🏭 IG Metall warnt vor Deindustrialisierung: Sparpläne bei Bosch und Mahle unter Beschuss

📣 Protest und Warnung Die IG Metall erhöht den Druck auf große Autozulieferer. Nach neuen Kürzungsankündigungen bei Bosch und Mahle warnt die Gewerkschaft vor einem industriepolitischen Irrweg und einem schleichenden Aderlass des Standorts. Bei einer Kundgebung am 25. November vor dem Bosch-Mobility-Werk in Stuttgart-Feuerbach machten Betriebsräte und Beschäftigte ihrem Unmut Luft. „Die Zukunft steht auf dem Spiel“, mahnt die IG Metall Baden-Württemberg und fordert ein klares Bekenntnis von Unternehmen und Politik zur industriellen Wertschöpfung in Deutschland.

🏭 Branchenhintergrund Die Automobil- und Zulieferbranche steht unter Druck: technologischer Umbruch, schwache Märkte und zunehmender Wettbewerbsdruck zwingen die Unternehmen zu tiefen Einschnitten. Bosch kündigte den Abbau von weiteren 13.000 Stellen an; Mahle plant weltweit rund 1.000 Stellenstreichungen, mit besonderem Blick auf den Raum Stuttgart. Beide Konzerne verweisen auf die Transformation entlang des Antriebsstrangs und den Bedarf an Effizienzsteigerungen, während Arbeitnehmervertreter die Balance zwischen Kosten, Investitionen und Beschäftigung gefährdet sehen.

⚖️ Forderung nach Verantwortung IG-Metall-Bezirksleiterin Barbara Resch verlangt von den Unternehmen Verantwortung statt einseitiger Personalpolitik. Der Standort brauche tragfähige Zukunftsstrategien, nicht bloße Schrumpfprogramme. Zugleich solle die Politik verlässliche Rahmenbedingungen setzen, um industrielle Wertschöpfung und qualifizierte Arbeit im Land zu halten.

🧩 Mahle im Fokus Bei Mahle spricht Gesamtbetriebsratschef Boris Schwürz von einem einseitigen und nicht zukunftsorientierten Kurs. Die Belegschaft habe bereits erheblich zur Kostensenkung beigetragen. Gefordert wird ein nachvollziehbarer Gesamtplan, der langfristige Wettbewerbsfähigkeit sichert, statt primär über Personalkürzungen zu gehen.

🔧 Widerstand bei Bosch Auch bei Bosch wächst der Widerstand. Frank Sell vom Gesamtbetriebsrat Bosch Mobility beschreibt die Folgen der Transformation als schlimmer als erwartet. Er fordert Technologieoffenheit über 2035 hinaus sowie klare Standortzusagen, die Modernisierung der Werke und die Sicherung der Beschäftigung.

🚀 Investitionen in Innovation und Qualifizierung Über kurzfristige Reaktionen hinaus drängt die IG Metall auf Investitionen in Zukunftsfelder. Beschäftigte sollen zügig für neue Technologien befähigt werden, damit Wertschöpfung in Schlüsselbereichen von Elektroantrieben bis Software im Land bleibt.

📉 Risiken einseitiger Sparprogramme Die Wucht der Anpassung ist real, doch ein Sparprogramm, das vor allem Köpfe kostet, birgt das Risiko eines langfristigen Substanzverlusts. Unternehmen müssen verlässliche Perspektiven, Investitionen und soziale Verantwortung verbinden. Die Politik hat Rahmenbedingungen zu schaffen, die industrielles Produzieren wieder attraktiver machen.

🧭 Handlungslinien Transformation gelingt nur, wenn betriebliche Zukunftspläne, technologische Offenheit und Qualifizierung konsequent zusammengedacht werden. Die Botschaft der Belegschaften ist eindeutig: Transformation ja – aber mit Plan, Investitionen und Standorttreue.

🗨️ Kommentar der Redaktion Der Kern der Wertschöpfung darf nicht im Zuge hektischer Sparprogramme erodieren. Wer nur Personal abbaut, verspielt Know-how, das morgen gebraucht wird. Notwendig sind klare Standortzusagen, gezielte Investitionen und eine Politik, die industrielle Produktion nicht durch Unsicherheit schwächt. Technologieoffenheit und Qualifizierung sind kein Luxus, sondern Standortpflicht. Wer jetzt Maß und Mitte wahrt, sichert Arbeitsplätze und Wettbewerbsfähigkeit.

One thought on “🏭 IG Metall warnt vor Deindustrialisierung: Sparpläne bei Bosch und Mahle unter Beschuss

  1. Einmal innehalten und nachdenken! Jede Wirkung hat immer eine Ursache! Aber wir machen uns die Welt wie sie UNS gefällt. Die IG Metall ist keine große Hilfe, solange sie nicht die Ursachen erkennt.
    In einem strategischen Papier wird gefordert, dass Deutschland deindustrialisiert werden soll.
    Die „Sozialkosten“ seien zu hoch. Die Energie zu teuer. Wir müssen das Weltklima retten und das CO2 obwohl nur 400 ppm +- 50 ppm in der gesamten !!! Erdatmosphäre sind. Also reißen wir alles ab und vor allem den Ast auf dem unsere gesamte Volkswirtschaft sitzt. Die besten Atomkraftwerke der Welt. Das saubere russische Erdgas für das wir keine Transaktionsgebühren durchs Polen und Ukraine Land zahlen mussten. Natürlich müssen wir teureres Gas aus den USA importieren. Die Druschba Pipeline abgedreht und Schwedt zugemacht. Wer hat Nord Stream 2 gesprengt? 3 D oder etwa D hoch 3. Dumm, Dümmer, D. Oder steckt da noch etwa eine andere Agenda dahinter? In der AfD ist mehr gesunder Menschenverstand versammelt als in allen anderen Parteien zusammen. Aber auch in der AfD ist nicht alles Gold was glänzt! Augen auf und genauer hinsehen. Leider schafft kein Politiker einen Arbeitsplatz mehr. Eher einen Büroplatz.

    An die Redaktion: Wir brauchen vor allem preiswerte Energie! Nur damit sind wir konkurrenzfähig. China hat uns bereits überholt. Lange von uns abgekupfert und besser gemacht. Ich nenne nur einmal den Wagonbau Görlitz. Sie waren bestens mit den RZD im Geschäft. Eine Perle der Eisenbahntechnik in Sachsen. Und jetzt? Kurzsichtiges Denken und kurzsichtiger Profit und Gewinn befriedigt nur die Börsianer, die sich an steigenden Kursgewinnen in Euphorie geraten.

Antworte auf den Kommentar von Michl Deutscher Antwort abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Aktuelle Nachrichten

Folg uns

Folg uns auf Social Media

Verpasse keine News und Updates – folge uns jetzt!

Täglich aktuelle Nachrichten aus Zittau, der Oberlausitz und ganz Deutschland

Zittauer Zeitung | Echt. Lokal. Digital.