🛠️ Freisprechung in Zittau Im Gerhart-Hauptmann-Theater in Zittau sind am 14. März 2026 rund 130 junge Handwerkerinnen und Handwerker feierlich in den Gesellenstand erhoben worden. Die Freisprechung begann um 10.30 Uhr und markiert für den Landkreis Görlitz einen sichtbaren Zuwachs an qualifiziertem Nachwuchs. Erwartet wurde auch Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer. Zudem ehrte die Handwerkskammer Dresden zwei besonders engagierte Ausbildungsbetriebe.
📍 Tradition mit Signalwirkung Die Freisprechung besiegelt den Schritt aus der Ausbildung in die eigenverantwortliche Berufspraxis. Für Ostsachsens Betriebe ist das mehr als ein Ritual: Der demografische Wandel und altersbedingte Abgänge verschärfen den Wettbewerb um Fachkräfte, offene Stellen bleiben vielerorts trotz konjunktureller Dellen schwer zu besetzen. Der Zentralverband des Deutschen Handwerks erwartet, dass der Personalbedarf hoch bleibt, und mahnt zu verstärkter Nachwuchsgewinnung und -bindung.
🧰 Breites Spektrum an Gewerken Die neuen Gesellinnen und Gesellen haben ihre Lehre in Betrieben des Kreises Görlitz abgeschlossen, unter anderem in den Gewerken Sanitär, Elektro, Metall, Malerhandwerk und Kraftfahrzeugtechnik. Mit den Gesellenbriefen eröffnet sich ihnen der Einstieg in eine qualifizierte Fachkarriere in der Region oder darüber hinaus.
🧭 Eigenverantwortung im Fokus Der Kreishandwerksmeister Marcel Schulze betonte die Eigenverantwortung des neuen Berufsabschnitts. Die Freisprechung steht für den Schritt in eine selbstständige, zukunftsorientierte Arbeitswelt.
🏆 Ausbildung gewürdigt Begleitet wurde die Feier von der Auszeichnung zweier vorbildlicher Ausbildungsbetriebe durch die Handwerkskammer Dresden. Das setzt ein sichtbares Signal, dass Qualität in der Ausbildung im Handwerk anerkannt und gewürdigt wird.
📈 Einordnung und Ausblick Die Zittauer Freisprechung setzt ein positives Zeichen: Junge Fachkräfte rücken nach, und exzellente Ausbildung wird ausgezeichnet. Gleichwohl bleibt die Lage anspruchsvoll. Ohne konsequente Berufsorientierung, verlässliche Rahmenbedingungen für Betriebe und eine stabile Ausbildungskultur wird der Trend an offenen Stellen kaum zu bremsen sein. Die heutige Verstärkung hilft, ersetzt aber nicht die anstehenden Strukturaufgaben im Handwerk des Freistaats. Politik, Kammern und Betriebe sind gefordert, die neu gewonnenen Gesellen in der Region zu halten und Perspektiven bis zur Meisterqualifikation zu eröffnen.
🗨️ Kommentar der Redaktion Dieser Tag ist ermutigend, doch Selbstzufriedenheit wäre fehl am Platz. Entscheidend ist, dass Berufsorientierung, verlässliche Rahmenbedingungen und eine stabile Ausbildungskultur jetzt konsequent gesichert werden. Politik, Kammern und Betriebe müssen den Nachwuchs binden und klare Aufstiegswege bis zum Meister eröffnen. Ehrungen für vorbildliche Ausbildung sind richtig, sie dürfen aber nicht das strukturelle Arbeiten an den Grundlagen ersetzen. Maßstab bleibt, wie viele der frisch Freigesprochenen in der Region bleiben und Verantwortung übernehmen.


