🧭 Pilotprojekt für kombinierte Mobilität
🏖️ In den Kaiserbädern Ahlbeck, Heringsdorf und Bansin soll die UsedomCard ab Frühjahr 2026 neben den Bussen erstmals auch ausgewählte Schiffslinien abdecken. Das Vorhaben ist als Pilotprojekt angelegt und zielt auf eine verlässlichere, autofreundlichere Mobilität sowie eine bessere, teils grenzüberschreitende Anbindung, insbesondere in Richtung Swinemünde. Gäste und Einheimische könnten damit mit einem Ausweis flexibler an Land und auf dem Wasser unterwegs sein.
🧾 Ausgangslage der Kurkarte
🚌 Die UsedomCard gilt in den Kaiserbädern bereits als Fahrausweis für das Regionalbusnetz der Usedomer Bäderbahn. Seit dem 1. April 2023 ist sie als Ticket für das gesamte Busstreckennetz auf der Insel und im Stadtgebiet Wolgast anerkannt, mit der Ausnahme der Linie 271 zwischen Wolgast und Greifswald. Die Karte wird mit Zahlung der Kurabgabe ausgegeben und soll den touristischen Verkehr bündeln und entlasten.
🚢 Was konkret erweitert wird
⚓ Kern des angekündigten Schritts ist die Einbindung des Seebrücken- und Shuttle-Verkehrs auf dem Wasser. Mehrere Seebrücken, Hafenstandorte und Ausflugsziele, die bislang überwiegend separat bepreist werden, sollen dadurch mit einem Fahrausweis erreichbar werden. Geplant ist, dass Passagiere künftig zwischen den Kaiserbädern und – in Teilen – über die Grenze nach Swinemünde pendeln können, ohne zusätzliche Tickets zu kaufen.
🎯 Ziele und Nutzen
🗺️ Aus kommunaler Sicht stehen Verkehrsentlastung, mehr Verlässlichkeit in der Saison und die Stärkung des grenzüberschreitenden Angebots im Vordergrund. Die Integration des Schiffsverkehrs erhöht die Wahlfreiheit bei Alltagswegen und Ausflügen und kann Wege über Straße und Parkraum reduzieren.
💶 Finanzierung und Rahmenbedingungen
🛡️ Wie bereits bei der Busnutzung soll die Finanzierung über Mittel der Kurabgabe sowie über kommunale Vereinbarungen mit den Verkehrsunternehmen abgesichert werden. Öffentliche Entscheidungen zu Kosten, Kapazitäten und Missbrauchsschutz stehen allerdings noch aus; vorgesehen sind Regelungen zu Kontrollen und zur Personalisierung der Karte.
🗓️ Zeitplan und Evaluation
📅 Konkrete Taktungen, Streckenabschnitte und Partner sollen bis zum Start im Frühjahr 2026 benannt werden. Das Projekt ist ausdrücklich als Erprobung konzipiert und wird nach der Einführung evaluiert, um Qualität, Auslastung und Wirtschaftlichkeit zu bewerten.
⚖️ Chancen und Risiken
🌊 Die Ausweitung ist touristisch attraktiv und praktisch für Alltagswege; zugleich erfordert sie belastbare Auslastungs- und Kostenkennzahlen. Ein überzeugender Kontrollrahmen ist notwendig, ebenso ein realistischer Blick auf saisonale Nachfrage und wetterbedingte Ausfälle.
🧩 Fazit
✅ Der Schritt hin zu einer Kurkarte für Bus und Schiff ist folgerichtig und kann als Vorbild für weitere Ostseebäder dienen. Gelingt die Umsetzung, profitieren Verkehr, Gäste und Einheimische gleichermaßen. Scheitert das Vorhaben an Kostenexplosionen oder geringer Nutzung, sollte zügig nachgesteuert und notfalls zu getrennten Tarifen zurückgekehrt werden. Entscheidend sind solide Planung, transparente Finanzierung und nüchterne Evaluation.
🗨️ Kommentar der Redaktion
🧱 Dieses Pilotprojekt ist nur dann vertretbar, wenn Kosten, Nutzen und Kontrollen von Beginn an klar definiert und regelmäßig offengelegt werden. Ohne harte Kennzahlen darf es keinen Übergang in den Dauerbetrieb geben. Die Finanzierung über Kurabgabe verlangt strikte Disziplin: klare Deckel, transparente Abrechnungen, konsequente Prüfungen. Grenzüberschreitende Verbindungen sind wünschenswert, aber nicht um jeden Preis. Falls Auslastung und Wirtschaftlichkeit ausbleiben, ist die Rückkehr zu getrennten Tarifen die einzig konsequente Lösung.


