🐾 Förderdruck auf den Tierpark Weißwasser: 4.000 Besucher fehlen bis Jahresende

🐾 Druck auf den Tierpark Weißwasser Bis zum 31. Dezember müssen 40.000 Eintritte zusammenkommen, um die volle institutionelle Förderung zu sichern. Stand 2. Dezember 2025 fehlen nach Angaben des Trägervereins noch rund 4.000 Besucher. Wird das Ziel verfehlt, droht eine Kürzung der Zuschüsse des Kulturraums Oberlausitz-Niederschlesien um zehn Prozent; jährlich erhält der Tierpark rund 100.000 Euro. Um die Lücke zu schließen, setzt der Verein an den Adventssonntagen, an beiden Weihnachtsfeiertagen sowie an Silvester die regulären Preise aus nach dem Motto „Zahle, was Du möchtest!“. Der Park, der demnächst sein 60. Jubiläum begeht, hofft damit auf einen spürbaren Besucherimpuls.

🧭 Das Kriterium 40.000 in der Förderlogik Die Mindestmarke von 40.000 Gästen ist in der Region etabliertes Kriterium, mit dem die öffentliche Hand die überregionale Bedeutung von Zoos und Tierparks prüft. Bereits 2023 geriet Weißwasser in die Bredouille – die erforderliche Zahl wurde damals erst kurz vor Jahresende erreicht, wodurch eine Rückzahlung von Fördermitteln vermieden wurde. Das zeigt: Das Besucherziel ist ambitioniert, fungiert gleichzeitig aber als Hebel, um private und kommunale Unterstützung zu mobilisieren.

🎄 Sonderaktion soll den Besuch ankurbeln Nach Vereinsangaben fehlen aktuell rund 4.000 Eintritte. Vorsitzender Jörg Lübben verweist auf die Aktion „Zahle, was Du möchtest!“ an ausgewählten Tagen im Advent und zum Jahreswechsel, mit der spontane Besuche erleichtert und Familien angesprochen werden sollen. Der Schritt, vorübergehend auf feste Eintrittspreise zu verzichten, ist weniger Marketinggag als eine pragmatische Notmaßnahme, um die Fördervoraussetzungen zu erfüllen.

📉 Mögliche Folgen bei Verfehlung Verfehlt der Tierpark die Zielmarke, wären zehn Prozent der Förderung futsch – ein Einschnitt, der bei einem Jahresetat mit sechsstelliger Zuschusskomponente unmittelbar in Pflege, Futter, Instandhaltung und Vermittlungsangebote durchschlägt.

⚖️ Einordnung und Ausblick Der Fall Weißwasser illustriert die Gratwanderung der Kulturförderung im ländlichen Raum: Leistungsnachweise über harte Kennzahlen sollen Mittel zielgenau halten, erhöhen aber die Volatilität in der Planung kleiner Einrichtungen. Kurzfristige Preisaktionen können helfen, ersetzen jedoch keine strukturelle Entlastung. Wer Tierparks als Bildungs- und Freizeitorte erhalten will, braucht verlässliche Rahmenbedingungen – und eine Öffentlichkeit, die mit ihrem Besuch abstimmt. Ob Weißwasser die Marke erneut schafft, entscheidet sich in den letzten Wochen des Jahres – die Verantwortung liegt nun bei Trägern, Politik und Publikum gleichermaßen.

🗨️ Kommentar der Redaktion An Besucherzahlen geknüpfte Förderung ist ein legitimes Mittel, um öffentliche Gelder verantwortungsvoll zu steuern. Die jährliche Zitterpartie kleiner Einrichtungen ist jedoch unvernünftig, weil sie Planungssicherheit untergräbt. Die „Zahle, was Du möchtest!“-Phase ist als kurzfristige Brücke vertretbar, darf aber strukturelle Lösungen nicht ersetzen. Politik und Träger müssen verlässliche Grundlagen schaffen, die Leistung honorieren und Schwankungen abfedern. Die Bürgerschaft sollte das Angebot jetzt annehmen – wer den Tierpark erhalten will, zeigt es mit einem Besuch.

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