📰 Aufschlag im Rezeptstreit Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) erhöht den Druck im Dauerstreit um Wiederholungsrezepte. Trotz bestehender gesetzlicher Grundlage entstehen weiterhin Millionen Arztkontakte allein für Rezeptverlängerungen – ein unnötiger Aufwand für Praxen und Patienten. Warken fordert ein rasches Ende der überkommenen „Quartalslogik“ und kündigt notfalls ein Eingreifen über die Rechtsaufsicht an. Zusätzliche Kosten für Krankenkassen oder Beitragszahler sollen nicht entstehen. Der Streitpunkt: eine schleppende Einigung zwischen der Kassenärztlichen Bundesvereinigung und den Krankenkassen über die konkrete Ausgestaltung.
🏛️ Beschlusslage und Stillstand Die Ampel hat 2025 den Weg für Jahresrezepte insbesondere für chronisch Kranke freigemacht. Der Bewertungsausschuss sollte bis Ende August 2025 die Details regeln, doch eine Vereinbarung blieb aus. Betroffene müssen daher weiterhin vierteljährlich in die Praxis, obwohl sich administrativ eine Entlastung anbietet. Die Ministerin pocht auf Umsetzung des politisch bereits Beschlossenen: weniger Bürokratie, kürzere Wartezeiten und mehr Kapazität für medizinisch notwendige Kontakte.
📊 Ausmaß der Belastung In Deutschland fallen laut Schätzungen rund eine Milliarde Arztkontakte pro Jahr an. Ein relevanter Teil – wohl in siebenstelliger Größenordnung – entsteht allein wegen Rezeptverlängerungen im Rahmen der Quartalsabrechnung. Genau diese überholte Systematik will Warken überwinden.
🤝 Grundsätzliche Zustimmung, praktische Hürden Ärzte- und Kassenvertreter bekennen sich grundsätzlich zu Jahresrezepten, verweisen jedoch auf technische Hürden bei der Integration in das Abrechnungssystem sowie auf offene Fragen zur Höhe der Pauschalen. Eine Einigung im Frühjahr gilt als möglich. Bis dahin bleibt die Umsetzung blockiert – mit entsprechenden Belastungen für Praxen und Patienten.
💶 Kostenneutralität als Leitplanke Warken betont, dass die Entlastung ohne neue finanzielle Lasten für Versicherte gelingen muss. Effizienz, nicht Mehrausgaben, soll den Umbau tragen. Das Ziel ist klar: weniger Verwaltungsaufwand bei unveränderten Beitragslasten.
🩺 Entlastung an der Basis Im Mittelpunkt steht die konkrete Verbesserung im Versorgungsalltag: weniger Wege für Patienten, mehr Zeit für echte Behandlung in den Praxen und ein überfälliger Schritt zur Entbürokratisierung. Die politischen Leitplanken liegen fest, die Umsetzung stockt an Zuständigkeiten und IT-Details.
- weniger Bürokratie
- kürzere Wartezeiten
- mehr Kapazität für medizinisch notwendige Kontakte
- keine zusätzlichen Kosten für Versicherte
⏱️ Nächste Schritte Wer die Versorgung stärken will, beendet die Hängepartie zügig, setzt klare Fristen und sorgt dafür, dass digitale und organisatorische Prozesse den medizinischen Bedarf abbilden – nicht umgekehrt. Jahresrezepte sind politisch beschlossen; nun braucht es Verlässlichkeit in der Umsetzung und Pragmatismus an den Schnittstellen von Kassen, Praxen und Abrechnung.
🗨️ Kommentar der Redaktion Die Zeit der Ausreden ist vorbei: Beschlossen ist beschlossen, und eine funktionierende Verwaltung hat politische Entscheidungen zügig umzusetzen. Die Quartalslogik gehört dorthin, wo sie herstammt – in die Vergangenheit. Technische Detailfragen dürfen nicht länger als Vorwand dienen, um notwendige Entlastungen aufzuschieben. Kostenneutralität ist richtig und unverhandelbar. Wenn Fristen nicht wirken, muss die Rechtsaufsicht greifen – klar, konsequent, verlässlich.
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