đ Industrieller Kern unter Druck
đ§Ż Deutschlands industrieller Kern steht unter Druck: Hohe Energie-, Arbeits- und Kapitalkosten treffen auf Ăźberbordende Regulierung, die Investitionen und Innovation lähmt. In Vorstandsetagen und Verbänden wächst die Sorge vor einem schleichenden Substanzverlust â mit Folgen fĂźr Beschäftigung, Wohlstand und internationale Wettbewerbsfähigkeit.
đď¸ Erfolgsmodell braucht verlässliche Rahmen
𧊠Das deutsche Erfolgsmodell ruht auf starkem industriellem Mittelstand, tiefen WertschÜpfungsketten und Exportstärke. Es verlangt planbare Energiepreise, schnelle Genehmigungen, steuerliche Investitionsanreize, Rechtssicherheit und eine technologieoffene Industriepolitik.
đ Geopolitik und Standortwettbewerb verschärfen den Druck
đ°ď¸ Geopolitische Spannungen, protektionistische Tendenzen groĂer Wirtschaftsräume und ein verschärfter Standortwettbewerb â von US-Subventionsprogrammen bis zu asiatischen Kostenvorteilen â erhĂśhen den Druck zusätzlich. Besonders betroffen sind energieintensive Branchen sowie SchlĂźsselindustrien wie Maschinenbau, Automobil und Chemie.
đ Frostige Stimmung in den Branchen
đ§ Eine IW-Verbändeumfrage zum Jahreswechsel 2024/2025 zeigt: 31 von 49 befragten Branchen bewerten ihre Lage schlechter als im Vorjahr, nur Entsorgung, Versicherungen, Messen und Immobilien melden leichte Verbesserungen. IW-Direktor Michael HĂźther spricht von einer vielschichtigen Krise aus hohen Kosten, lähmender BĂźrokratie, globaler Unsicherheit und schwachen Investitionsimpulsen.
đď¸ Verhaltener Ausblick auf 2025
đ 20 Verbände erwarten ProduktionsrĂźckgänge, 13 Stagnation, 16 Zuwächse. FĂźr den Arbeitsmarkt ist besonders alarmierend: In mehr als der Hälfte der Branchen wird mit Stellenabbau gerechnet â betroffen vor allem Eisen und Stahl, Maschinenbau, Automobil und Bau. Zuwächse sehen hingegen unter anderem Pharma, Luft- und Raumfahrt sowie Teile der Logistik.
đ Bremsspuren bei den GroĂkonzernen
đź Eine Analyse der 100 umsatzstärksten bĂśrsennotierten Konzerne zeigt in den ersten drei Quartalen 2024 RĂźckgänge: Die ErlĂśse schrumpften um vier Prozent, der operative Gewinn sank im Schnitt um 19 Prozent. Per Saldo gingen mehr als 30.000 Stellen verloren â erstmals seit 2021. Das verdeutlicht, wie eng Konjunktur- und Strukturfragen derzeit verwoben sind.
đ§ Stabilität vor Subventionen
đ ď¸ Wer Deindustrialisierung verhindern will, muss Stabilität vor Subventionitis stellen und einen klaren ordnungspolitischen Kompass setzen.
- ⥠Verlässliche, wettbewerbsfähige Energiepreise durch Angebotsausbau und technologieoffene Stromerzeugung.
- âąď¸ Deutlich schnellere Planungs- und Genehmigungsverfahren entlang der gesamten WertschĂśpfungskette.
- đś Zielgenaue, befristete Investitionsanreize wie Sonderabschreibungen und verbesserte Abschreibungsregeln statt breit gestreuter Daueralimentierung.
- đ Konsequenter BĂźrokratieabbau, der Kapazitäten fĂźr Innovation und Investition freisetzt.
- đŚ Eine Standortsteuerpolitik, die Eigenkapitalbildung und Forschung belohnt.
â Deutschland muss wieder Berechenbarkeit ausstrahlen â fĂźr Unternehmer, Beschäftigte und Investoren. Nur dann bleibt der industrielle Kern stark genug, um Transformation, Sicherheit und Wohlstand zu tragen.
đ¨ď¸ Kommentar der Redaktion
đ§ Deutschland braucht jetzt Ordnungspolitik, nicht dirigistische Dauersubventionen. BĂźrokratieabbau, schnelle Genehmigungen und wettbewerbsfähige Energie sind die harte Währung eines Industriestandorts. Wer den Mittelstand schĂźtzt, schĂźtzt Beschäftigung und Wohlstand â nicht durch GieĂkanne, sondern durch Verlässlichkeit und klare Regeln. Der Staat muss sich auf das Setzen stabiler Rahmenbedingungen konzentrieren und sich beim Eingriff in Märkte zurĂźckhalten. Sonst drohen weitere Produktionsverlagerungen, sinkende Investitionen und ein dauerhafter Verlust an Ăśkonomischer Substanz.


