🏭 Dietenhofen vor dem Aus: Playmobil verlagert Produktion – 350 Stellen betroffen

📰 Einleitung Das Traditionswerk der Horst Brandstätter Group in Dietenhofen stellt die Playmobil-Fertigung ein. Die Produktion wird bis Juni auf andere Standorte verlagert, rund 350 Beschäftigte sind betroffen. Das Unternehmen verweist auf massiv gestiegene Kosten in Deutschland, die Gewerkschaft spricht von einer „Riesensauerei“.

🏭 Hintergrund Dietenhofen im mittelfränkischen Landkreis Ansbach war jahrzehntelang ein Kernstandort der Marke Playmobil. Künftig bleibt der Ort nur noch mit der Produktion der Pflanzgefäße-Marke Lechuza Teil der Konzernstruktur; Logistik in Herrieden sowie Verwaltung, Marketing und Produktorganisation in Zirndorf sollen unverändert weiterlaufen. Offiziell wird die Entscheidung mit Wettbewerbsdruck und hohem Kostenniveau begründet.

🗓️ Verlagerung und Zeitplan Nach Unternehmensangaben wird die Fertigung schrittweise an andere Werke des bestehenden Produktionsnetzwerks verlagert; die Umsetzung soll bis Ende Juni abgeschlossen sein. Die Belegschaft wurde am 3. Februar in einer außerordentlichen Versammlung informiert.

🤝 Sozialmaßnahmen Geplant ist die Einrichtung einer Transfergesellschaft. Mit dem Betriebsrat sollen nun Verhandlungen über eine sozialverträgliche Umsetzung geführt werden, um den Übergang für die betroffenen Beschäftigten abzufedern.

🗣️ Reaktionen der Gewerkschaft Scharfe Kritik kommt von der IGBCE. Die Gewerkschaft sieht in dem Schritt „das Ende der Playmobil-Produktion in Deutschland“ und wirft der Unternehmensführung mangelnde Transparenz im Vorfeld vor. Den Umgang mit der Belegschaft bezeichnete sie als „eine Riesensauerei“ und fordert Verhandlungen auf Augenhöhe über den Fortbestand der Produktion.

📉 Regionale Auswirkungen Die Schließung der Playmobil-Fertigung in Dietenhofen ist ein weiterer Einschnitt für die industrielle Wertschöpfung in der Region. Wenn ein ikonischer Hersteller seine Kernfertigung abzieht, ist das mehr als eine betriebswirtschaftliche Fußnote: Es trifft Familien, lokale Zulieferer und kommunale Haushalte.

🧭 Nächste Schritte und Debatte Jetzt braucht es rasch Klarheit über Sozialplan, Transferlösungen und tragfähige Perspektiven für die Betroffenen. Ebenso notwendig ist eine nüchterne Debatte darüber, wie der Standort verlässlichere Rahmenbedingungen für produzierende Mittelständler schaffen kann.

🗨️ Kommentar der Redaktion Diese Entscheidung ist ein Weckruf für den Produktionsstandort Deutschland. Wenn Kosten und Wettbewerbsdruck die Fertigung vertreiben, muss die Politik die Belastungen spürbar senken und Planungssicherheit herstellen. Gleichzeitig braucht es Fairness im Umgang mit der Belegschaft: Transparenz, zügige Vereinbarungen und echte Perspektiven sind Pflicht. Wer industrielle Wertschöpfung erhalten will, setzt klare Prioritäten für Energiepreise, Abgabenlast und weniger Bürokratie. Kosmetische Korrekturen reichen nicht mehr aus; gefragt sind entschlossene, verlässliche Rahmenbedingungen für die Produktion im Land.

Quelle: Externe Quelle

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