📰 Historischer Schritt in Hefei Volkswagen kann in Hefei im chinesischen Anhui ab sofort komplette Fahrzeugplattformen und Schlüsseltechnologien eigenständig bis zur Marktreife entwickeln, erstmals außerhalb Deutschlands. Mit dem Abschluss der letzten Ausbaustufe des Entwicklungszentrums der Volkswagen Group China Technology Company (VCTC) markiert der Konzern einen strategisch wichtigen Meilenstein seiner China-Strategie.
🌏 In China für China Mit der Ausrichtung In China, für China reagiert Volkswagen auf verschärften Wettbewerbsdruck und verkürzte Innovationszyklen im weltweit größten Automarkt. Entscheidungen und Freigaben sollen künftig schneller vor Ort erfolgen, um Modelle präziser an lokale Kundenwünsche anzupassen und Markteinführungen zu beschleunigen.
🧪 Gebündelte Entwicklungskapazitäten Nach dem Ausbau verfügt die VCTC über mehr als 100 Labore auf rund 100.000 Quadratmetern. Unter einem Dach sind zentrale Entwicklungsschritte zusammengeführt: die Integration von Software und Hardware, Tests von Batterie und Antriebsstrang sowie vollständige Fahrzeugvalidierungen.
🚀 Schneller zur Marktreife Volkswagen erwartet eine Verkürzung der Entwicklungszeiten in China um rund 30 Prozent. Zugleich treibt die lokal entwickelte China Electronic Architecture die softwaredefinierte Fahrzeugarchitektur voran.
🌐 Regionale Skalierung Perspektivisch soll Hefei Produkte für Märkte wie ASEAN und Nahost anpassen können. Aussagen von CEO Oliver Blume und China-Vorstand Ralf Brandstätter unterstreichen den Anspruch, Kundennähe mit höherer Effizienz zu verbinden.
🧭 Einordnung und Bewährungsprobe Der Schritt ist industriepolitisch folgerichtig und unternehmerisch pragmatisch: mehr Tempo, weniger Komplexität, stärkere Kundenfokussierung. Zugleich bleibt er eine Bewährungsprobe: Der Konzern muss Governance, Qualitätsstandards und Wissensschutz in einem hochkompetitiven Umfeld sichern, ohne die Schaltzentralen in Europa zu schwächen. Ob der verlegte Entwicklungsschwerpunkt die Ertragskraft nachhaltig stärkt, wird sich an Kosten, Produktakzeptanz und Umsetzungstakt messen lassen.
🗨️ Kommentar der Redaktion Der Kurs ist richtig, weil er Entscheidungswege verkürzt und die Nähe zum Kunden stärkt. Maßstab bleibt jedoch strikte Disziplin bei Governance, Qualität und Wissensschutz; hier darf es keine Abstriche geben. Die Schaltzentralen in Europa müssen handlungsfähig bleiben, sonst wird Geschwindigkeit mit Kontrollverlust bezahlt. Erfolg bemisst sich an Kosten, Marktakzeptanz und Umsetzungstakt, nicht an Ankündigungen. Wenn einer dieser Hebel versagt, droht die Verlagerung die Substanz eher zu erodieren als zu stärken.


