đ° Jubiläum und Warnung Zum 25-jährigen Jubiläum ihrer Moderation im heute-journal warnt die 56-jährige Marietta Slomka vor einer Entwicklung der deutschen Medienlandschaft hin zu US-ähnlicher Polarisierung. Sie betont, dass auch der Ăśffentlich-rechtliche Rundfunk nicht unverletzlich sei: Wer Staatsverträge abschaffe oder an Verfassung und Grundgesetz rĂźttele, kĂśnne die Anstalten âzerschlagenâ. Ihre Mahnung zielt auf institutionelle Vorsicht und demokratische Wachsamkeit.
đ§Š Verfassungsrahmen des Rundfunks Der Ăśffentlich-rechtliche Rundfunk ist Teil der verfassungsrechtlich geschĂźtzten Rundfunkordnung. Er fuĂt auf staatsfernen Strukturen, GebĂźhrenfinanzierung und Länderstaatsverträgen, um politischer Einflussnahme vorzubeugen, Pluralität zu sichern und eine Grundversorgung mit verlässlichen Informationen zu gewährleisten. Gerade in Zeiten erhitzter Debatten Ăźber Medienvertrauen und GebĂźhrenhĂśhe kommt der Stabilität dieser Ordnung eine SchlĂźsselrolle zu.
đ Zäsur der Diskurskultur Slomka beschreibt die vergangenen Jahre als Zäsur. Der Begriff âalternative Faktenâ aus der ersten Amtszeit Donald Trumps steht sinnbildlich fĂźr den Versuch, Faktenbasis und Diskursregeln auszuhĂśhlen. Sie spricht von âautokratischen Ambitionenâ und warnt, Pressefreiheit werde zunehmend auch Ăźber finanzielle Hebel beschnitten. Als warnendes Beispiel nennt sie Entwicklungen in Ungarn.
đŁ Angriffsrhetorik und demokratische Antwort Die Diffamierung als âLĂźgenpresseâ ist nach ihrer Beobachtung längst kein Randphänomen mehr. Eine wehrhafte Demokratie brauche âgenĂźgend Demokratenâ, die Manipulationen erkennen, ihnen widersprechen und Institutionen schĂźtzen.
đĄď¸ Konservativer Appell statt Alarmismus Slomkas Hinweis ist kein Alarmismus, sondern ein konservativer Appell zur Selbstvergewisserung: Institutionen und Regeln sind nur so stark, wie Gesellschaft und Politik sie halten. Wer kurzfristiger Stimmung folgt, riskiert langfristige Schäden an der Medienfreiheit. Notwendig sind nĂźchterne Debatten, verlässliche Fakten und eine klare Trennlinie zwischen Kontrolle der Macht und politischer Instrumentalisierung der Medien. Nur so bleibt die deutsche Medienordnung widerstandsfähig â und die Ăffentlichkeit vor importierter Polarisierung geschĂźtzt.
đ¨ď¸ Kommentar der Redaktion Slomkas Mahnung kommt zur rechten Zeit: Ordnung, MaĂ und Verlässlichkeit sind in hitzigen Debatten nicht optional, sondern Grundbedingung. Wer an Staatsverträgen und Verfassung sägt, sägt an der freiheitlichen Medienordnung. Kritik und Kontrolle sind notwendig, doch sie dĂźrfen nicht zur Demontage der Institutionen per finanziellen oder rhetorischen Hebeln missbraucht werden. Gefragt sind NĂźchternheit und Verantwortungsbewusstsein statt Lautstärke und Lagerkampf. Die Medienfreiheit verdient Schutz durch klare Regeln â und durch BĂźrger, die diese Regeln verteidigen.
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