🚌 Beendigung der Verlängerung Die Görlitzer Verkehrsbetriebe beenden zum 5. Januar 2026 die Verlängerung der Buslinie E in das Gewerbegebiet Hagenwerder. Im Schnitt nutzte lediglich ein Fahrgast pro Woche das Zusatzangebot. Die Linie endet damit wieder am Bahnhof Hagenwerder; der kurze Verkehrsversuch ist mangels Nachfrage ausgelaufen.
📍 Vorgeschichte der Anbindung Bereits zum 5. Januar 2025 wurden zwei zusätzliche Frühfahrten eingerichtet, eine davon startete um 6:32 Uhr am Bahnhof Hagenwerder mit wenigen Minuten Fahrzeit bis ins Gewerbegebiet. Ziel war es, auf Klagen von Unternehmen über die Erreichbarkeit zu reagieren. Im Mai 2025 folgte die eigentliche Verlängerung der Linie E in das Areal.
📉 Auslastung und Konsequenz Durchschnittlich ein Fahrgast pro Woche ist kein tragfähiger Auslastungswert für eine reguläre Busbedienung. Zumal der Mehraufwand an Fahrzeug- und Personalkosten im kommunalen Nahverkehr derzeit besonders kritisch betrachtet wird. Die GVB ziehen deshalb die Reißleine und führen den Endpunkt der Linie E wieder auf den Bahnhof Hagenwerder zurück.
🧭 Rückkehr zum Regelfall Mit der Entscheidung wird der Zustand vor dem Versuchsbetrieb wiederhergestellt und die Linienführung im Tagesgeschäft vereinfacht. Für Fahrgäste bedeutet das die Rückkehr zum bisherigen Endpunkt am Bahnhof Hagenwerder; das kaum genutzte Abzweigen ins Gewerbegebiet entfällt.
🔎 Lehren und Ausblick Der Fall zeigt, dass punktuelle Zusatzverbindungen allein kein Garant für Nachfrage sind. Künftige Änderungen sollten noch strenger an belastbaren Daten, betrieblichen Effizienzkriterien und realen Pendlerströmen ausgerichtet werden. Ob alternative Formate wie bedarfsorientierte Zubringer oder abgestimmte Umsteigebeziehungen am Bahnhof Hagenwerder praktikable Lösungen bieten, lässt sich nur mit nüchterner Evaluation klären.
🗨️ Kommentar der Redaktion Öffentliche Verkehrsangebote müssen sich am tatsächlichen Bedarf messen lassen; monatelange Leerfahrten sind weder den Steuerzahlern noch den übrigen Fahrgästen zu vermitteln. Die Entscheidung, die Verlängerung zurückzunehmen, ist richtig und überfällig. Erweiterungen gehören künftig nur dann in den Fahrplan, wenn sie eine belastbare Nachfrageschätzung, klare Erfolgskriterien und ein definiertes Exit‑Szenario vorweisen. Wo Bedarf unklar ist, sind bedarfsorientierte Zubringer oder präzise koordinierte Umstiege zu prüfen – aber nur, wenn sie nachweislich effizienter sind. Subventionen ohne Wirkung untergraben das Vertrauen in den Nahverkehr; Haushaltsdisziplin und strenge Evaluation haben Vorrang.


