🚒 Weihnachtsfahrten unter Druck

Oberlausitz/Sachsen. Weihnachtsfeuerwehr-Fahrten gelten vielerorts als fester Bestandteil der Adventszeit. Lichtergeschmückte Fahrzeuge, winkende Kinder, ehrenamtliches Engagement mitten im Dorf. Doch genau diese gewachsene Tradition steht zunehmend unter bürokratischem Druck.

Aus Antworten der Sächsischen Staatsregierung auf parlamentarische Anfragen geht hervor: Zwar wird die Bedeutung der Weihnachtsfeuerwehr-Fahrten ausdrücklich anerkannt – konkrete Erleichterungen für die Praxis bleiben jedoch aus.

📜 Anerkannt – aber kaum erleichtert

Formell gelten Weihnachtsfeuerwehr-Fahrten als genehmigungsfähig und rechtssicher. In der Realität werden sie vielerorts jedoch wie Großveranstaltungen behandelt. Fördervereine und Feuerwehren sehen sich mit umfangreichen Auflagen, Genehmigungsprozessen und zusätzlichen Kosten konfrontiert.

Das sorgt für Planungsunsicherheit – gerade für ehrenamtlich organisierte Fahrten, die oft aus Spenden und Vereinsmitteln finanziert werden. Kommunen, Feuerwehren und Fördervereine berichten übereinstimmend von steigenden Anforderungen und wachsender Unsicherheit.

🏛️ Thema längst vor Ort angekommen

Auch auf kommunaler Ebene ist das Thema präsent. In mehreren Gremien wurde die Frage aufgeworfen, ob der derzeitige Umgang mit den Weihnachtsfahrten dem Charakter des Ehrenamts noch gerecht wird. Kritisiert wird insbesondere, dass Verantwortung zwischen Landes- und kommunaler Ebene hin- und hergeschoben werde.

Während andere Bundesländer auf pragmatischere Lösungen verweisen, bleibt Sachsen bislang bei einer restriktiven Verwaltungspraxis. Eine mögliche Einstufung der Fahrten als Brauchtum wird zwar geprüft – ein Zeitplan oder verbindliche Ergebnisse sind jedoch nicht benannt.

⚠️ Ehrenamt zwischen Vorschrift und Wirklichkeit

Für viele Beteiligte entsteht so ein Widerspruch: Einerseits wird der gesellschaftliche Wert der Weihnachtsfahrten betont, andererseits erschweren Verwaltungsvorgaben ihre Umsetzung spürbar. Die Sorge wächst, dass Traditionen nicht durch Verbote, sondern durch Bürokratie langsam verschwinden.

Gefordert werden daher vereinfachte Genehmigungsverfahren und eine Praxis, die das Ehrenamt unterstützt statt hemmt.

🗨️ Kommentar der Redaktion

Weihnachtsfeuerwehr-Fahrten sind kein Eventbusiness. Sie sind Ausdruck von Ehrenamt, Nähe und regionalem Zusammenhalt. Wer diese Bedeutung anerkennt, muss sie auch im Verwaltungshandeln abbilden.

Es ist legitim, Sicherheit und Ordnung zu gewährleisten. Es ist aber problematisch, wenn ehrenamtliche Initiativen zunehmend wie professionelle Großveranstalter behandelt werden. Bürokratie darf kein stiller Traditionskiller werden. Wenn Politik Glaubwürdigkeit behalten will, braucht es mehr als Anerkennung in Worten – nämlich praktikable Lösungen im Alltag.

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