DAS NEUSTE

🛡️ CZ erhält Zuschlag: Bundeswehr stellt auf neue Pistole P13 um

📰 Einleitung Die Bundeswehr ersetzt ihre in die Jahre gekommene Standard-Dienstpistole P8 durch die P13 des tschechischen Herstellers Česká zbrojovka. Damit setzt die Truppe künftig auf ein in Tschechien gefertigtes Modell, was Beschaffungsrealismus signalisiert und zugleich industriepolitische Fragen aufwirft. Der Haushaltsausschuss des Bundestages hat die erforderlichen Mittel am 5. November freigegeben.

🧭 Hintergrund der Entscheidung Die Auswahl fiel nach einer internationalen Ausschreibung, in der sich CZ gegen Glock aus Österreich und Arex Defense aus Slowenien durchsetzte. Heckler & Koch war zunächst beteiligt, erreichte die Endrunde jedoch nicht. Ausschlaggebend war der Preis bei gleichzeitiger Erfüllung der technischen Forderungen, ein Verfahren, das der Kostenkontrolle dient, aber selten zu technologischer Übererfüllung motiviert. Für CZ ist der Zuschlag ein bedeutender Erfolg, für die Bundeswehr Teil der überfälligen Modernisierung im Bereich Handfeuerwaffen.

💶 Beschaffungsrahmen Vorgesehen ist eine Rahmenvereinbarung über bis zu 203.000 Pistolen mit einem Volumen von bis zu 56 Millionen Euro. Zunächst wurden 65.000 Stück inklusive Zubehör für rund 19 Millionen Euro beauftragt.

🏭 Umsetzungspartner und Fertigung Deutscher Umsetzungspartner ist die POL-TEC GmbH & Co. KG aus Fürth. Produziert wird im CZ-Stammwerk im tschechischen Uherský Brod.

⚙️ Technische Merkmale der P13 Die P13 im Kaliber 9 x 19 mm kombiniert ein Polymer-Griffstück mit Lauf und Verschluss aus Stahl, verfügt über ein 15-Schuss-Magazin und wiegt leer etwa 760 Gramm. Zum System gehören Level‑2‑ und Level‑3‑Holster des Anbieters Radar 1957 sowie Trainingswaffen. Die Farbgebung ist Flat Dark Earth.

  • Kaliber: 9 x 19 mm
  • Magazinkapazität: 15 Patronen
  • Leergewicht: ca. 760 g
  • Griffstück: Polymer; Lauf und Verschluss: Stahl
  • Zubehör: Level‑2‑ und Level‑3‑Holster sowie Trainingswaffen
  • Farbgebung: Flat Dark Earth

🎯 Optikfähigkeit und NATO-Trend Die P13 gilt als militärspezifische Variante der CZ P-10 C OR mit Schlagbolzenschloss und ist für die Nutzung von Rotpunktoptiken vorbereitet. Das entspricht dem Trend vieler NATO-Streitkräfte, kurze Dienstwaffen modular und optikfähig auszuführen.

🧩 Industriepolitische Einordnung Die Vergabe ins Ausland kann sinnvoll sein, wenn Leistung und Preis stimmen. Sie verpflichtet jedoch zu strenger Qualitätskontrolle, verlässlicher Ersatzteilversorgung und belastbarer Ausbildung, damit die Truppe im Alltag und im Einsatz tatsächlich gewinnt. Wer Souveränität will, braucht planbare, resiliente Lieferketten und eine wettbewerbsfähige nationale Industrie.

🚚 Einführung und logistische Absicherung Entscheidend wird nun die zügige Einführung der P13 in den Verbänden und die nachhaltige logistische Absicherung. Erst dann wird sich zeigen, ob die neue Dienstpistole die Lücke der P8 nicht nur schließt, sondern die Einsatzbereitschaft spürbar erhöht.

Fazit Mit der P13 setzt die Bundeswehr auf ein praxistaugliches, wirtschaftlich beschafftes System. Der Schritt ist in Zeiten enger Verteidigungsetats und hoher Bedarfe sachlich nachvollziehbar.

🗨️ Kommentar der Redaktion Die Entscheidung ist nüchtern richtig, weil sie Kosten, Bedarf und technische Anforderungen zusammenführt. Doch ohne robuste, wettbewerbsfähige nationale Industrie bleibt Souveränität eine Behauptung. Beschaffung im Ausland ist nur vertretbar, wenn Leistung und Preis eindeutig überzeugen und Ersatzteilversorgung sowie Ausbildung belastbar abgesichert sind. Maßstab muss der Nutzen der Truppe im Alltag und im Einsatz sein, nicht die Symbolik. Jetzt zählt die zügige Einführung und lückenlose Logistik, damit die P13 die Einsatzbereitschaft tatsächlich erhöht.

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