đ° Lage und Leitfrage Im Kamenzer Stadtrat geht es um Grundsätzliches und Symbolisches zugleich: Elternbeiträge fĂźr Kitas, die Ausstattung des Ratssaals bis hin zu einem Gedenkstein. Im Zentrum steht die Frage, wie die Stadt in angespannten Zeiten sachgerecht priorisiert, ohne das MaĂ zu verlieren. In diesem Jahr wurden die Elternbeiträge neu justiert; zugleich ringen Politik und Verwaltung um eine klare Linie bei Ausgaben und Zeichenprojekten.
đś Verschärfte Finanzlage Seit Mitte 2025 ist die Lage der Lessingstadt spĂźrbar angespannt. Kamenz verhängte eine differenzierte Haushaltssperre als Reaktion auf geringere Einnahmen und hĂśhere Kosten, während fĂśrdermittelschwere Projekte wie das Lessing-Museum und das Lessingbad weiterlaufen sollen. Politisch fällt die Neujustierung in eine Ăbergangsphase: Nach der Stadtratsentscheidung im November wurde Michael PreuĂ am 2. Dezember 2025 als OberbĂźrgermeister vereidigt, was das Ringen um Prioritäten zusätzlich bĂźndelt.
đś Neue Elternbeiträge Der Stadtrat hat Anfang 2025 die Elternbeiträge angepasst. Der Krippenbeitrag sinkt um gut zwei Euro, der Kindergartenbeitrag steigt um 21,50 Euro, der Hortbeitrag um 11,60 Euro. Die neuen Sätze gelten seit April; 2026 steht eine erneute Verhandlung an.
- Krippe: minus gut zwei Euro
- Kindergarten: plus 21,50 Euro
- Hort: plus 11,60 Euro
đ Kostenrealismus und Wirkung In der Sache reagiert die Stadt auf Tarif- und Betriebskosten; zugleich trifft die Spreizung Familien unterschiedlich. Aus konservativer Sicht braucht es belastbare Transparenz Ăźber KostenblĂścke und Effekte, damit die GebĂźhrenentwicklung verlässlich, maĂvoll und planbar bleibt.
𧎠Haushaltssperre und Prioritäten Die Haushaltssperre ist ein starkes Signal und schafft kurzfristig Luft, ersetzt aber kein Prioritätenprogramm. Gerade jetzt sollte der Stadtrat Ausgaben mit geringer Wirkung streichen oder strecken und Kernaufgaben Bildung, Sicherheit, Infrastruktur strikt vorziehen. Das gilt auch fßr gut gemeinte Projekte, die langfristig binden, aber kurzfristig wenig entlasten.
đŞ Ausstattung und Gedenken Neben den GebĂźhren standen auch sachliche und erinnerungskulturelle Punkte auf der Agenda, darunter die Ausstattung des Ratssaals mit einem Tisch sowie ein Gedenkvorhaben. Solche Tagesordnungspunkte sind legitim, verlangen aber im Konsolidierungsmodus eine nĂźchterne Abwägung von Nutzen, Symbolkraft und Zeitpunkt. BeschlĂźsse, die Vertrauen schaffen sollen, brauchen klare BegrĂźndungen, belastbare Kostenvorlagen und nach MĂśglichkeit Drittmittel oder Spenden, um den Kernhaushalt zu schonen.
âď¸ MaĂ und Reihenfolge Kamenz steht vor einer einfach klingenden, in der Sache aber anspruchsvollen Aufgabe: Priorisieren. Die Anpassung der Kita-Beiträge zeigt politischen Mut, bleibt jedoch erklärungsbedĂźrftig, denn fĂźr Eltern zählt Verlässlichkeit. Bei Ausstattung und Gedenken empfiehlt sich ein MaĂhalten, das der Haushaltslage gerecht wird.
đ Konservatives Rezept Kommunalpolitik braucht jetzt eine harte Reihenfolge, klare Finanzierung und transparente Kommunikation sowie das Bewusstsein, dass jedes Symbolprojekt seinen Preis hat. So lassen sich Pflicht und KĂźr auseinanderhalten zum Vorteil der Stadt und ihrer Familien.
đ¨ď¸ Kommentar der Redaktion Wer sparen muss, darf sich nicht in Zeichenprojekten verlieren. Priorität haben Bildung, Sicherheit und Infrastruktur; alles andere folgt nach klarer Kassenlage. Die Anpassung der Kita-Beiträge ist nachvollziehbar, verlangt aber maximale Transparenz, damit Vertrauen entsteht. Ein Tisch und ein Gedenkstein mĂśgen sinnvoll sein, doch ohne belastbare Kosten und Drittmittel ist ZurĂźckhaltung geboten. Jetzt gilt: erst Pflicht, dann KĂźr, und keine Ausnahmen.


