📉 Stärkerer Rückgang als erwartet Deutschland steht nach neuen Berechnungen vor einem deutlichen Einwohnerschwund: Bis 2070 könnte die Bevölkerung um rund zehn Prozent sinken statt nahezu stabil zu bleiben. Haupttreiber sind eine nach unten korrigierte Ausgangszahl infolge des Zensus 2022 und anhaltende Alterungstendenzen. Besonders betroffen wären ostdeutsche Flächenländer, während Stadtstaaten eher zulegen. Für Sozialstaat, Arbeitsmarkt und Infrastruktur ist dies ein Weckruf.
🧮 Hintergrund der Vorausberechnungen Die jüngsten Vorausberechnungen zeigen eine schneller voranschreitende Alterung: Geburtenzahlen sind niedriger, die Nettozuwanderung war zuletzt rückläufig. Die Lebenserwartung steigt weiter, doch das reicht nicht aus, um den Rückgang der Jahrgänge im Erwerbsalter auszugleichen. Schon kurzfristig sinkt das Erwerbspersonenpotenzial trotz Zuwanderung, was den Fachkräftemangel verschärft und die Sozialkassen belastet.
📊 Korrigierte Ausgangsbasis Statt gut 83 Millionen leben laut Zensusfortschreibung rund 81,9 Millionen Menschen in Deutschland. Von dieser niedrigeren Basis aus führen weniger Geburten sowie ein schwächerer Wanderungssaldo über die kommenden Jahrzehnte zu einer deutlich kleineren Bevölkerung.
🗺️ Regionale Unterschiede Die Diskrepanzen zwischen den Regionen dürften zunehmen: In ostdeutschen Flächenländern drohen stärkere Verluste, während Stadtstaaten wie Berlin und Hamburg weiter wachsen könnten.
🏗️ Folgen für Infrastruktur und Daseinsvorsorge Politikfelder mit Langzeitwirkung müssen reagieren. In schrumpfenden Regionen ist mit weniger Bedarf an Wohnungen und Verkehrsinfrastruktur zu rechnen, zugleich steigt der Druck in Gesundheit und Pflege. Auch die Personalplanung im öffentlichen Dienst ist entsprechend anzupassen.
💼 Arbeitsmarkt und Sozialkassen Das sinkende Erwerbspersonenpotenzial verschärft den Fachkräftemangel und lastet auf den Sozialkassen.
🧭 Strategische Prioritäten Gefordert ist ein nüchterner, prioritätenklarer Kurs: verlässliche Familienpolitik zur Stärkung der Geburten, qualifizierte und besser integrierte Zuwanderung, spürbare Produktivitätsschübe durch Entbürokratisierung, Technologie und Bildung sowie tragfähige Reformen in Rente, Pflege und Gesundheit. Infrastrukturinvestitionen sind regional differenziert zu steuern: Konzentration dort, wo Bevölkerung und Wertschöpfung wachsen; Rück- und Umbau dort, wo sie schrumpfen.
⏱️ Jetzt Weichen stellen Jetzt kommt es auf entschlossenes Handeln an: Wer die genannten Weichen stellt, kann den demografischen Wandel gestalten statt ihm hinterherzulaufen.
🗨️ Kommentar der Redaktion Die Analyse ist ein Weckruf zur Rückkehr zu Klarheit und Verantwortung. Familienpolitik muss verlässlich und wirksam werden, statt sich in kleinteiligen Programmen zu verlieren. Qualifizierte Zuwanderung braucht klare Kriterien und schnelle Integration, nicht quantitative Illusionen. Entbürokratisierung, Technologie und Bildung sind überfällig, ebenso tragfähige Reformen in Rente, Pflege und Gesundheit. Investiert werden sollte dort, wo Bevölkerung und Wertschöpfung wachsen, während in schrumpfenden Regionen konsequent zurückgebaut und umgesteuert wird.
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