DAS NEUSTE

📉 Realitätstest in Peking: Warum die Grünen den neuen China‑Schock verkennen

📰 Reise nach Peking Ende Februar 2026 reist Bundeskanzler Friedrich Merz nach Peking – ein Besuch, der vor dem Hintergrund schrumpfender Industrieproduktion und angespannten Handelsbeziehungen besonderes Gewicht hat. Aus dem grünen Lager kommen Erwartungen, Menschenrechte offensiv anzusprechen, Chinas Rolle im Ukraine‑Krieg zu thematisieren und beim Handel Fairness einzufordern. Kritiker halten dagegen, diese Haltung verkenne die veränderten Kräfteverhältnisse und die harte ökonomische Realität eines zweiten China‑Schocks.

🧭 Vom ersten zum zweiten China‑Schock Der erste China‑Schock folgte auf den WTO‑Beitritt 2001; damals profitierte Deutschland als maschineller Ausrüster der chinesischen Industrialisierung. Heute ist die Lage umgekehrt: China hat in Kernbranchen technologisch aufgeschlossen und vielfach vorbeigezogen, während Deutschlands Abhängigkeit von chinesischen Vorleistungen gewachsen ist.

📊 Handelsbilanz unter Druck 2025 war China erneut wichtigster Handelspartner Deutschlands: 251,8 Milliarden Euro Außenhandelsvolumen, davon 170,6 Milliarden Euro Importe und 89,9 Milliarden Euro Exporte – ein deutliches Defizit. Zugleich kühlte das bilaterale Klima ab, nicht zuletzt nach scharfer Rhetorik aus Berlin, etwa als Annalena Baerbock 2023 Chinas Staatschef als „Diktator“ bezeichnete, was in Peking als Provokation gewertet wurde.

🧪 Kritische Rohstoffe als Verwundbarkeit Rund 90 Prozent der weltweit verarbeiteten Seltenen Erden entfallen auf China; ohne sie steht in Deutschland kein modernes Fließband, vom Auto bis zur Rüstung. Forderungen nach rascher Diversifizierung, Substituten und europäischem Bergbau sind langfristig richtig, kurzfristig aber kaum belastbar umzusetzen.

🧰 De‑Risking statt Entkopplung Wer jetzt Lieferketten kappt, riskiert zusätzliche Wertschöpfungsverluste in einer Industrie, die bereits spürbar Stellen abbaut. Für die Mission von Merz gilt daher: De‑Risking ja, aber ohne Handelskrieg – Realpolitik statt wohlfeiler Moralappelle.

⚖️ Begrenzte Hebel bei Menschenrechten und Ukraine Die Erwartung, Peking in Menschenrechts‑ und Ukraine‑Fragen unter Druck zu setzen, ist politisch heikel. Deutschland verfügt in diesen Feldern über begrenzte Hebel; überzogene Rhetorik beschädigt eher die Gesprächskanäle, ohne konkrete Ergebnisse zu liefern.

🏛️ Schwerpunkte im europäischen Binnenmarkt Realistische Ansatzpunkte liegen im EU‑Binnenmarkt: technologischer Eigenschutz, Durchsetzung fairer Wettbewerbsbedingungen und industriepolitische Stärkung – nicht Belehrungspolitik mit erhobenem Zeigefinger.

🧭 Prioritäten einer interessengeleiteten China‑Politik Aus konservativer Sicht lassen sich drei Schwerpunkte klar benennen und planvoll umsetzen.

  • Versorgungssicherheit für kritische Inputs und planvolles De‑Risking statt übereilter Entkopplung.
  • Stärkung von Wettbewerbsfähigkeit und Innovation im Verbund des EU‑Binnenmarkts.
  • Nüchterne Diplomatie, die Differenzen adressiert, ohne wirtschaftliche Brücken mutwillig zu zerstören.

🧾 Ausblick Der zweite China‑Schock ist kein theoretisches Konstrukt, sondern zeigt sich in Zahlen, Abhängigkeiten und diplomatischen Reibungen. Gelingt die Kurskorrektur nicht und bleibt es bei Gesten statt Gestaltung, droht Deutschland in einer Phase globaler Neuordnung weitere industrielle Substanz zu verlieren. Es ist Zeit, Moral zu dosieren und Interessen zu organisieren.

🗨️ Kommentar der Redaktion Merz muss in Peking nüchtern verhandeln und deutsche Interessen priorisieren; moralische Maximalforderungen gehören nicht an den Verhandlungstisch, wenn Versorgungssicherheit und industrielle Wertschöpfung auf dem Spiel stehen. Wer in dieser Lage mit erhobenem Zeigefinger auftritt, verwechselt Außenpolitik mit Aktivismus und schwächt die eigene Verhandlungsposition. Entscheidend sind handfeste Ergebnisse bei kritischen Inputs und marktgerechte Wettbewerbsbedingungen in Europa. Die Grünen sollten ihre Rhetorik kalibrieren und den Realitätstest bestehen, statt rote Linien zu ziehen, die niemand durchsetzen kann. Deutschland braucht Pragmatismus und Verlässlichkeit, nicht Symbolpolitik.

Quelle: Externe Quelle

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