⛽️ Auftakt 2026: Tanken wird teurer: Für Autofahrer in Deutschland beginnt das Jahr 2026 mit einer spürbaren Mehrbelastung. Mit dem Start der Versteigerungsphase im nationalen CO2-Handel verteuern sich Benzin und Diesel an der Zapfsäule je nach Kraftstoff um rund drei Cent pro Liter. Selbst der ADAC erkennt die Bepreisung als marktwirtschaftliches Instrument an, fordert jedoch flankierende Entlastungen beim Strom.
ℹ️ Hintergrund: Vom Fixpreis zur Auktion: Seit 2021 erhebt der Staat für fossile Brenn- und Kraftstoffe einen CO2-Preis, um Emissionen zu senken und Anreize für effizientere Technologien zu setzen. Ab 1. Januar 2026 ersetzt ein Auktionsmodell den bisherigen Fixpreis. Für das Übergangsjahr 2026 ist ein Preiskorridor von 55 bis 65 Euro pro Tonne CO2 festgelegt – der Anstieg bleibt damit begrenzt, aber spürbar.
💶 Preiswirkung an der Zapfsäule: Der höhere CO2-Preis verteuert Super-Benzin um bis zu 2,9 Cent pro Liter und Diesel um bis zu 3,2 Cent. Für einen 50‑Liter‑Tank entspricht das einer Zusatzbelastung von etwa 1,45 bis 1,60 Euro je Tankvorgang. Vielfahrer und Pendler im ländlichen Raum werden diese Summen im Monatsbudget deutlich merken.
- Super-Benzin: bis zu +2,9 Cent je Liter
- Diesel: bis zu +3,2 Cent je Liter
- Zusatzkosten pro 50-Liter-Tank: etwa 1,45–1,60 Euro
⚖️ Politische Einordnung und Akzeptanz: Der ADAC hält die CO2-Bepreisung grundsätzlich für ein geeignetes Klimainstrument – unter der Bedingung, dass Laden deutlich günstiger wird als Tanken. Gefordert wird insbesondere eine Senkung der Stromsteuer, um E‑Mobilität im Alltag konkurrenzfähig zu machen. Ohne solche Korrekturen droht die Akzeptanz der Maßnahme zu bröckeln.
🏛️ Ordnungsrahmen 2026: Mit dem Auktionsmodell wird der Zertifikatspreis zwar vom Markt bestimmt, bleibt aber innerhalb staatlich definierter Leitplanken. Das schafft einerseits Planungssicherheit für Haushalte und Unternehmen, andererseits erhöht es den Kostendruck in Mobilität und Wärme. Die Regelung ist ausdrücklich als Übergang konstruiert und soll Preissprünge begrenzen.
📊 Folgen für Haushalte und Unternehmen: Die Teuerung um wenige Cent pro Liter klingt überschaubar, summiert sich jedoch bei täglichem Pendeln und hoher Fahrleistung. Wo Alternativen fehlen, wiegt die Zusatzbelastung besonders schwer. Der kombinierte Ansatz aus Preissignal und Korridor zielt auf Lenkung ohne Schock, dennoch bleibt der Effekt im Budget spürbar.
✅ Fazit: Der Staat verlagert den Klimaschutz konsequent auf den Preis – ein ökonomisch sauberer Ansatz, der politisch nur trägt, wenn die Belastung für Bürger und Mittelstand abgefedert wird. Verlässliche Entlastungen, etwa über niedrigere Stromsteuern, effizientere Netzentgelte oder zielgenaue Kompensation, sind entscheidend für Akzeptanz. Mit dem Preiskorridor 2026 ist ein kalkulierbarer Rahmen gesetzt; nun muss die Politik zeigen, dass sie den Ausgleich zwischen Klimazielen und Mobilitätsrealität ernst nimmt.
🗨️ Kommentar der Redaktion: Wer Klimaschutz über den Preis organisiert, darf die Alltagsmobilität nicht zum Luxus machen. Die Regierung hat mit dem Preiskorridor Maß gehalten, doch die Zusatzkosten treffen Pendler und den Mittelstand spürbar. Ohne eine spürbare Senkung der Stromsteuer und effizientere Netzentgelte bleibt das Versprechen bezahlbarer E‑Mobilität hohl. Politik, die Akzeptanz will, muss zuerst entlasten und dann verteuern, nicht umgekehrt. Der CO2-Preis an der Zapfsäule ist nur dann vermittelbar, wenn er mit verlässlicher Kompensation einhergeht und die Realität im ländlichen Raum ernst nimmt.


