📰 Überblick Ikea verschlankt seinen Kundenservice in Deutschland und schließt das Customer Support Center in Rostock. Von der Maßnahme sind 279 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter betroffen. Die Einstellung des Betriebs ist bis Ende August 2026 vorgesehen, Kündigungen sollen zum 30. September 2026 erfolgen. Das Einrichtungshaus in Rostock bleibt davon unberührt. Gespräche zwischen Geschäftsleitung und Betriebsrat über einen Sozialplan haben begonnen.
🗓️ Zeitplan und Ablauf Das Customer Support Center soll bis Ende August 2026 schrittweise auslaufen. Parallel dazu werden die Modalitäten eines Sozialplans verhandelt. Für die Beschäftigten ist die Beendigung der Arbeitsverhältnisse zum 30. September 2026 angekündigt.
🏢 Hintergrund und Begründung Der Schritt wird mit langfristigen, strukturellen Erwägungen begründet. Zum einen läuft der Mietvertrag 2026 aus, zum anderen stünden umfangreiche Modernisierungsinvestitionen an. Ikea verweist darauf, die Entscheidung diene der langfristigen Stärke des Deutschland-Geschäfts in einem sich wandelnden Einzelhandel.
💻 Digitalisierung im Kundenservice Das Rostocker Callcenter ist eines von drei bundesweiten Kundenservice-Standorten des Unternehmens. Im Zuge der allgemeinen Digitalisierung verlagern Händler vermehrt Serviceprozesse auf Self‑Service‑Kanäle, was klassische Callcenter-Strukturen unter Druck setzt.
🗣️ Reaktionen von Betriebsrat und Verdi Nach Angaben der Gewerkschaft Verdi wurden die Beschäftigten am Mittwoch über die Schließungspläne informiert. Der Betriebsrat will eine faire und planbare Lösung für die Belegschaft erreichen. Verdi kritisiert die Kommunikation des Unternehmens als unzureichend und spricht von einem Schlag ins Gesicht der Kolleginnen und Kollegen.
🤝 Sozialplan und Optionen Bis zum Auslauf des Betriebs sollen die Bedingungen eines Sozialplans ausgehandelt werden. Zur Diskussion stehen unter anderem Versetzungen innerhalb des Konzerns oder Abfindungen. Ziel ist eine verlässliche, geregelte Perspektive für die Betroffenen.
📍 Standort und Präsenz Das Ikea-Einrichtungshaus in Rostock bleibt weiterhin geöffnet und Teil der regionalen Präsenz. Die Schließung betrifft ausschließlich den Kundenservice-Standort.
📌 Eckdaten Die wichtigsten Punkte im Überblick:
- 279 Beschäftigte betroffen
- Schrittweises Auslaufen des CSC bis Ende August 2026
- Kündigungen zum 30. September 2026
- Einrichtungshaus in Rostock bleibt geöffnet
- Verhandlungen über einen Sozialplan laufen
🔎 Einordnung Die Schließung des Rostocker Callcenters ist ein deutliches Signal: Ikea richtet seine Strukturen auf Effizienz und verändertes Kundenverhalten aus. Für die Belegschaft sind nun transparente Kommunikation, zügige Verhandlungen und ein tragfähiges Paket aus Qualifizierung, internen Wechselmöglichkeiten und fairen Ausgleichszahlungen entscheidend. Betriebswirtschaftliche Notwendigkeiten entbinden weder Unternehmen noch Politik von Verantwortung gegenüber Beschäftigten und Standort. Der Vorgang zeigt, wie wichtig es ist, Transformationsentscheidungen früh, offen und sozial ausgewogen zu gestalten.
🗨️ Kommentar der Redaktion Strukturanpassungen sind in einem sich wandelnden Einzelhandel legitim, sie müssen jedoch mit Disziplin, Klarheit und Respekt umgesetzt werden. Wer 279 Menschen betrifft, darf sich keine kommunikative Schwäche leisten; hier ist Führung gefordert. Ein belastbarer Sozialplan mit realen Versetzungsmöglichkeiten und fairen Ausgleichszahlungen ist jetzt Pflicht, nicht Kür. Auch die Politik muss den Rahmen für verlässliche Transformation setzen, statt sie nur zu kommentieren. Effizienz ohne soziale Verlässlichkeit ist kurzsichtig und untergräbt Vertrauen.
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