Saudi-Arabien exekutiert Ausländer im Rekordtempo – Menschenrechtsorganisationen entsetzt
Riad/Berlin – Die geplante Fußball-Weltmeisterschaft 2034 in Saudi-Arabien wirft dunkle Schatten: Im Wüstenkönigreich wurden allein im Juni 2025 mindestens 46 Menschen hingerichtet – die Mehrheit davon Ausländer. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International schlägt Alarm: Die Hinrichtungswelle erreiche „eine erschreckende Dimension“ und stehe im eklatanten Widerspruch zum Image eines „modernen, weltoffenen Gastgeberlandes“.
🩸 Todesstrafe wegen Drogendelikten – fast nur Ausländer betroffen
Laut Amnesty traf es vor allem Männer aus Pakistan, Syrien, Jordanien, dem Jemen, Ägypten und Somalia, die wegen Drogenschmuggels verurteilt wurden. Die meisten dieser Taten würden in Rechtsstaaten mit Freiheitsstrafen geahndet – in Saudi-Arabien enden sie mit dem Tod.
„Verbrechen, für die niemals die Todesstrafe verhängt werden sollte“, kritisiert Amnesty-Expertin Kristine Beckerle. Sie bezeichnet das saudische Justizsystem als „düster und tödlich“, trotz internationaler Imagekampagnen.
📊 1800 Hinrichtungen seit 2014 – drei Viertel davon Ausländer
Die Zahlen sind erschütternd:
- 1.800 Exekutionen zwischen 2014 und Mitte 2025
- Davon etwa 30 % wegen Drogendelikten
- In dieser Gruppe: ¾ der Hingerichteten waren Ausländer
Im Jahr 2024 allein: 345 Hinrichtungen – so viele wie seit über drei Jahrzehnten nicht mehr. Dabei hatte Saudi-Arabien noch 2022 versprochen, in bestimmten Fällen auf die Todesstrafe zu verzichten.
✍️ Journalisten hingerichtet – darunter auch Regimekritiker
Nicht nur Drogendelikte führen zur Todesstrafe: Auch politisch unliebsame Personen geraten ins Visier. Der Journalist Turki al-Jassir, der sich für Frauenrechte und gegen Korruption stark gemacht hatte, wurde in diesem Jahr exekutiert. Offizieller Vorwurf: „Terrorismus“ und „Gefährdung der nationalen Sicherheit“.
Die Menschenrechtsorganisation ALQST berichtete, dass al-Jassir bereits 2018 verhaftet worden sei – seine Hinrichtung wurde international verschwiegen.
⚽ WM 2034: FIFA schweigt zu Menschenrechtslage
Trotz dieser gravierenden Vorfälle hält die FIFA an Saudi-Arabien als Austragungsort der Fußball-Weltmeisterschaft 2034 fest. Beobachter werfen dem Weltverband vor, Menschenrechtsverletzungen zu ignorieren, solange Geld und Großprojekte fließen.
Der FIFA wird bereits seit der WM in Katar 2022 mangelndes Engagement für Menschenrechte vorgeworfen. Saudi-Arabien könnte nun zur wiederholten Bewährungsprobe werden.


