đ° Kanzler Merz drĂ€ngt auf RĂŒckkehrabkommen Bundeskanzler Friedrich Merz drĂ€ngt auf eine zĂŒgige RĂŒckkehr von Syrern aus Deutschland und will sich persönlich fĂŒr entsprechende Vereinbarungen mit Damaskus einsetzen. Unter Verweis auf das Ende des syrischen BĂŒrgerkriegs sieht er die Grundlage fĂŒr Asyl regelmĂ€Ăig entfallen; wer nicht freiwillig geht, mĂŒsse mit Abschiebungen rechnen. Bei einem Auftritt in Husum stellte er in Aussicht, den syrischen ĂbergangsprĂ€sidenten Ahmed alâScharaa zu GesprĂ€chen nach Deutschland einzuladen.
đŻ Vorrang fĂŒr freiwillige RĂŒckkehr und SicherheitsfĂ€lle Die Bundesregierung setzt zunĂ€chst auf freiwillige RĂŒckkehrprogramme und prioritĂ€re RĂŒckfĂŒhrungen von StraftĂ€tern. Zugleich bleibt der Abschiebungsdruck Teil der Strategie, wenn freiwillige Lösungen nicht greifen. Ziel ist ein planvoller, rechtssicherer Vollzug mit klaren PrioritĂ€ten.
đșïž Neubewertung nach Kriegsende Deutschland hatte wĂ€hrend des syrischen BĂŒrgerkriegs europaweit besonders viele Schutzsuchende aufgenommen; heute leben hier rund eine Million Syrer. Nach dem Sturz des Assad-Regimes im Dezember 2024 und dem Ende der Kampfhandlungen bewertet die Bundesregierung die Lage neu. Der Kurs richtet den Blick auf RĂŒckkehrmöglichkeiten, wo SchutzgrĂŒnde weggefallen sind.
â ïž Warnungen und HĂŒrden Die Vereinten Nationen warnen vor groĂangelegten RĂŒckfĂŒhrungen, da ein erheblicher Teil der syrischen Bevölkerung weiterhin auf humanitĂ€re Hilfe angewiesen ist. Rechtliche HĂŒrden gegen ZwangsrĂŒckfĂŒhrungen bestehen fort. In der ersten JahreshĂ€lfte 2025 nutzten nur etwa 1.000 Menschen staatlich unterstĂŒtzte RĂŒckkehrprogramme.
đïž Politischer Kontext und innenpolitischer Druck Merz rahmt seine Linie als Antwort auf wachsenden Druck von rechts und auf migrationspolitische Sorgen in der Bevölkerung. In der Union wirbt Kanzleramtschef Thorsten Frei dafĂŒr, junge, alleinstehende MĂ€nner â insbesondere sunnitische â nicht lĂ€nger als Gefahrensubjekte zu betrachten und eine RĂŒckkehrperspektive zu etablieren. Der Kurs soll Ordnung schaffen und gesellschaftliche Spannungen abbauen.
đ AuĂenpolitik und GesprĂ€che mit Damaskus Mit der avisierten Einladung des ĂbergangsprĂ€sidenten Ahmed alâScharaa zielt Berlin auf belastbare Absprachen mit der Ăbergangsregierung. AuĂenminister Johann Wadephul dĂ€mpft jedoch Erwartungen an eine schnelle MassenrĂŒckkehr: Nach seinem Syrien-Besuch verweist er auf zerstörte Infrastruktur und warnt vor vorschnellen Annahmen ĂŒber die Sicherheitslage. Ohne verlĂ€ssliche Rahmenbedingungen sollen keine ĂŒberhasteten Schritte erfolgen.
âïž Rechtssichere Umsetzung Die Regierung prĂŒft seit Monaten, wie RĂŒckfĂŒhrungen von StraftĂ€tern und GefĂ€hrdern umgesetzt werden können. Weitergehende Schritte sollen bevorzugt freiwillig erfolgen, rechtssicher sein und an Bedingungen vor Ort geknĂŒpft werden. Damit verbindet sich der Anspruch, Wirksamkeit mit Rechtsstaatlichkeit zu vereinen.
đ Ausblick und Bedingungen Merz markiert einen konservativen Kurswechsel: Integration und Schutz dort, wo es notwendig ist â RĂŒckkehr, wo es rechtlich möglich und politisch gewollt ist. Ob daraus kurzfristig eine tragfĂ€hige Praxis erwĂ€chst, hĂ€ngt an drei Faktoren: belastbarer LageeinschĂ€tzung vor Ort, belastbaren Absprachen mit der Ăbergangsregierung in Damaskus und der gerichtsfesten Umsetzung in Deutschland. Die Linie ist klar, der Weg dorthin bleibt komplex.
đšïž đšïž Kommentar der Redaktion Der Kurs ist richtig und ĂŒberfĂ€llig: Nach dem Ende der Kampfhandlungen muss der Staat den Schutzstatus neu bewerten und konsequent handeln. Freiwillige RĂŒckkehr verdient Vorrang, darf aber nicht zur HĂ€ngepartie werden; wer Straftaten begangen hat, muss prioritĂ€r zurĂŒckgefĂŒhrt werden. Notwendig sind schnelle, belastbare Abkommen mit Damaskus und ein Vollzug, der vor Gericht Bestand hat. Die Warnungen internationaler Akteure sind zu beachten, sie dĂŒrfen aber den rechtlich möglichen RĂŒckkehrprozess nicht blockieren. Sicherheit, Ordnung und Verbindlichkeit sind jetzt das Gebot der Stunde.


