Glasfaser für Bertsdorf-Hörnitz: Wer jetzt einen kostenlosen Hausanschluss bekommen kann

Bertsdorf-Hörnitz. Für zahlreiche Eigentümer im Landkreis Görlitz beginnt eine neue Phase des Glasfaserausbaus. Auch Bertsdorf-Hörnitz gehört zum aktuellen geförderten Ausbaugebiet. Wer an einer förderfähigen Adresse wohnt, kann einen Glasfaser-Hausanschluss kostenlos erhalten – allerdings nur unter bestimmten Voraussetzungen und innerhalb der Förderphase.

Die Gemeinde Bertsdorf-Hörnitz hat bereits am 25. März 2026 auf die Möglichkeit aufmerksam gemacht. Grundlage ist ein groß angelegtes Förderprojekt des Bundes und des Freistaates Sachsen, das im Landkreis Görlitz rund 22.600 beziehungsweise nach Angaben des Projektträgers genau 22.644 förderfähige Adressen betrifft.

Entscheidend ist dabei: Nicht automatisch jedes Haus in Bertsdorf-Hörnitz erhält den kostenlosen Anschluss.

Gefördert werden aktuell sogenannte graue Flecken. Das sind Adressen, an denen derzeit weniger als 100 Mbit pro Sekunde im Download verfügbar sind.

Bertsdorf-Hörnitz ist Teil des großen Ausbaugebiets

Der Landkreis Görlitz hat seinen geförderten Breitbandausbau in mehrere Lose gegliedert.

Bertsdorf-Hörnitz gehört gemeinsam mit Großschönau, Hainewalde, Jonsdorf, Leutersdorf, Mittelherwigsdorf, Olbersdorf, Oybin, Seifhennersdorf und Zittau zum Ausbaugebiet Cluster 12, Los 1.

Damit wird der Glasfaserausbau im südlichen Landkreis nicht isoliert für einzelne Orte geplant, sondern als größeres zusammenhängendes Projekt.

Der Landkreis verfolgt dabei ein klares Ziel: In allen 53 Kommunen sollen gigabitfähige Netze entstehen. Beim aktuellen Programm wird Glasfaser bis in die Gebäude verlegt, also FTTB – Fiber to the Building.

Wer bekommt den kostenlosen Anschluss?

Kostenlos ist der Hausanschluss für Eigentümer förderfähiger Adressen.

Die wichtigste Voraussetzung lautet:

Die aktuelle Internetversorgung der Adresse liegt unter 100 Mbit/s im Download.

Solche Gebiete gelten im Förderprogramm als graue Flecken. Eigentümer entsprechender Immobilien können während des Förderzeitraums einen Glasfaseranschluss bis ins Gebäude beauftragen, ohne die üblichen Baukosten für diesen Hausanschluss selbst tragen zu müssen.

Entscheidend ist jedoch die rechtzeitige Beauftragung durch den Eigentümer.

Wer innerhalb der Förderphase keinen Anschluss bestellt, riskiert nach Angaben der Gemeinde, dass ein späterer Anschluss erhebliche zusätzliche Kosten verursachen kann.

Nicht jede langsame Leitung ist automatisch förderfähig

Das Fördermodell kann für Eigentümer zunächst verwirrend wirken.

Der Landkreis unterscheidet mehrere Versorgungskategorien:

geförderte weiße Flecken mit weniger als 30 Mbit/s,

geförderte graue Flecken mit weniger als 100 Mbit/s,

nicht förderfähige Gebiete mit mehr als 100 Mbit/s,

sowie eigenwirtschaftliche Ausbaugebiete von Telekommunikationsunternehmen.

Besonders wichtig: Entscheidend ist nach den veröffentlichten Informationen nicht die verwendete Technik, sondern die verfügbare Bandbreite.

Eine Adresse kann also weiterhin über Kupfertechnologie wie VDSL versorgt werden. Liegen dort jedoch bereits mehr als 100 Mbit/s an, gilt die Adresse im aktuellen Förderprogramm nicht mehr als unterversorgt.

Das führt dazu, dass in einer Straße teilweise unterschiedliche Bedingungen gelten können.

Ein Haus kann förderfähig sein, während das Nachbargebäude möglicherweise nicht in das Programm fällt.

Rund 22.600 Adressen wurden angeschrieben

Für den gesamten Landkreis Görlitz wurde ein Informationsschreiben an rund 22.600 Adressen vorbereitet. Die GlasfaserPlus GmbH übernimmt dabei den Versand an die betroffenen Haushalte und Unternehmen.

