đ° Ăberblick Der Freistaat Sachsen hat 2025 rund 213 Millionen Euro in den öffentlichen Nahverkehr sowie in FuĂ- und Radwege investiert. Nach Angaben des Landesamts LASuV wurden knapp 125 Projekte in allen 13 Landkreisen und kreisfreien StĂ€dten gefördert. Ziel ist es, Sicherheit und umweltfreundliche MobilitĂ€t zu stĂ€rken. Die Schwerpunktsetzung fĂ€llt deutlich zugunsten des ĂPNV aus.
đ¶ Haushaltslage und MaĂstab Die Investitionen erfolgen in Zeiten angespannter Haushalte und wachsender Erwartungen an klimavertrĂ€gliche MobilitĂ€t. Wer erhebliche Steuermittel verteilt, muss Wirkung und PrioritĂ€ten belegen: VerlĂ€sslichkeit im Betrieb, Barrierefreiheit, solide Instandhaltung und ein Nutzen fĂŒr Stadt und Land sind der MaĂstab. Ein konservativer Blick verlangt Kostenwahrheit ĂŒber den gesamten Lebenszyklus â jenseits wohlklingender AnkĂŒndigungen.
đ ĂPNV-Modernisierung 185,8 Millionen Euro flossen in die Modernisierung des Nahverkehrs. Beschafft wurden 85 neue EâBusse, mit Schwerpunkten im Erzgebirgskreis (19) und im Landkreis Bautzen (16). ZusĂ€tzlich wurden 13 Projekte fĂŒr Ladeinfrastruktur gefördert.
đ Barrierefreiheit und Schienenenergie Mehr als 20 Bushaltestellen wurden barrierefrei umgebaut, besonders in MeiĂen (8) und Bautzen (7). Gefördert wurden zudem Erneuerungen an BahnâStromleitungen und Umspannwerken.
đŽ Radverkehr FĂŒr den Rad- und FuĂverkehr standen 27,3 Millionen Euro bereit. Gefördert wurden drei neue Geh- und RadwegbrĂŒcken â in Leipzig und Taucha ĂŒber die Parthe sowie in Lunzenau. Insgesamt wurden zehn Radwegvorhaben angeschoben, darunter der Neubau GroĂschönauâJonsdorf. ErgĂ€nzend wurde eine Radverkehrskonzeption fĂŒr Sebnitz gefördert.
đ¶ FuĂverkehr Der FuĂverkehr profitierte am wenigsten. Neben den BrĂŒcken wurden lediglich drei Gehwegprojekte berĂŒcksichtigt:
- B6 in Hochkirch
- Erneuerungen an der B196 in Dittersbach und Frankenberg
- Erneuerungen an der S185 in RechenbergâBienenmĂŒhle
đ Regionale Verteilung Bei der Zahl der ZuschlĂ€ge lagen Leipzig (24) und der Landkreis Bautzen (18) vorn. Chemnitz kam auf vier Projekte.
âïž Einordnung Die Bilanz zeigt Entschlossenheit beim Ausbau des ĂPNV â zugleich aber eine Schieflage: Der kostengĂŒnstige, sichere FuĂverkehr bleibt Randthema. FĂŒr nachhaltige Wirkung entscheiden nicht AnkĂŒndigungen, sondern messbare Verbesserungen im Angebot, robuste Technik und tragfĂ€hige Folgekosten.
đ Ausblick und PrioritĂ€ten KĂŒnftig sollte der Freistaat Mittel strenger nach Nutzen, ErhaltungsfĂ€higkeit und Wirkung im Alltag priorisieren â gleichermaĂen in urbanen RĂ€umen wie im lĂ€ndlichen Raum.
đšïž Kommentar der Redaktion Wer viel Geld ausgibt, muss Ergebnisse liefern. 213 Millionen Euro sind nur dann gerechtfertigt, wenn Betrieb und Angebot spĂŒrbar stabiler werden, die Technik robust ist und der Unterhalt finanzierbar bleibt. Der starke Fokus auf EâBusse ist vertretbar, doch der schwach berĂŒcksichtigte FuĂverkehr ist ein Fehler: sichere Gehwege sind die gĂŒnstigste und sozial breiteste MobilitĂ€t. Prestigeprojekte taugen nichts, wenn Haltestellen und Netze nicht verlĂ€sslich funktionieren. Der Freistaat sollte Mittel strikt nach messbarem Nutzen und Lebenszykluskosten vergeben â ohne politischen Zierrat. Weniger AnkĂŒndigung, mehr belastbare Leistung im Alltag.
Quelle: Externe Quelle


