DAS NEUSTE

📈 Pflegeheimkosten steigen weiter – Eigenanteile erreichen neuen Höchststand

📈 Kostenanstieg zum Jahreswechsel Die stationĂ€re Pflege in Deutschland wird spĂŒrbar teurer. Zum 1. Januar 2026 liegt der durchschnittliche Eigenanteil im ersten Heimjahr bei 3.245 Euro pro Monat – ein Plus von 137 Euro gegenĂŒber Juli 2025 und 261 Euro gegenĂŒber Jahresbeginn 2025. Der erneute Anstieg erhöht den Druck auf die Bundesregierung, die angekĂŒndigte Pflegereform zĂŒgig und wirksam umzusetzen.

đŸ§Ÿ Struktur der Kosten Die Pflegeversicherung ist keine Vollversicherung; sie ĂŒbernimmt nur einen Teil der pflegebedingten Aufwendungen. Bewohnerinnen und Bewohner tragen zusĂ€tzlich die Kosten fĂŒr Unterkunft, Verpflegung, Investitionen der Einrichtungen sowie Ausbildungsumlagen.

🛟 EntlastungszuschlĂ€ge und ihre Grenzen Seit 2022 gelten gestaffelte EntlastungszuschlĂ€ge auf den pflegebedingten Eigenanteil: 15 Prozent im ersten, 30 Prozent im zweiten, 50 Prozent im dritten und 75 Prozent ab dem vierten Jahr. Dennoch steigt die Gesamtbelastung selbst mit höchstem Zuschlag im Schnitt auf 2.056 Euro monatlich. Zugleich verursachen die ZuschlĂ€ge wachsende MilliardenaufwĂ€nde bei den Kassen.

đŸ—ș Regionale Unterschiede Die Belastung variiert regional erheblich. Am teuersten ist das erste Heimjahr derzeit in Bremen (3.637 Euro) und im Saarland (3.601 Euro), am niedrigsten in Sachsen-Anhalt (2.720 Euro), Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen (je 2.903 Euro).

đŸ‘„ Personalkosten als Treiber Haupttreiber bleiben die Personalkosten, seit Tarif- oder tarifĂ€hnliche Bezahlung zur Voraussetzung von KassenvertrĂ€gen wurde. Beim pflegebedingten Eigenanteil allein kletterte der Ausgangswert auf 1.982 Euro monatlich – 222 Euro mehr als Anfang 2025.

đŸœïž Unterkunft und Verpflegung Auch Unterkunft und Verpflegung verteuerten sich auf durchschnittlich 1.046 Euro, ein Plus von 56 Euro binnen Jahresfrist.

🧼 Forderungen der Kassen Der Verband der Ersatzkassen fordert eine nachhaltige Finanzierung, in der die LĂ€nder wieder stĂ€rker Investitions- und Ausbildungskosten ĂŒbernehmen, statt diese ĂŒber Umwege den Bewohnern aufzubĂŒrden.

🧭 Reformdruck und Optionen Konservative Haushaltspolitik verlangt PrioritĂ€ten. Ohne strukturelle Neuordnung der Pflegefinanzierung drohen weiter steigende Eigenanteile, mit der Folge, dass selbst solide Renten und Ersparnisse nicht mehr reichen. Die Politik diskutiert mehr Steuermittel, feste Obergrenzen fĂŒr Eigenanteile oder eine echte Vollversicherung. Der Bund stĂŒtzt die Pflegeversicherung 2026 zusĂ€tzlich mit 3,2 Milliarden Euro, doch Kredite und ZuschĂŒsse ersetzen keine dauerhafte Lösung. Nötig ist ein klarer, verlĂ€sslicher Finanzierungspfad, der Anreize fĂŒr Effizienz setzt, die Tarifbezahlung sichert und die LĂ€nder in die Pflicht nimmt.

đŸ—šïž Kommentar der Redaktion Der erneute Kostenanstieg ist ein Weckruf: Ohne harte PrioritĂ€ten in den Haushalten wird Pflege fĂŒr Normalverdiener untragbar. Statt neue Versprechen zu formulieren, muss die Politik die Finanzierung ordnen, ZustĂ€ndigkeiten klarziehen und Fehlanreize abbauen. Die LĂ€nder gehören wieder stĂ€rker in die Verantwortung fĂŒr Investitionen und Ausbildung; die Umlage ĂŒber die Bewohner ist der falsche Weg. Ein verbindlicher Kostenpfad mit Eigenanteilsobergrenzen und effizientem Mitteleinsatz ist ĂŒberfĂ€llig. Nur so bleiben Tariflöhne finanzierbar, ohne die Beitrags- und Steuerzahler der nĂ€chsten Generation zu ĂŒberlasten.

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