📰 Einleitung Weniger als 24 Stunden nach der Freigabe zahlreicher Ermittlungsunterlagen im Fall Jeffrey Epstein sind mehrere Dateien von der Website des US-Justizministeriums verschwunden. Betroffen war unter anderem ein Foto („Datei 468“), auf dem Donald Trump neben Epstein, Melania Trump und Ghislaine Maxwell zu sehen ist. Das Ministerium weist Vertuschungsvorwürfe zurück und spricht von fortlaufenden Prüfungen und nötigen Schwärzungen. Medien berichten von mindestens 16 betroffenen Dateien.
🗂️ Hintergrund Der Kongress hatte die Regierung per Transparenzgesetz zur Veröffentlichung nahezu aller unklassifizierten Epstein-Akten bis zum Stichtag 19. Dezember 2025 verpflichtet. Der politisch hoch aufgeladene Fall und Epsteins Kontakte zu Prominenten nähren seit Jahren die Forderung nach umfassender Aufklärung. Laut Bericht hatte Präsident Trump die Freigabe am Ende unterstützt.
🏛️ Erklärung des Justizministeriums Nach Kritik aus dem US-Kongress erklärte das Justizministerium in sozialen Medien, Fotos und andere Materialien würden weiterhin überprüft und im Einklang mit dem Gesetz aus Gründen größtmöglicher Vorsicht geschwärzt, während zusätzliche Informationen eingehen.
📸 Debatte um Trump-Foto und Dateiliste Eine parteiübergreifende Debatte entzündete sich insbesondere an dem vorübergehend nicht mehr gelisteten Trump-Foto. Die Aufnahme war später wieder abrufbar, allerdings nur direkt über ihre URL und nicht mehr über die Dokumentenübersicht. Zudem wurden Links zu weiteren Bildern aus der Liste entfernt; die herunterladbaren Ordner enthielten weiterhin fast 1500 andere Fotos.
📁 Berichte über verschwundene Dateien Nachrichtenagenturen berichteten, mindestens 16 Dateien seien binnen eines Tages nach Veröffentlichung von der Website des Ministeriums verschwunden. Das nährte den Vorwurf mangelnder Transparenz, eine Deutung, die das Ministerium mit Verweis auf Prüf- und Redaktionspflichten bestreitet.
🗣️ Stellungnahme von Vizejustizminister Todd Blanche Todd Blanche wies den Vorwurf zurück, das Ministerium schütze den Präsidenten, und betonte, es gebe keine Weisung, materialbezogene Änderungen mit Blick auf Trump vorzunehmen.
⚖️ Einordnung und Ausblick Die Löschungen und nachträglichen Anpassungen an der Dokumentenliste verstärken den Transparenzdruck auf das Justizministerium. Wer Vertrauen schaffen will, muss zügig, nachvollziehbar und konsistent kommunizieren, insbesondere wenn sensible Opferbelange Schutzmaßnahmen erfordern. Entscheidend wird sein, dass das Ministerium den angekündigten Prüf- und Schwärzungsprozess rasch abschließt und die vollständigen, rechtlich zulässigen Unterlagen ohne weitere Irritationen bereitstellt.
🗨️ Kommentar der Redaktion Die Vorgänge belegen, dass Transparenz nicht in Etappen, sondern in klaren, überprüfbaren Schritten erfolgen muss. Jede nachträgliche Änderung der Liste ohne lückenlose Erklärung beschädigt Vertrauen und facht Spekulationen an. Prüf- und Schwärzungspflichten sind legitim, doch sie entschuldigen keine unübersichtliche Kommunikation. Wer staatliche Autorität behauptet, liefert vollständige, sauber dokumentierte Veröffentlichungen und hält sie konsistent verfügbar. Das Justizministerium sollte sämtliche entfernten Einträge umgehend rekonstruieren, den Prozess dokumentieren und damit den Weg für eine sachliche Aufklärung frei machen.


