📰 Zuspitzung am 15. Februar 2026 Die Auseinandersetzung um Steuer- und Sozialpolitik hat sich spürbar verschärft: CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann drängt auf eine Reform der Einkommensteuer und verlangt nachgeschärfte Zuverdienstregeln in der Grundsicherung, während Grünen-Fraktionsvize Andreas Audretsch der CDU vorwirft, Millionen Menschen pauschal als „faul“ zu stigmatisieren und auszublenden.
🧭 Hintergrund des Kurswechsels Nach Regierungsbeschluss soll das Bürgergeld in seiner bisherigen Form durch eine neue Grundsicherung mit strengeren Vorgaben und mehr Sanktionen ersetzt werden. Die Debatte über Anreize, Mitwirkungspflichten und Leistungsfairness begleitet diesen Kurswechsel seit Monaten und mündet nun in konkrete Nachsteuerungen, über die die Union öffentlich Druck macht.
💶 Steuerpolitischer Vorstoß der Union Linnemann will die Belastungsgrenze für den Spitzensteuersatz anheben: Nicht mehr bei 68.000 Euro Jahresbrutto, sondern erst ab 80.000 Euro soll die 42-Prozent-Stufe greifen. Der Vorstoß adressiert Fragen der Leistungsgerechtigkeit und der Planbarkeit für die Mittelschicht.
🧰 Zuverdienstregeln in der Grundsicherung Parallel fordert Linnemann Änderungen bei den Hinzuverdienstregeln, damit sehr geringe Erwerbsumfänge nicht länger hohe Transferansprüche auslösen. Aus seiner Sicht sollen so Fehlanreize abgebaut und Vollzeitarbeit gestärkt werden; zugleich stehen strengere Vorgaben und wirksamere Sanktionen im Raum.
🎙️ Widerspruch aus der Grünen-Fraktion Andreas Audretsch weist den Vorstoß scharf zurück. „Millionen Menschen werden von der CDU erst als faul beschimpft und dann ignoriert und vergessen“, kritisiert er und warnt, das Prinzip „Arbeit muss sich lohnen“ werde unterlaufen; stattdessen plädiert er für eine Entlastung kleiner und mittlerer Einkommen etwa über eine Senkung der Stromsteuer.
⚖️ Kontroverse um Anreize und Fairness Im Kern prallen unterschiedliche Verständnisse von Leistungsfairness und Arbeitsanreizen aufeinander. Während die Union auf klarere Regeln und eine Verschiebung der Progressionslast drängt, warnt die Gegenseite vor zusätzlichen Belastungen für Erwerbstätige mit geringen Einkommen und vor pauschaler Stigmatisierung.
🔭 Was nun entscheidend ist Aus konservativer Perspektive wird es darauf ankommen, ob eine Verschiebung der Progressionslast und klarere Zuverdienstregeln die Balance zwischen Fördern und Fordern tatsächlich verbessern – ohne Erwerbstätige mit geringen Einkommen zusätzlich zu belasten. Vertrauen in die Ordnungskraft des Sozialstaats lässt sich nur zurückgewinnen, wenn fiskalische Entlastung, wirksame Sanktionsmechanik und verlässliche Beteiligung am Erwerbsleben erkennbar zusammenfinden.
🗨️ Kommentar der Redaktion Leistung muss sich sichtbar lohnen, und Regeln müssen eingehalten werden. Klarere Zuverdienstgrenzen und spürbare Sanktionen sind notwendig, um Fehlanreize abzubauen und Vollzeitarbeit zu stärken. Die Anhebung des Einstiegs in den Spitzensteuersatz ist ein richtiger Schritt, weil sie die Mittelschicht vor übermäßiger Progression schützt. Pauschale Empörung ersetzt keine Lösung; wer arbeitsfähig ist, darf sich nicht dauerhaft auf Transfers verlassen. Der Sozialstaat gewinnt Vertrauen zurück, wenn er fördert, fordert und diejenigen entlastet, die tagtäglich arbeiten.
Quelle: Externe Quelle


