Schweizer Grenzstadt reagiert auf Belästigungen und Übergriffe – Maßnahme mit Signalwirkung
Pruntrut (Kanton Jura, Schweiz) – In der kleinen Grenzstadt Pruntrut sorgt eine drastische Maßnahme für internationales Aufsehen: Das örtliche Freibad ist seit dem 5. Juli nur noch für Schweizer Staatsbürger, Anwohner oder in der Region Arbeitende zugänglich. Ausländische Touristen erhalten nur noch mit Nachweis einer Hotel- oder Campingplatzbuchung Zutritt. Hintergrund sind massive Vorfälle mit französischen Jugendlichen, vor allem mit Migrationshintergrund.
🚨 Hintergrund: Belästigungen und Gewalt
Laut der Schweizer Zeitung „20 Minuten“ kam es seit Mitte Juni vermehrt zu Belästigungen von Mädchen, Pöbeleien und Übergriffen auf das Sicherheitspersonal. Viele der auffällig gewordenen Personen stammen demnach aus französischen Vororten unweit der Grenze – insbesondere aus sozialen Brennpunkten.
Der Zugang zum Bad war bislang offen – auch für Gäste aus dem nahegelegenen Frankreich. Das Freibad in Pruntrut geriet daher zunehmend an seine Kapazitätsgrenzen. Die Anlage ist für 900 Gäste konzipiert, teilweise kamen jedoch deutlich mehr Besucher aus dem Ausland.
🛂 Neue Zugangskontrolle: Nur noch mit Schweizer Pass oder Arbeitsvertrag
Die Maßnahme: Nur noch Schweizer Staatsangehörige, Anwohner oder Arbeitnehmer mit gültigem Arbeitsvertrag erhalten regulären Zugang. Touristen aus Frankreich oder anderen Ländern müssen eine Zugangskarte mit Buchungsnachweis vorweisen.
Ein Sicherheitsdienst kontrolliert systematisch die Dokumente – ein Verfahren, das schon zuvor zur Anwendung kam, da unterschiedliche Eintrittspreise galten.
🎯 Erste Bilanz: „Mehr Ruhe, mehr Abos“
Lionel Maître, politischer Verantwortlicher für den Freizeitbereich in Pruntrut, zieht eine positive Bilanz. Gegenüber der BILD sagte er:
„Es verlief sehr gut. Die Bürgerinnen und Bürger haben ‚ihre‘ Badeanstalt mit der damit verbundenen Ruhe wiedergefunden.“
Seit Einführung der Regelung seien keine weiteren Zwischenfälle gemeldet worden. Im Gegenteil: Die Zahl der verkauften Dauerkarten stieg, was Maître als Zeichen für das gewonnene Sicherheitsgefühl wertet.
🗣️ Stimmen der Besucher: Zustimmung und Kritik
Der Stammgast Frédéric (41) begrüßt die neue Ordnung: „Es ist ruhiger so.“ Er berichtet von früheren Konflikten mit Jugendlichen, die Hygieneregeln ignorierten und bei Hinweisen aggressiv reagierten.
Anders sieht es Lattmann (59): „Die Regeln sind rassistisch“, sagt er zu „20 Minuten“. „Es ist unfair, alle zu bestrafen wegen einer kleinen Minderheit.“ Auch er bestätigt allerdings die Herkunft vieler Problemverursacher aus französisch-nordafrikanischem Milieu – mit dem Hinweis, dass „nicht alle Franzosen so sind“.
🇫🇷 Reaktion aus Frankreich?
Die französische Botschaft in Bern prüft laut „Blick“ derzeit, ob und wie man auf die Maßnahme diplomatisch reagieren wird. Noch liegt keine offizielle Stellungnahme aus Paris vor.
📊 Hintergründe: Überfüllung und Kapazitätsproblem
Triggende Faktoren für die Maßnahme waren auch Schließungen vieler französischer Schwimmbäder aufgrund von Vandalismus und Gewalt. Pruntrut wurde damit überlaufen – teils mit hunderten Besuchern täglich, weit über der erlaubten Kapazität.
Vor der Regelung gab es seit Saisonbeginn bereits 23 Badeverbote – seit der Maßnahme: 0.
🔮 Wie geht es weiter?
Maître kündigt an, dass man für die nächste Saison „neue Lösungen prüfen“ werde – aber auch offen sei, die aktuelle Maßnahme zu wiederholen. Sollte sich die Lage erneut verschärfen, werde man nicht zögern, ähnliche Schritte zu ergreifen.


