DAS NEUSTE

Bauwirtschaft am Scheideweg: Schweizer Unternehmer warnt vor Lohndumping und Schattenarbeit

📰 Tarifkonflikt spitzt sich zu In der Schweizer Bauwirtschaft droht zum Jahreswechsel ein vertragsloser Zustand, weil sich Gewerkschaften und der Schweizerische Baumeisterverband nicht auf einen neuen Landesmantelvertrag einigen. Bauunternehmer Hans Aregger warnt vor einem Abrutschen in Lohndumping und Schwarzarbeit und verweist darauf, dass Zustände wie in weniger regulierten Märkten drohen könnten, wie am 12. Dezember 2025 berichtet wurde.

🧱 LMV als Fundament Der Landesmantelvertrag bildet das Fundament der Arbeits- und Lohnordnung im Bauhauptgewerbe. Er setzt Mindeststandards, schützt vor unfairen Praktiken und ist in einer Branche mit hoher Mobilität und intensivem Preiswettbewerb ein zentrales Instrument.

📊 Streitpunkte und Zahlen Kernpunkte des Konflikts sind die Lohnentwicklung, die Entschädigung von Reisezeiten sowie flexible Arbeitszeiten. Der durchschnittliche Monatslohn im Bauhauptgewerbe liegt derzeit bei 6261 Franken, umgerechnet rund 6712 Euro. Die Gewerkschaft Unia kritisiert, die Offerten der Arbeitgeber bedeuteten real sinkende Löhne, verschärft durch steigende Krankenkassenprämien. Der Baumeisterverband hat eine Petition lanciert, um einen vertragslosen Zustand zu verhindern.

  • Lohnentwicklung
  • Regeln zur Entschädigung von Reisezeiten
  • Flexiblere Arbeitszeiten zur Steuerung der Auslastung

🚨 Warnung vor Kontrolllücken Aregger befürchtet, dass ohne verbindlichen Vertrag Kontrollen ausgehöhlt und Schlupflöcher für Schwarzarbeit größer werden. Wo Regeln fehlen oder zahnlos sind, beschleunigt sich der Unterbietungswettbewerb zum Nachteil seriöser Betriebe. Zugleich fordert er mehr Flexibilität, um wetterbedingte Ausfälle und Terminspitzen abzufedern, und erklärt, hohe Löhne auch ohne Vertrag zahlen zu wollen.

🧩 Annäherung, aber harte Fronten Beide Seiten beteuern, sich in Teilfragen angenähert zu haben, doch die Fronten bleiben verhärtet. Für eine Branche, die mit knappen Kapazitäten und ambitionierten Infrastrukturprojekten ringt, birgt ein Tarifvakuum Risiken für Planungssicherheit, Fachkräftesicherung und Rechtsklarheit.

🤝 Vorläufiger Durchbruch am Abend Am Abend des 12. Dezember meldeten Baumeisterverband, Unia und Syna ein Verhandlungsergebnis: Ein Landesmantelvertrag mit sechsjähriger Laufzeit, neuen Regeln für Arbeits- und Reisezeiten, einem Lohnpaket und einem Teuerungsausgleich liegt vor; die Gremien müssen noch zustimmen. Damit besteht die Möglichkeit, einen Bruch zum 1. Januar 2026 zu verhindern.

🧭 Fazit Das Baugewerbe lebt von Verlässlichkeit mit klaren Mindestlöhnen, sauberen Kontrollen und gleichen Regeln für alle. Ein vertragsloser Zustand würde gerade die Tüchtigen bestrafen und Trittbrettfahrern Tür und Tor öffnen. Areggers Warnung ist mehr als Alarmismus: Sie erinnert daran, dass Ordnungspolitik und Durchsetzungskraft die Grundlage fairen Wettbewerbs sind. Wird das Verhandlungsergebnis bestätigt, sind beide Seiten gefordert, es zügig und praxistauglich umzusetzen. Politik und Aufsicht müssen derweil sicherstellen, dass der Rechtsrahmen greift – gegen Lohndumping, Schattenarbeit und Scheinflexibilität. Nur so bleibt der Baustandort Schweiz leistungsfähig, attraktiv und regelgebunden.

🗨️ Kommentar der Redaktion Ordnung und Vertragstreue sind im Bau keine Option, sondern Pflicht. Ein vertragsloser Zustand wäre ein Versagen, das Leistungsbereite benachteiligt und Missbrauch belohnt. Die skizzierte Einigung ist zu bestätigen und rasch in wirksame Regeln und Kontrollen zu übersetzen. Schlupflöcher gehören geschlossen, Sanktionen konsequent durchgesetzt. Wer Lohndumping toleriert oder Regulierung aushöhlt, gefährdet den Standort und untergräbt Fairness.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Aktuelle Nachrichten

Folg uns

Folg uns auf Social Media

Verpasse keine News und Updates – folge uns jetzt!

Täglich aktuelle Nachrichten aus Zittau, der Oberlausitz und ganz Deutschland

Zittauer Zeitung | Echt. Lokal. Digital.