🚗 EU rückt vom Komplettaus für Verbrenner ab: Kommission skizziert 90%-Ziel mit Ausnahmen

📰 Kurskorrektur bei CO2-Flottengrenzen

⚙️ Die EU-Kommission schlägt eine Flexibilisierung der CO2-Flottenziele für Pkw vor: Anstelle eines vollständigen Neuzulassungsverbots für Verbrenner ab 2035 soll ein Reduktionsziel von 90 Prozent gelten. Die verbleibenden Emissionen können Hersteller über anrechenbare Maßnahmen wie in der EU produzierten CO2-armen Stahl oder nachhaltige Kraftstoffe kompensieren. Zudem bliebe der Verkauf von Hybriden und Verbrennern in begrenztem Umfang über 2035 hinaus möglich. Klimakommissar Wopke Hoekstra spricht von einer Flexibilisierung, die Klimaziele und Wettbewerbsfähigkeit zusammenführen soll.

📚 Hintergrund

🧭 2023 hatte die EU ein 100-Prozent-Ziel ab 2035 beschlossen, was faktisch einem Aus für Neuwagen mit klassischen Verbrennungsmotoren entsprach. Bereits damals wurde über technologieoffene Ausnahmen wie synthetische Kraftstoffe gestritten. Die nun vorgestellte Anpassung nimmt politischen Druck aus der Debatte und reagiert auf die Sorge, europäische Hersteller könnten im globalen Wettbewerb, insbesondere gegenüber China, an Boden verlieren.

🧩 Details des Vorschlags

🔎 Kern der Vorlage ist ein abgesenktes Flottenziel von minus 90 Prozent CO2 ab 2035. Die restlichen zehn Prozent sollen über anrechenbare Kompensationen erfolgen, etwa durch grünen EU-Stahl oder nachhaltige Kraftstoffe wie E-Fuels und Biofuels. Batterieelektrische und Wasserstofffahrzeuge bleiben politisch bevorzugt, zusätzlich sind Super-Credits für kleine, in der EU produzierte E-Autos geplant. Gleichzeitig bliebe Raum für Plug-in-Hybride und konventionelle Antriebe in begrenzter Quote.

  • 90 Prozent CO2-Reduktion im Flottenziel ab 2035
  • Anrechnung der restlichen zehn Prozent über grünen EU-Stahl und nachhaltige Kraftstoffe
  • Bevorzugung von batterieelektrischen und Wasserstofffahrzeugen
  • Super-Credits für kleine E-Autos aus EU-Produktion
  • Begrenzte Quote für Plug-in-Hybride und klassische Antriebe

🗣️ Hoekstra bewirbt das Paket als einen klugen Kompromiss. Teile der Industrie begrüßen die größere Technologieoffenheit, während Umweltverbände vor verwässerten Klimasignalen warnen.

🏭 Wettbewerb und Industrieperspektive

📈 Die Anpassung soll die Balance zwischen Klimaschutz und Wettbewerbsfähigkeit verbessern und den europäischen Herstellern in einem von intensivem Wettbewerb geprägten Umfeld Luft verschaffen. Sie zielt darauf, Marktrealitäten stärker zu berücksichtigen und die Sorge vor Nachteilen gegenüber Anbietern aus China zu adressieren.

⚖️ Offene Fragen

🧪 Entscheidend wird sein, ob die vorgesehenen Kompensationen tatsächlich zusätzliche Emissionsminderungen erbringen und nicht nur bilanziell verbucht werden. Die Wirkung der Maßnahmen muss messbar sein, damit die Klimaziele glaubwürdig bleiben.

🔭 Ausblick

🚘 Gelingt der Ansatz, könnte die EU einen pragmatischeren Pfad zur Dekarbonisierung der Mobilität einschlagen, mit weniger Ideologie und mehr Realismus. Die Eckpfeiler sind Technologieoffenheit, verlässliche Kostenkalkulation und zügiger Infrastrukturausbau, verbunden mit klaren Erfolgskennziffern für eingesetzte Mittel.

🗨️ Kommentar der Redaktion

🏛️ Der Schritt ist überfällig. Reine Verbote gehen an den Marktrealitäten vorbei und schaffen keine Planungssicherheit. Gefragt sind Technologieoffenheit, belastbare Kosten, schneller Ausbau der Infrastruktur und eine klare Wirkung pro eingesetztem Euro. Die Kommission setzt damit ein notwendiges Signal für Wettbewerbsfähigkeit und Versorgungssicherheit. Jetzt muss bewiesen werden, dass Kompensationen echte zusätzliche Emissionsminderungen liefern und nicht nur Buchhaltung sind. Gelingt das, gewinnt Europa an Stärke statt sich in Symbolpolitik zu verlieren.

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