đ° Ăberblick Die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen verteilt zum Jahresende gut zwei Millionen Euro auf 200 Vorhaben; auch die Lausitz profitiert davon. Die Entscheidung wurde am 16. Dezember 2025 öffentlich gemacht und umfasst Projekte aus Musik, Bildender und Darstellender Kunst sowie Soziokultur, Film und Literatur.
đïž Stiftung und Verfahren Die Kulturstiftung ist eine rechtsfĂ€hige Stiftung des öffentlichen Rechts mit Sitz in Dresden. Ihr Auftrag ist gesetzlich fixiert: Gefördert werden Kunst und Kultur im Land, von Musik ĂŒber Literatur und Film bis zur Pflege des kulturellen Erbes. Ăber die Vergabe entscheidet die Stiftung auf Grundlage vorbereitender Empfehlungen unabhĂ€ngiger FachbeirĂ€te; maĂgeblich sind die Prinzipien von Sparsamkeit und Wirtschaftlichkeit, um politische NĂ€he auf Distanz zu halten und fachliche QualitĂ€t zu sichern.
đ Zuwendungen fĂŒr die Lausitz Die Lausitz erhĂ€lt gezielte, ĂŒberwiegend vier- bis fĂŒnfstellige ZuschĂŒsse, die bestehende kulturelle Infrastruktur und regionale Markenzeichen stĂŒtzen. Zusammen ergibt sich das Bild einer bewusst breiten Streuung, die Breitenkultur und LeuchttĂŒrme gleichermaĂen im Blick behĂ€lt.
đ§Ÿ Beispiele aus der Region Unter den geförderten Vorhaben finden sich folgende Projekte und BetrĂ€ge:
- Görlitzer Parkeisenbahner â 2.500 Euro
- Kulturfabrik Hoyerswerda â 5.550 Euro fĂŒr eine JubilĂ€umsausstellung
- Spielmannszug Oberlichtenau â 6.500 Euro fĂŒr die Teilnahme an der Weltmeisterschaft in Kerkrade
- Internationales StraĂentheaterfestival ViaThea Görlitz/Zgorzelec â 12.000 Euro
- NeiĂe-Filmfestival â 20.000 Euro
đ LeuchttĂŒrme mit Ausstrahlung ViaThea, seit Jahren ein grenzĂŒberschreitendes AushĂ€ngeschild zwischen Görlitz und Zgorzelec, wird mit 12.000 Euro ebenso stabilisiert wie das NeiĂe-Filmfestival, das die Region cineastisch vernetzt und 20.000 Euro erhĂ€lt.
đ Basisarbeit und Technik Kleinere, technisch oder organisatorisch ausgerichtete MaĂnahmen ergĂ€nzen das Bild: vom Erhalt der historischen Parkeisenbahn ĂŒber die Vereinsarbeit bis hin zur UnterstĂŒtzung des Spielmannszugs Oberlichtenau fĂŒr die Teilnahme an der Weltmeisterschaft in Kerkrade.
âïž Verteilung mit Strategieanspruch Die EinzelbetrĂ€ge signalisieren eine Verteilungslogik, die Vielfalt sichert und zugleich regionale Marken stĂ€rkt. Im Mittelpunkt stehen sowohl kontinuierliche Strukturen als auch Projekte mit internationaler Ausstrahlung und regionaler Vernetzung.
đ Fazit und Ausblick Die Entscheidung ist ein positives Signal fĂŒr die Lausitz: Kultur bleibt Teil der regionalen Selbstbehauptung im Strukturwandel. Zugleich stellt sich die Frage nach Schwerpunktsetzung und Wirkung: Viele kleine BetrĂ€ge sichern Vielfalt, doch nachhaltiger Mehrwert entsteht dort, wo Projekte strategisch anschlussfĂ€hig sind, eigenwirtschaftliche Perspektiven entwickeln und internationale Ausstrahlung entfalten. Mehr Transparenz ĂŒber Kriterien, messbare Ergebnisse und eine konsequente Evaluation können helfen, die Mittel kĂŒnftig stĂ€rker zu bĂŒndeln und kulturelle Substanz zu sichern.
đšïž Kommentar der Redaktion Kulturförderung ist kein Selbstzweck, sondern eine Verpflichtung zur Bewahrung und StĂ€rkung gewachsener Substanz. Gut gemeinte Streuung darf nicht zur Symbolpolitik verkommen; öffentliche Mittel sind sparsam und wirksam einzusetzen. Entscheidend sind klare Kriterien, belastbare Kennzahlen und die Bereitschaft, Projekte ohne Perspektive konsequent aus der Förderung zu nehmen. Vorrang sollten Vorhaben mit nachweisbarer Eigenleistung, regionaler Verankerung und internationaler Ausstrahlung genieĂen. Weniger Programme, dafĂŒr mehr Tiefe und Disziplin â so bleibt Kultur in der Lausitz im Strukturwandel tragfĂ€hig.


