đ° Aufbruchsstimmung, aber Skepsis bleibt Ostdeutsche Wirtschaftslenker reagieren zurĂźckhaltend auf den von Bundeskanzler Friedrich Merz angekĂźndigten Umbau von Staat und Verwaltung. Auf dem Ostdeutschen Wirtschaftsforum dominiert zwar der Wille zum Aufbruch, zugleich meldet die Unternehmensbasis âviel Potenzial, aber wenig Zuversichtâ. Gefordert werden spĂźrbarer BĂźrokratieabbau, verlässliche Energiepreise und schnellere Verfahren. Die zentrale Botschaft: Vertrauen will verdient, nicht verkĂźndet werden.
đď¸ Leitplattform und Realitätscheck Das Ostdeutsche Wirtschaftsforum in Bad Saarow hat sich zur Leitplattform der ostdeutschen Wirtschaft entwickelt. Unternehmer, Verbandsvertreter und Politik diskutieren dort seit Jahren die Standortbedingungen im Osten, von Infrastruktur Ăźber Fachkräfte bis zur industriellen Transformation. Das Forum versteht sich ausdrĂźcklich als Realitätscheck fĂźr die Vorhaben der Bundesregierung. Entsprechend hoch ist die Erwartung, dass AnkĂźndigungen rasch in belastbare Entscheidungen mĂźnden.
đ Agenda trifft Nerv, Umsetzung stockt Inhaltlich trifft die Regierungsagenda den Nerv: Staatsmodernisierung und BĂźrokratierĂźckbau stehen obenan, genau jene Stellschrauben, die ostdeutsche Betriebe seit Langem einfordern. Doch die Praxis hakt. Ohne konkrete Entlastungen und beschleunigte Genehmigungen entsteht keine neue Investitionsdynamik. Das Vertrauen bleibt fragil, solange Verfahren dauern, Kosten hoch bleiben und Planbarkeit fehlt.
đ¤ Staatsreform als PrĂźfstein In Bad Saarow war die Staatsreform nicht nur Schlagwort, sondern Gegenstand eines eigenen Panels mit der Frage, wie der Staat digitaler, schneller und wirtschaftsfreundlicher werden kann. Das unterstreicht die Priorität des Themas und den MaĂstab, an dem die Regierung im Osten gemessen wird. Entscheidend ist, ob der angekĂźndigte Umbau messbare Verbesserungen am Werkstor liefert oder bei wohlklingenden Ăberschriften stehen bleibt.
đŻ Messlatte der Wirtschaft Die Signalwirkung aus dem Forum ist eindeutig: Fortschrittswille ist vorhanden, doch politische Zusagen Ăźberzeugen erst, wenn sie in spĂźrbare Entlastungen mĂźnden. Erwartet werden weniger Formularlast, schnellere Verfahren und verlässliche Rahmenbedingungen, insbesondere kalkulierbare Energiepreise. Erst wenn Projekte zĂźgig durchkommen und Investitionen ohne lähmende HĂźrden anlaufen, kehrt Vertrauen zurĂźck.
â Fazit Die Richtung stimmt, die Umsetzung entscheidet. Ostdeutsche WirtschaftsfĂźhrer erwarten von der angekĂźndigten Staatsreform sichtbare Resultate und rasche Entscheidungen. AnkĂźndigungen schaffen keine WertschĂśpfung; im Osten werden Taten honoriert, nicht Texte.
đ¨ď¸ Kommentar der Redaktion Als MaĂstab zählt allein, was an der Werkbank ankommt. BĂźrokratieabbau darf nicht zur DauerĂźbung werden, sondern braucht sofortige, verbindliche Entscheidungen. Energiepreise mĂźssen planbar sinken, Verfahren spĂźrbar beschleunigt werden â erst dann verdient die Reform ihren Namen. Die Zeit der Ăberschriften ist vorbei; jetzt ist die Stunde der Umsetzer. Wer liefert, gewinnt Vertrauen. Wer vertrĂśstet, verspielt es.


