.
đïž StabilitĂ€t des dualen Systems Das Wachstum unterstreicht die Belastbarkeit des dualen Systems auch in einer konjunkturell anspruchsvollen Lage. Es ist ein positives Signal aus den Betrieben, die Ausbildung weiterhin als Kernaufgabe begreifen.
đ ïž Beliebte Berufe Die Nachfrage konzentriert sich auf klassische gewerblich-technische Ausbildungswege. An der Spitze steht erneut der Kraftfahrzeugmechatroniker.
- Kraftfahrzeugmechatroniker â 376
- Anlagenmechaniker fĂŒr SanitĂ€r-, Heizungs- und Klimatechnik â 176
- Elektroniker â 168
- Tischler â 115
- FachverkĂ€ufer im Lebensmittelhandwerk â 107
- Friseur â 102
đ§© Passungsprobleme am Ausbildungsmarkt In der Region Dresden kamen jĂŒngst rechnerisch 85 Bewerberinnen und Bewerber auf 100 gemeldete Ausbildungs- und duale StudienplĂ€tze; 273 Stellen blieben unbesetzt. Das signalisiert: Steigende AnfĂ€ngerzahlen sind wichtig, lösen den FachkrĂ€ftemangel aber noch nicht.
đŻ Perspektiven im Handwerk Die Entwicklung wird als Hinweis verstanden, dass Handwerksbetriebe vor Ort verlĂ€ssliche Perspektiven bieten â von der sicheren Facharbeiterlaufbahn bis hin zur Meisterqualifikation und SelbststĂ€ndigkeit.
âïž Was jetzt nötig ist FĂŒr eine tragfĂ€hige Trendwende braucht es verlĂ€ssliche Rahmenbedingungen fĂŒr Betriebe, praxisnahe Berufsorientierung an den Schulen, schnellere Verfahren bei der Einwanderung qualifizierter Jugendlicher sowie eine solide, gut erreichbare Berufsschulinfrastruktur. Nur wenn Ausbildung, Schule und Betrieb effizient zusammenspielen, lĂ€sst sich der demografisch bedingte FachkrĂ€fteengpass nachhaltig lindern.
đ Ausblick Der aktuelle Zuwachs ist ein ermutigendes Signal fĂŒr Ostsachsen; entscheidend ist, das Plus in eine stabile Linie zu ĂŒberfĂŒhren.
đšïž Kommentar der Redaktion Der Zuwachs ist erfreulich, aber er darf niemanden in Sicherheit wiegen. Wer den FachkrĂ€ftemangel wirklich lindern will, muss VerlĂ€sslichkeit fĂŒr Betriebe schaffen und praktische Berufsorientierung an Schulen verbindlich verankern. Verfahren zur Einwanderung qualifizierter Jugendlicher gehören beschleunigt und konsequent umgesetzt, ohne zusĂ€tzliche bĂŒrokratische Umwege. Ebenso notwendig ist eine belastbare, erreichbare Berufsschulinfrastruktur, die Ausbildung planbar macht. Erst wenn Ausbildung, Schule und Betrieb diszipliniert zusammenarbeiten, wird aus einem guten Jahrgang eine nachhaltige Entwicklung.


