DAS NEUSTE

🕯️ Bach statt Beifall: Dresdner Kreuzchor erinnert an Bombennächte von 1945

🕯️ Gedenkkonzert des Dresdner Kreuzchores Wenige Tage vor dem Jahrestag der Luftangriffe vom 13. bis 15. Februar 1945 hat der Dresdner Kreuzchor am Samstag, 7. Februar 2026, in der voll besetzten Kreuzkirche ein Gedenkkonzert gegeben. Unter Leitung von Kreuzkantor Martin Lehmann erklang Johann Sebastian Bachs monumentale h-Moll-Messe; zum Schluss verzichtete das Publikum bewusst auf Applaus und verharrte in stillem Gedenken.

🏛️ Historischer Hintergrund Die alliierten Bombardierungen legten 1945 das Zentrum der Elbestadt in Schutt und Asche; bis zu 25.000 Menschen kamen ums Leben. Zunächst griffen 773 britische Bomber mit schweren Sprengsätzen an, gefolgt von etwa 650.000 Brandbomben, die einen verheerenden Feuersturm entfachten. Am 14. und 15. Februar setzten US-Verbände die Angriffe fort. Die Ereignisse werden bis heute mitunter politisch instrumentalisiert; Historiker betonen zugleich, dass sie im Kontext des von Deutschland ausgelösten Krieges zu betrachten sind.

🎶 Von Trauer zur Hoffnung Musikalisch spannten die Kruzianer einen Bogen von Trauer zur Hoffnung. Den Auftakt markierte ein Teil aus Rudolf Mauersbergers Motette „Wie liegt die Stadt so wüst“, komponiert unter dem unmittelbaren Eindruck der Zerstörung Dresdens auf Texte der Klagelieder Jeremias.

🎻 Besetzung und Klangbild Neben dem Dresdner Festspielorchester, das auf historischen Instrumenten spielte, wirkte ein ausgewähltes Solistenquartett mit.

  • Miriam Feuersinger, Sopran
  • Hanna Zumsande, Sopran
  • Marie Henriette Reinhold, Alt
  • Daniel Johannsen, Tenor
  • Tobias Berndt, Bass

🤫 Stille als Zeichen Die bewusste Stille nach der Musik ersetzte den Applaus – als Zeichen der Anteilnahme an den Opfern einst und heute.

📜 Erinnerungskultur und Verantwortung Das Konzert setzte ein unaufgeregtes, klares Signal: Gedenken braucht Ernst, Maß und Wahrhaftigkeit – keine Lautstärke, keine Instrumentalisierung. Mit Mauersberger und Bach knüpft Dresden an eine gewachsene Erinnerungskultur an, die Trauer benennt und zugleich Verantwortung betont.

📅 Weitere Veranstaltungen Zahlreiche Veranstaltungen um den 13. Februar halten diese Haltung lebendig; sie erinnern an die Opfer des Krieges und mahnen mit leiser Autorität zur Besonnenheit in der Gegenwart.

🗨️ Kommentar der Redaktion Würdiges Gedenken verlangt Zurückhaltung und Ernst – beides hat dieses Konzert vorbildlich gezeigt. Wer die Toten für tagespolitische Zwecke vereinnahmt, verlässt den Boden der Verantwortung. Erinnerung braucht klare Worte, aber keine Lautstärke; sie braucht Wahrheit, nicht Pose. Dresden tut gut daran, seine Tradition des stillen Erinnerns fortzuführen und jeder Instrumentalisierung entschieden zu widersprechen. So bleibt die Mahnung der Geschichte verbindlich – ohne Pathos, doch mit Haltung.

Quelle: Externe Quelle

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