Wer ein solches Schreiben erhält, sollte es nicht ignorieren.

Die betroffenen Eigentümer haben die Möglichkeit, den kostenlosen Hausanschluss innerhalb des geförderten Projekts zu beauftragen.

Der Landkreis und GlasfaserPlus hatten den Zuwendungsvertrag für das Ausbauprojekt am 10. November 2025 unterzeichnet. Noch im selben Jahr sollten die ersten Arbeiten beginnen.

Kostenloser Anschluss bedeutet nicht automatisch kostenlosen Internettarif

Hier liegt ein wichtiger Unterschied, den Eigentümer kennen sollten:

Der kostenlose Hausanschluss ist nicht dasselbe wie ein kostenloser Internetvertrag.

Die GlasfaserPlus erklärt für Fördergebiete, dass Eigentümer den kostenlosen Hausanschluss auch ohne gleichzeitigen Abschluss eines Internetprodukts bestellen können. Dafür steht bei förderfähigen Adressen eine entsprechende Option zur Verfügung.

Erst wenn der Anschluss später tatsächlich für Internet, Telefon oder andere Dienste genutzt werden soll, ist ein Vertrag mit einem verfügbaren Anbieter notwendig.

Nach Angaben der GlasfaserPlus besteht dabei grundsätzlich freie Anbieterwahl unter den Unternehmen, die an der betreffenden Adresse das Netz der GlasfaserPlus nutzen.

Was müssen Hauseigentümer tun?

Eigentümer sollten zunächst prüfen, ob ihre konkrete Adresse zum geförderten Ausbaugebiet gehört.

Die Gemeinde Bertsdorf-Hörnitz verweist auf die Bestellmöglichkeiten über die GlasfaserPlus beziehungsweise über den entsprechenden Verfügbarkeitscheck.

Ist die Adresse förderfähig, kann der Hausanschluss beauftragt werden.

Die GlasfaserPlus beschreibt den Ablauf so:

Zunächst wird die Adresse geprüft.

Danach erscheint bei förderfähigen Adressen die Bestellmöglichkeit für den Glasfaseranschluss.

Anschließend kann der Hausanschluss ohne Tarif ausgewählt und beauftragt werden.

Wichtig ist insbesondere bei Mietshäusern: Für die bauliche Anbindung eines Gebäudes ist die Zustimmung beziehungsweise Mitwirkung der Eigentümerseite erforderlich.

Warum der Anschluss auch ohne sofortigen Tarif interessant sein kann

Für Eigentümer kann ein kostenloser Hausanschluss unabhängig davon interessant sein, ob sie sofort einen Glasfasertarif benötigen.

Denn der teuerste Teil einer nachträglichen Erschließung kann der Tiefbau bis zum Gebäude sein.

Wird das Grundstück im Rahmen eines geförderten Projekts erschlossen, kann es wirtschaftlich sinnvoll sein, die Gelegenheit zu nutzen und die Infrastruktur bis ins Gebäude legen zu lassen.

Der eigentliche Tarif kann später separat entschieden werden.

Außerdem kann eine vorhandene Glasfaseranbindung für vermietete Immobilien und beim späteren Verkauf einer Immobilie an Bedeutung gewinnen.

Glasfaser soll bis direkt ins Haus führen

Das aktuelle Projekt setzt auf FTTB beziehungsweise Glasfaser bis ins Gebäude. Der Landkreis Görlitz beschreibt dies ausdrücklich als Ziel des Ausbauprogramms in allen 53 Kommunen.

Damit unterscheidet sich die Technik von älteren Modellen, bei denen Glasfaser lediglich bis zu einem Verteilerkasten geführt wurde und das letzte Stück zum Gebäude weiterhin über Kupferleitungen lief.

Gerade für ländliche Regionen ist der direkte Glasfaseranschluss wichtig.

Lange Kupferleitungen können bei steigender Entfernung zum Verteiler an Leistung verlieren. Glasfaser ist dagegen auf sehr hohe Bandbreiten und stabile Verbindungen ausgelegt.

Schnelles Internet wird für ländliche Orte wichtiger

Für Gemeinden wie Bertsdorf-Hörnitz ist leistungsfähiges Internet längst nicht mehr nur eine Komfortfrage.

Homeoffice, digitale Verwaltung, Streaming, Videokonferenzen, moderne Unternehmensanwendungen und digitale Bildungsangebote benötigen stabile Verbindungen.

