🕯️ Würdiges Erinnern gefordert Wenige Stunden vor den offiziellen Gedenkveranstaltungen zum 13. Februar in Dresden rufen sächsische Landespolitiker zu einem historisch fundierten, würdigen Erinnern auf. Sie warnen vor Verkürzungen der Geschichte und vor der Instrumentalisierung des Gedenkens und betonen, dass alle Opfer von Krieg und nationalsozialistischer Gewaltherrschaft einbezogen werden müssen.
🗓️ Historischer Hintergrund Dresden begeht am Freitag, 13. Februar 2026, den 81. Jahrestag der Luftangriffe von 1945. Britische und US-amerikanische Bomber zerstörten weite Teile der Stadt; nach Untersuchungen einer Historikerkommission starben bis zu 25.000 Menschen. Die Bewertung der Angriffe ist unter Völkerrechtlern und Historikern umstritten, bleibt jedoch im Kontext des von Deutschland begonnenen Krieges zu betrachten. Rechtsextremisten versuchen das Geschehen bis heute für eine Relativierung deutscher Schuld zu vereinnahmen.
🏛️ Appelle der Staatsregierung Sozialministerin Petra Köpping (SPD) knüpft das Gedenken an die Verantwortung, Geschichte weder zu verkürzen noch zu instrumentalisieren, und ruft zu einer gelebten Demokratie der Menschenrechte auf. Sie mahnt zudem, NS-Verbrechen nicht zu relativieren und gegen menschenfeindliche Haltungen aufzustehen. Kulturministerin Barbara Klepsch (CDU) betont den Auftrag an kommende Generationen und verweist auf die symbolische Kraft der städtischen Menschenkette sowie der zahlreichen Veranstaltungen.
🗣️ Positionen aus dem Landtag Aus der Landtagsfraktion Bündnis Sahra Wagenknecht erinnert Abgeordneter Nico Rudolph daran, dass „was Hitler-Deutschland mit Coventry begonnen hat“ 1945 nach Dresden zurückgekehrt sei; die Bombardements hätten den qualvollen Tod von Zivilisten mindestens in Kauf genommen und seien daher völkerrechtlich problematisch. Zugleich fordert die Fraktion mehr Einsatz des Bundes für zivile Konfliktlösungen statt Aufrüstung.
🤝 Zeichen der Stadtgesellschaft Jahr für Jahr bilden Dresdnerinnen und Dresdner am Abend des 13. Februar eine Menschenkette als Zeichen für Versöhnung, Frieden und gegen den Missbrauch des Gedenkens. Das Ritual bündelt still die Trauer um die Toten, den Respekt vor der historischen Wahrheit und den Willen, Spaltung und Instrumentalisierung abzuwehren.
⚖️ Völkerrechtliche Einordnung im historischen Rahmen Die rechtliche und moralische Bewertung der Luftangriffe bleibt umstritten. Unbestritten ist jedoch, dass jede Einordnung im Kontext des von Deutschland begonnenen Krieges zu erfolgen hat und die Erinnerung weder Täter- noch Opferrollen verwischen darf.
🛡️ Leitplanken einer verantwortlichen Erinnerungskultur Ein konservativer, verantwortungsbewusster Umgang mit Geschichte verlangt Nüchternheit und Maß. Gedenken heißt, die Opfer zu würdigen, Täter- und Opferrollen nicht zu verwischen und demokratische Grundwerte gegen jede Form der Instrumentalisierung zu verteidigen. Dresden steht damit beispielhaft für eine Erinnerungskultur, die Leid anerkennt, geschichtliche Ursachen klar benennt und zugleich den Blick auf Gegenwart und Zukunft richtet – wehrhaft, würdig und ohne Pathos, aber mit Haltung.
🗨️ Kommentar der Redaktion Das Gedenken in Dresden braucht Disziplin, Würde und Zurückhaltung. Wer Leid politisch ausbeutet – zur Relativierung deutscher Schuld oder zur tagespolitischen Profilierung –, schwächt die Erinnerungskultur und verhöhnt die Opfer. Geschichtliche Ursachen sind klar zu benennen, ohne den qualvollen Tod der Zivilisten zu verharmlosen oder ideologisch zu überhöhen. Eine wehrhafte Demokratie ehrt die Toten, schützt die Wahrheit und weist Extremisten jeder Couleur zurück. Maß und Nüchternheit sind keine Schwäche, sondern die notwendige Stärke eines reifen Gemeinwesens.
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