📰 Einordnung der Analyse Der Bundesnachrichtendienst hat am 4. Februar 2026 in einer aktuellen Bewertung festgestellt, dass Russlands Militärausgaben deutlich höher sind als offiziell ausgewiesen. Nach dieser Einschätzung fließen Summen im hohen dreistelligen Milliardenbereich in Armee, Rüstung und militärnahe Projekte, mit spürbaren sicherheitspolitischen Folgen für Europa. Der Dienst spricht von einer konkret wachsenden Bedrohungslage.
🧾 Verdeckte Buchführung Seit Beginn des großangelegten Angriffskriegs gegen die Ukraine 2022 hat Moskau seine Verteidigungsfinanzierung Jahr für Jahr ausgeweitet. Auffällig ist weniger die Rhetorik als die Buchführung: Ausgaben werden abseits des Verteidigungskapitels verbucht, etwa über Bau-, IT- und andere Ressorts sowie über sozialstaatliche Leistungen an Soldaten. Damit entfernt sich die russische Definition von Verteidigungsausgaben deutlich von gängigen NATO-Kriterien.
📊 Zahlen und Dimensionen Der Kernbefund lautet: Die tatsächlichen Militärausgaben lagen in den vergangenen Jahren um bis zu 66 Prozent über den offiziellen Ansätzen. Für 2025 schätzt der Dienst rund 250 Milliarden Euro, etwa die Hälfte des gesamten Staatshaushalts und circa zehn Prozent des BIP. Bereits 2022 lag der Anteil bei rund sechs Prozent, 2023 bei 6,7 Prozent, 2024 bei 8,5 Prozent.
🛡️ Militärischer Fokus jenseits der Ukraine Die Mittel dienen nicht allein dem Krieg gegen die Ukraine, sondern auch dem gezielten Ausbau von Truppen und Infrastruktur nahe der NATO-Ostflanke. Die Analyse spricht von einer „konkret wachsenden Bedrohung Europas“.
🇪🇺 Europäischer Maßstab Im europäischen Vergleich verweist der Bericht auf die politische Zielmarke, die Verteidigungsausgaben bis 2035 näher an die fünf Prozent zu bringen. Die sicherheitspolitische Lage macht langfristige, planbare und belastbare Investitionen zur Notwendigkeit.
🛠️ Handlungsfelder für Abschreckung und Schutz Aus einer nüchternen, konservativen Sicherheitspolitik folgt die Priorität, Abschreckungs- und Verteidigungsfähigkeit dauerhaft zu sichern. Entscheidend sind realistische Bedrohungsanalysen, resiliente Logistik und industriepolitische Vorsorge.
- Munitionsfertigung ausbauen
- Luftverteidigung stärken
- Cyber-Abwehr modernisieren
- Resiliente Logistik sicherstellen
📌 Schlussfolgerung Transparenzlücken in Moskaus Haushalt sind kein technisches Detail, sondern Teil strategischer Kriegsökonomie. Wer Stabilität an der Ostflanke sichern will, braucht Ruhe, Klarheit und Durchhaltefähigkeit – nicht Alarmismus, aber Konsequenz. Abschreckungs- und Verteidigungsfähigkeit müssen dauerhaft, verlässlich und belastbar finanziert werden.
🗨️ Kommentar der Redaktion Die Analyse des BND lässt wenig Raum für Beschönigungen: Europas Sicherheit steht unter wachsendem Druck. Wer den Befund ernst nimmt, macht Verteidigung zur Priorität und nicht zur Residualgröße im Haushalt. Fünf Prozent bis 2035 sind kein Maximal-, sondern ein Mindestanspruch an Glaubwürdigkeit der Abschreckung. Buchhalterische Verschleierung in Moskau ist ein Teil der Kriegsökonomie – unsere Antwort muss Transparenz, Kapazitäten und Durchhaltefähigkeit sein. Sicherheit entsteht nicht aus Appellen, sondern aus verlässlicher Finanzierung, robusten Strukturen und konsequenter Umsetzung.
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