Auch der Landkreis betont, dass Glasfaser insbesondere für Homeoffice, digitale Bildung, Telemedizin und moderne Unternehmensanwendungen an Bedeutung gewinnt.

Für kleinere Orte kann der Ausbau zudem ein Standortfaktor sein.

Wer im ländlichen Raum lebt, aber digital arbeitet, ist nicht mehr zwingend auf einen Arbeitsplatz in einer Großstadt angewiesen.

Voraussetzung ist allerdings eine zuverlässige Internetverbindung.

Warum Eigentümer jetzt genau hinschauen sollten

Die wichtigste Botschaft für Hauseigentümer in Bertsdorf-Hörnitz lautet deshalb:

Nicht pauschal jeder bekommt einen kostenlosen Anschluss – aber wer an einer förderfähigen Adresse wohnt, sollte die Gelegenheit sorgfältig prüfen.

Die Gemeinde weist ausdrücklich darauf hin, dass die rechtzeitige Beauftragung wichtig ist. Ein späterer Anschluss außerhalb der Förderphase kann zusätzliche Kosten verursachen.

Deshalb sollte niemand allein davon ausgehen, dass ein Anschluss irgendwann automatisch hergestellt wird.

Eigentümer müssen selbst prüfen, ob ihre Adresse förderfähig ist und ob eine Bestellung notwendig ist.

Was passiert in den Nachbarorten?

Bertsdorf-Hörnitz ist mit dem Thema nicht allein.

Zum selben Ausbaugebiet gehören unter anderem:

Großschönau,

Hainewalde,

Jonsdorf,

Leutersdorf,

Mittelherwigsdorf,

Olbersdorf,

Oybin,

Seifhennersdorf

und Zittau.

Damit ist der Glasfaserausbau ein Thema für nahezu den gesamten südlichen Teil des früheren Landkreises Zittau.

Für die Zittauer Zeitung lohnt sich deshalb künftig ein genauer Blick auf die einzelnen Orte:

Wo haben die Bauarbeiten bereits begonnen?

Welche Straßen sind betroffen?

Wo gibt es Informationsveranstaltungen?

Und wie viele Eigentümer nutzen die Möglichkeit des kostenlosen Anschlusses tatsächlich?

Fazit

Der geförderte Glasfaserausbau erreicht auch Bertsdorf-Hörnitz.

Förderfähige Eigentümer mit einer derzeitigen Versorgung von weniger als 100 Mbit/s im Download können innerhalb des Förderzeitraums einen kostenlosen Glasfaser-Hausanschluss erhalten.

Das Angebot gilt jedoch nicht automatisch für jede Adresse.

Entscheidend sind die tatsächliche Versorgungssituation und die Förderfähigkeit der Immobilie.

Eigentümer sollten deshalb ihren individuellen Status prüfen und eine mögliche Frist nicht verstreichen lassen.

Denn wer heute noch mit einer langsamen Verbindung kämpft, könnte durch den geförderten Ausbau erstmals einen direkten Glasfaseranschluss bis ins Gebäude erhalten.

Kommentar: Diese Chance sollte kein Eigentümer ungeprüft verstreichen lassen

Beim Glasfaserausbau gab es in Deutschland über Jahre viele Ankündigungen, verschiedene Förderprogramme und immer neue Ausbaukarten.

Für Eigentümer ist deshalb verständlich, dass manche Mitteilung inzwischen eher mit Skepsis gelesen wird.

Doch hier sollte genau hingeschaut werden.

Wenn eine Immobilie tatsächlich förderfähig ist und ein Hausanschluss während der Förderphase ohne Anschlusskosten hergestellt werden kann, sollte man diese Möglichkeit zumindest ernsthaft prüfen.

Niemand muss deshalb sofort einen teuren Internettarif buchen.

Aber eine moderne Leitung bis ins Gebäude kann langfristig wertvoll sein.

Die wichtigste Aufgabe der Gemeinden ist deshalb jetzt nicht nur, den Ausbau anzukündigen. Sie müssen verständlich erklären, welche konkreten Straßen und Gebäude betroffen sind, wann gebaut wird und bis wann Eigentümer handeln müssen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Aktuelle Nachrichten

Folg uns

Folg uns auf Social Media

Verpasse keine News und Updates – folge uns jetzt!

Täglich aktuelle Nachrichten aus Zittau, der Oberlausitz und ganz Deutschland

Zittauer Zeitung | Echt. Lokal. Digital.