DAS NEUSTE

📊 Stagnation statt Sturz: Beschäftigung 2025 nahezu stabil – Industriejobs unter Druck

📰 Erstschätzung: Erwerbstätigkeit bleibt 2025 nahezu stabil Trotz der anhaltend schwachen Konjunktur blieb die Zahl der Erwerbstätigen in Deutschland 2025 nahezu unverändert. Im Jahresdurchschnitt waren rund 46,0 Millionen Menschen beschäftigt, lediglich 5.000 weniger als 2024. Beschäftigungsverluste in Industrie und Bau wurden durch Zuwächse in Dienstleistungsbereichen abgefedert; zugleich stieg die ILO-Erwerbslosenquote auf 3,5 Prozent. Das geht aus der am 2. Januar 2026 veröffentlichten Erstschätzung des Statistischen Bundesamts hervor.

🧭 Arbeitsmarkt im Abschwung Nach dem Höchststand 2024 hat die Dynamik am Arbeitsmarkt spürbar nachgelassen. Seit 2006 stieg die Erwerbstätigkeit – abgesehen vom Corona-Jahr 2020 – kontinuierlich; 2025 kam dieser Trend erstmals wieder zum Stillstand. Als Hauptgründe nennt das Bundesamt die konjunkturelle Abkühlung und die demografische Gegenströmung: Für die in Rente gehenden geburtenstarken Jahrgänge rücken zu wenige Jüngere nach. Dämpfende Effekte kamen durch Nettozuwanderung und eine höhere Erwerbsbeteiligung, insbesondere älterer Menschen und von Frauen. Der Dienstleistungssektor stellt inzwischen knapp 76 Prozent aller Beschäftigten.

📊 Struktur der Erwerbspersonen Die Erwerbstätigenzahl sank 2025 im Jahresdurchschnitt geringfügig um 0,0 Prozent auf 46,0 Millionen. Parallel nahm die Zahl der Erwerbslosen deutlich um 161.000 auf 1,7 Millionen zu; die ILO-Erwerbslosenquote kletterte von 3,1 auf 3,5 Prozent. Die Zahl der Erwerbspersonen (Beschäftigte plus Erwerbslose) stieg um 156.000 auf 47,5 Millionen.

  • Erwerbstätige: 46,0 Mio. (−5.000 gegenüber 2024)
  • Erwerbslose: 1,7 Mio. (+161.000)
  • Erwerbspersonen: 47,5 Mio. (+156.000)

🏢 Dienstleistungen kompensieren Verluste Zuwächse gab es ausschließlich in den Dienstleistungen: plus 164.000 beziehungsweise +0,5 Prozent auf 34,9 Millionen. Besonders stark legten öffentliche Dienstleister, Erziehung und Gesundheit zu, und zwar um 205.000 oder +1,7 Prozent. Rückgänge verzeichneten hingegen konjunktursensible Unternehmensdienstleister (−64.000; −1,0 Prozent) sowie Information und Kommunikation (−10.000; −0,6 Prozent); Handel, Verkehr und Gastgewerbe gaben leicht nach (−15.000; −0,1 Prozent).

🏭 Industrie und Bau unter Druck Das Produzierende Gewerbe ohne Bau verlor kräftig 143.000 Stellen (−1,8 Prozent) auf 7,9 Millionen. Im Baugewerbe sank die Beschäftigung um 23.000 (−0,9 Prozent) auf 2,6 Millionen. Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Fischerei gaben leicht um 3.000 (−0,5 Prozent) auf 562.000 nach.

👷 Beschäftigungsformen verschieben sich Die Zahl der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer stieg moderat um 33.000 (+0,1 Prozent) auf 42,3 Millionen. Aufgefangen wurde damit der weitere Rückgang bei Selbstständigen einschließlich mithelfender Familienangehöriger (−38.000; −1,0 Prozent auf 3,7 Millionen).

🧮 Einordnung: Robust, aber nicht stark Der Arbeitsmarkt zeigt Robustheit – aber keine Stärke. Die nahezu stabile Erwerbstätigkeit verschleiert, dass die Wertschöpfungsbasis erodiert: Industrie und Bau verlieren weiter, während der Beschäftigungsaufbau vor allem von staatlich geprägten Bereichen wie Gesundheit und öffentlichen Diensten getragen wird. Das ist konjunkturell hilfreich, ersetzt aber keine private Investitions- und Produktivitätsdynamik. Angesichts demografischer Gegenwinde und steigender ILO-Arbeitslosigkeit gilt: Ohne verlässlichere Rahmenbedingungen für Investitionen, Planungs- und Genehmigungsbeschleunigung sowie Entlastungen bei Abgaben und Energiekosten droht die Beschäftigungsstabilität zum statistischen Randphänomen zu werden.

🧭 Auftrag für die Standortpolitik Die Zahlen für 2025 sind ein Warnsignal – noch kein Absturz, aber ein klarer Auftrag: Es braucht stabile Investitionsbedingungen, schnellere Planungs- und Genehmigungsprozesse und Entlastungen bei Abgaben sowie Energiekosten. Nur so lässt sich die private Investitions- und Produktivitätsdynamik stärken und die Erosion der industriellen Basis aufhalten.

🗨️ Kommentar der Redaktion Diese Zahlen sind kein Grund zur Selbstzufriedenheit. Ein Arbeitsmarkt, der nur noch dank staatlich geprägter Sektoren wächst, verliert seine Substanz. Ohne klare Priorität für private Investitionen, Planungs- und Genehmigungsbeschleunigung sowie spürbare Entlastungen bleibt Deutschland im Verwaltungsmodus stecken. Die Politik muss zügig verlässliche Rahmenbedingungen schaffen und Belastungen senken – sonst wird aus der Stabilität eine trügerische Ruhe. Jetzt ist der Moment, den Standort zu ordnen, nicht weitere Experimente zu starten.

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