Oderwitz. Mit der Zerspanungstechnik Pötzsch verliert die Oberlausitz einen traditionsreichen Familienbetrieb. Das Amtsgericht Dresden hat das Insolvenzeröffnungsverfahren eingeleitet – ein Neuanfang wird es nicht geben. Damit ist auch das Gewerbegebiet Ziegeleistraße in Oderwitz vorerst Geschichte.
💥 Wirtschaftskrise und Billigkonkurrenz als Todesstoß
Seit Jahrzehnten war die Firma ein gefragter Spezialist in der Metall- und Zerspanungsbranche. Doch steigende Energiekosten, die schwache Konjunktur in Deutschland und die gnadenlose Billigkonkurrenz aus Asien haben dem Unternehmen den Boden entzogen.
Besonders tragisch: Der Betrieb sollte eigentlich in die Hände der nächsten Generation übergehen. Roman Pötzsch, Sohn des Inhabers, stand bereit, das Lebenswerk seines Vaters fortzuführen – doch dazu kommt es nicht mehr.
🏭 Familiengeschichte seit 1933
Die Firma blickt auf eine fast 100-jährige Geschichte zurück. Seit 1933 war das Grundstück an der Ziegeleistraße in Familienbesitz. 2007 hatte Romeo Pötzsch den Betrieb von seinem Schwiegervater Werner Krowiorsch übernommen.
Jetzt ist Schluss. Pötzsch selbst will sich zum Niedergang nicht äußern – zu groß ist die Enttäuschung über das abrupte Ende seines Berufslebens.
📉 Signal für die Region
Die Insolvenz ist nicht nur eine persönliche Tragödie, sondern auch ein Menetekel für die deutsche Industrie:
- Mittelständische Betriebe, das Rückgrat der Wirtschaft, geraten zunehmend unter Druck.
- Überbordende Bürokratie, hohe Steuerlast und Energiekosten fressen die Substanz.
- Internationale Wettbewerber bieten Billigpreise, mit denen deutsche Firmen kaum mithalten können.
Das Beispiel Oderwitz zeigt: Die Deindustrialisierung trifft längst nicht nur Konzerne, sondern auch traditionsreiche Mittelständler auf dem Land.
🗣️ Kommentar der Redaktion
👉 Ein Schlag ins Herz der Oberlausitz.
Während Politik und Großkonzerne Milliardenpakete verteilen, bleiben kleine und mittelständische Betriebe wie die Zerspanungstechnik Pötzsch auf der Strecke. Hier zeigt sich das ganze Versagen der Wirtschafts- und Standortpolitik: Statt Zukunftsperspektiven gibt es Insolvenzen.
Deutschland droht, seine industrielle Basis Schritt für Schritt zu verlieren. Und mit ihr auch das, was unsere Regionen stark gemacht hat: Familienbetriebe mit Tradition, Verantwortung und Bodenhaftung.


