💵 USA im Trump-Rausch: Der „Trump-Dollar“ als Symbol der Selbstinszenierung

🇺🇸 Von Penny-Abschaffung zum „Trump-Dollar“

Donald Trump hat nie ein Geheimnis daraus gemacht, dass er Kleingeld verachtet. Gleich zu Beginn seiner zweiten Amtszeit kündigte er an, den Penny abzuschaffen – jenes Ein-Cent-Stück, das mit dem Kopf von Abraham Lincoln, dem Präsidenten der Sklavenbefreiung, geprägt ist. Damals nannte er es „Müll im Haushalt der Nation“.

Doch nun steht der nächste Schritt ins Haus: eine Ein-Dollar-Münze mit Trumps Gesicht – und zwar auf beiden Seiten. Vorgesehen ist eine Prägung zum 250. Jahrestag der Unabhängigkeitserklärung im kommenden Jahr. Finanzminister Scott Bessent erklärte, die Münze spiegele „Mr. Trump und seine Vision für Amerika“ wider.

Die Gestaltung spricht Bände: Auf der Vorderseite soll Trump im Profil über dem Motto „In God we trust“ erscheinen, auf der Rückseite mit erhobener Faust und dem Spruch „Fight, fight, fight“. Ein Münzwurf? Unmöglich. Denn egal wie sie fällt – es kommt immer Trump heraus.


⚖️ Rechtslage? Nebensache für Trump

Die US-Gesetzgebung ist eindeutig: Lebende Präsidenten dürfen nicht auf offiziellen Münzen abgebildet werden. Traditionell werden Köpfe von Präsidenten erst posthum geehrt – so etwa Lincoln 100 Jahre nach seinem Tod. Doch die Trump-Regierung zeigt keinerlei Interesse, sich an Regeln zu halten.

Das Weiße Haus macht daraus kein Geheimnis. Sprecherin Karoline Leavitt kommentierte kühl: „I am sure he’ll like it.“ Dass Trump das „gefallen“ wird, ist wohl die Untertreibung des Jahrzehnts.


🍌 „Willkommen in der Bananenrepublik“

Kritik kommt nicht nur von Demokraten, sondern sogar aus republikanischen Reihen. Die Gruppe „Republicans against Trump“ sprach von einer „Bananenrepublik“. Der Vergleich hinkt – denn manche dieser Länder haben funktionierende Demokratien. In den USA dagegen droht mit dem „Trump-Dollar“ die endgültige Selbstvergötterung eines Präsidenten, der längst alle Grenzen von Anstand und Rechtsstaatlichkeit hinter sich gelassen hat.

Von Trump Café, Trump Grill, Trump Sneakers, Trump Force One bis hin zum Trump Bitcoin-Hype – der „Trump-Dollar“ ist nur die nächste logische Stufe in einer endlosen Reihe an Selbstvermarktung. Niemand wäre überrascht, wenn Trump die Münzen für 100 Dollar pro Stück an seine Anhänger verkaufen ließe – ein Geschäft ganz im Sinne seines Geschäftsmodells: Patriotismus gegen Bares.


🗣️ Kommentar – Der Sonnenkönig von Washington

Was bleibt, ist der Eindruck eines selbstherrlichen Herrschers, der das Amt des US-Präsidenten mit seiner Privatmarke verwechselt. Trump inszeniert sich als Symbol und Heilsfigur, während demokratische Institutionen wie Spielregeln eines Kartenspiels behandelt werden.

„In God we trust“? Nein, im Jahr 2026 könnte es heißen: „In Trump we trust“. Eine Demokratie, die so etwas zulässt, läuft Gefahr, zur Karikatur ihrer selbst zu werden.


📌 Fazit

Der „Trump-Dollar“ ist mehr als nur eine Münze – er ist ein Symbol für den Zustand Amerikas: Ein Land zwischen Demokratie und Personenkult, zwischen republikanischen Traditionen und der Versuchung der Autokratie.

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